Werder empfängt Bayern

Bremen-Trainer Skripnik will Lewandowski nicht stoppen

SV Werder Bremen, FC Bayern München, Viktor Skripnik, Robert Lewandowski
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Viktor Skripnik (l.) ist froh, nicht selbst gegen Robert Lewandowski spielen zu müssen.

Bremen - Mit Robert Lewandowski kommt der Mann der Stunde ins Weserstadion. Zu allem Überfluss bangt Werder vor dem Duell gegen die Bayern um den Einsatz ihres Abwehrchefs.  

Wie er Robert Lewandowski stoppen wolle? „Wieso ich? Ich bestimmt nicht“, scherzte Viktor Skripnik, dezente Erleichterung prägte dabei seine Gesichtszüge. Werder Bremens Trainer und früherer Verteidiger war spürbar froh, nicht mehr selbst den Münchner Weltklassestürmer bearbeiten zu müssen.

Aber der Ukrainer hat vor dem Gastspiel von Bayern München am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im ausverkauften Weserstadion aber auch große Sorgen, den polnischen Torjäger betreffend. Denn Abwehrchef Jannik Vestergaard konnte am Donnerstag wegen eines grippalen Infektes nicht trainieren. Skripnik: „Ich hoffe, dass es Freitag wieder geht. Sonst wird es sehr eng.“

„Aber egal, wer spielt: Es geht für uns darum, Willen zu zeigen, uns gut und teuer zu verkaufen und ohne Angst anzutreten“, sagte der Coach, der nach vier Niederlagen hintereinander die Rückendeckung durch Geschäftsführer Thomas Eichin (Im kicker: „Auch wenn wir 0:12 gegen Bayern verlieren, wird Viktor unser Trainer bleiben“) positiv zur Kenntnis nahm: „Dafür bin ich dankbar. Wir gewinnen zusammen und verlieren zusammen.“

Eichin erwartet von den Hanseaten, „dass sie sich unserem Publikum stellen und eine engagierte Leistung abliefern. So gesehen kommen uns die Bayern als Gegner gar nicht so unrecht, denn aus diesem Spiel habe ich keine Punkte eingeplant“. Schwer einzuplanen ist für die Gastgeber auch der Ex-Münchner Claudio Pizarro, der Peruaner wurde erst am späten Donnerstagabend nach zwei WM-Qualifikationsspielen für sein Heimatland aus Südamerika zurückerwartet.

Zumindest nach außen hin glaubt man an der Weser an die minimale Chance, die zehnte Niederlage hintereinander gegen den Rekordmeister irgendwie verhindern zu können. Werders Aufsichtrats-Boss Marco Bode war noch als Profi der Grün-Weißen an so manchem Sieg im damaligen Nord-Süd-Gipfel beteiligt und klammert sich an eine leise Hoffnung: „Natürlich scheint das fast unmöglich. Schlagen kann man die Bayern nur, wenn sie mal nicht bei 100 Prozent sind.“

Für den Vize-Weltmeister von 2002 geht es auch um die Einstellung der Mannschaft. „Sie muss den Glauben haben, dass an einem bestimmten Tag in einer bestimmten Konstellation niemand unschlagbar ist. Wer nicht an einen Erfolg glaubt, der hat bereits vorher verloren“, sagte der Europameister von 1996.

Werder-Kapitän Clemens Fritz kann seinen Vorgesetzten da beruhigen. „Bei uns schenkt niemand das Spiel vorher ab. Wir müssen unsere Chancen suchen und vor allem über unsere Leistungsgrenzen hinausgehen“, fordert der Ex-Nationalspieler auch und gerade „gegen die wahrscheinlich beste Vereinsmannschaft der Welt“. Der Routinier war noch selbst auf dem Platz, als die Norddeutschen im Oktober 2006 den letzten Heimsieg gegen die Bayern (3:1) einfuhren.

Werder-Fans, die an die sportliche Sensation glauben, könnten auf jeden Fall bei den einschlägigen Wettanbietern richtig Kasse machen. 130 Euro für 10 wird auf Sieg bezahlt, immerhin 72 Euro für ein Unentschieden. Ein Bayern-Erfolg hingegen ist bei den Buchmachern bei zehn Euro Einsatz gerade einmal zwölf Euro wert.

sid

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