Wutanfall des ARD-Experten

Scholli schäumt: "Ich bin sauer, richtig sauer"

Mehmet Scholl
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Mehmet Scholl platzte der Kragen wegen des bösen Fouls an Neymar.

München - ARD-Experte Mehmet Scholl ist für seine klaren Worte bekannt - Mario Gomez kann ein Lied davon singen. Nun hat der Ex-Profi nach dem Brasilien-Spiel zur Rundumschelte ausgeholt.

Mehmet Scholls aktive Karriere ist schon lange vorbei, doch auch am Mikrofon läuft der ehemalige Mittelfeldzauberer zur Hochform auf. Als ARD-Experte ist "Scholli" bei der WM in Brasilien im Einsatz. Zusammen mit Moderator Matthias Opdenhövel sorgt er vor, zwischen und nach den Spielen für gute Unterhaltung am TV-Bildschirm, wenn er Taktik, Zitate oder Leistungen auseinandernimmt.

Nach dem Halbfinal-Einzug der Brasilianer platzte Scholl jedoch am späten Freitagabend vor laufender der Kragen. Grund: das harte Foul von Kolumbiens Zuniga an Brasiliens Superstar Neymar. Wie sich später herausstellte, zog sich der 22-Jährige dieser Aktion einen Wirbelbruch zu. Der Kolumbianer wurde nicht einmal verwarnt für sein vergehen.

"Ich bin sauer, richtig sauer und enttäuscht. Genau das kommt dabei raus, was wir gesehen haben: Wenn die Schiedsrichter nicht in der Lage sind oder die Vorgabe haben, brutale Fouls nicht zu stoppen, dann wird ein Neymar verschluckt, der wird vom Platz getragen", wütete Scholl: "Wenn es zugelassen wird, dass die Kleinen vernichtet werden, dann haben wir ein Problem und dann ist es auch nicht mehr unsere Sportart! Das war ein Gladiatorenkampf, aber es hatte mit dem Spiel nichts zu tun. Wenn die Profis irgendwann merken, hoppla ich kann ja machen, ich werde nicht bestraft! Worüber reden wir jetzt hier!“

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Scholl war zu seiner Profizeit aufgrund seiner Technik auch ein Spieler, der viele Fouls einstecken musste - vielleicht holte er deshalb zu seinem Plädoyer für verstärkten Schutz von Fußballkünstlern aus: "Es gibt ja auch Gründe, warum es ein Mesut Özil schwer hat. Normalerweise müsste man im nächsten Spiel gegen Brasilien sagen, okay Mesut, die werden auch wieder versuchen, nur auf deinen Körper zu gehen, vielleicht ist es besser, wenn du erstmal draußen sitzt. Diese Spielertypen werden bei dieser WM gejagt, verfolgt und gedemütigt!"

Mit der Leistung der deutschen Nationalelf gegen Frankreich war Scholl dagegen mehr als zufrieden. "Das war eine Mannschaft, da hat man gesehen, sie stehen zueinander. Ein großartiger Kampf. Da stand eine Urgewalt auf dem Platz – und die brauchen wir bis zum Finale. Heute ist was Großes passiert, die können ganz, ganz stolz auf sich sein. Man muss sich quälen und über sich hinaus wachsen, und das haben sie heute getan", schwärmte der ARD-Experte. Und schickte noch einen Rat an die Taktikfüchse in Diensten des DFB: "Der DFB wird sich ja jetzt vorbereiten, die Leute, die quasi das Spiel analysieren, sind Leute, die die gleiche Ausbildung gemacht haben wie ich. Und bitte: versucht da nichts zu finden! Unser Gebilde läuft, es ist gut und wird funktionieren auch gegen wilde Brasilianer. Nicht dass einer denkt, wir haben da aber was ganz anderes gesehen. Da war nichts! Bitte!“

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dh

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