Bewährungsstrafe

Wettbetrug: Ehemaliger Bundesligaprofi verurteilt

Thomas Cichon
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Der frühere Bundesligaprofi Thomas Cichon wurde zu neun Monate Haft auf Bewährung verurteilt.

Bochum - Jetzt hat es auch den ersten Ex-Bundesligaprofi erwischt. Thomas Cichon hat gemeinsame Sache mit der Fußball-Wettmafia gemacht und ist dafür zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Fünf Jahre nach dem größten Wettskandal im europäischen Fußball ist nun auch der erste Ex-Bundesligaprofi verurteilt worden. Das Bochumer Landgericht verhängte gegen Thomas Cichon am Mittwoch neun Monate Haft auf Bewährung verhängt. Der 37-Jährige hatte gestanden, als Spieler des früheren Zweitligisten VfL Osnabrück 20 000 Euro von der Fußball-Wettmafia erhalten zu haben. Im Gegenzug hatte bei der Partie gegen den FC Augsburg vom 17. April 2009 nach eigenen Angaben nicht seine „volle Leistungsbereitschaft“ abgerufen. Die Wettpaten hatten eine hohe Niederlage gefordert, die auch eingetreten ist. Augsburg hatte die Partie damals mit 3:0 gewonnen.

Cichon, der als Bundesligaspieler früher auch beim 1. FC Köln unter Vertrag stand, war nach eigenen Angaben schon 2008 von der Wettmafia angesprochen worden. Damals habe er sich aber noch geweigert, Spiele zu verschieben. Das habe sich erst geändert, als er wegen eigener Wettschulden immer mehr unter Druck gesetzt worden sei. „Ich habe mit Sicherheit nicht alles richtig gemacht“, sagte der 37-Jährige den Richtern am Mittwoch. „Dass ich dafür bestraft werden muss, ist klar.“ Heute tue ihm die Sache Leid. Hätte er damals klare Gedanken fassen können, hätte er sich sicherlich anders verhalten.

Absichtliche Fehler will Cichon im Spiel gegen Augsburg aber nicht produziert haben. Er habe lediglich nicht mit vollem Einsatz gespielt. Das sei nach Angaben seines Verteidigers aber nicht einmal dem Trainer aufgefallen. Cichon sei schließlich nicht ausgewechselt worden.

Das Schmiergeld war damals mit Wettschulden verrechnet worden. Cichon, der vom DFB noch bis Juli 2015 gesperrt ist, will die 20 000 Euro nie in der Hand gehalten haben. Nach Bekanntwerden des Fußball-Wettskandals im Jahr 2009 hatte der 37-Jährige die Vorwürfe zunächst bestritten. Zum Prozessauftakt änderte er seine Taktik und legte ein Geständnis ab.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Ex-Profi ursprünglich noch eine weitere Manipulation vorgeworfen. Dabei ging es um die Partie gegen den 1. FC Nürnberg vom 13. Mai 2013. Auch diese Partie hatte Osnabrück verloren. Hier hatte Cichon allerdings jeglichen Manipulationsversuch bestritten.

Zwei ebenfalls angeklagte Ex-Amateurfußballer sind bereits in der vergangenen Woche zu Bewährungsstrafen von sieben beziehungsweise neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Auch sie hatten von der Wettmafia Geld angenommen und anschließend extra schlecht gespielt.

Das Urteil gegen Cichon lautet auf Beihilfe zum Betrug und auf versuchte Steuerhinterziehung, weil er das Schmiergeld der Wettmafia damals nicht als Einkommen angegeben hatte.

dpa

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