Ochoa-Gala

Brasilien gerät gegen Mexiko ins Stolpern

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Nicht zu bezwingen: Mexiko-Torhüter Guillermo Ochoa (l.).

Fortaleza - Gastgeber Brasilien hat in seinem zweiten WM-Vorrundenspiel einen Dämpfer hinnehmen müssen. Held des Abends: Mexiko-Torhüter Guillermo Ochoa.

Brasilien ist auf dem Weg zum angestrebten sechsten WM-Titel zum ersten Mal ins Stolpern geraten. In ihrem zweiten Spiel der Gruppe A kam die Selecao gegen widerspenstige Mexikaner nur zu einem 0:0. Was der Punkt beim Kampf um den Einzug in das Achtelfinale wert ist, erweist sich allerdings erst am Mittwoch: Dann spielt Kamerun, letzter Vorrundengegner der Gastgeber, zunächst gegen Kroatien.

In einem sehr intensiven Spiel in Fortaleza verzweifelten die Brasilianer am exzellenten mexikanischen Torwart Guillermo Ochoa, der mehrere hochkarätige Chancen mit zum Teil fantastischen Paraden entschärfte. Mexiko, das im Auftaktspiel 1:0 gegen Kamerun gewonnen hatte, präsentierte sich als äußerst unbequemer Gegner: aggressiv, laufstark und hart im Zweikampf. Manchmal auch zu hart. Brasilien hatte vor 60.342 Zuschauern damit große Probleme, verzettelte sich allzu oft in Zweikämpfe.

„Es gab viele Chancen für beide Mannschaften. Es war ein gerechtes Ergebnis, das den Spielverlauf widerspiegelt, aber für uns war es kein gutes Resultat. Denn mit einem Sieg wären wir weiter gewesen“, sagte Brasiliens Trainer Luiz Felipe Scolari. Teufelskerl Ochoa blieb nach seiner Traumpartie bescheiden: „Unser Team hat viel Qualität gezeigt. Ich danke Gott für dieses Spiel. Ich habe hart gearbeitet und bin jetzt sehr glücklich. Dieser Punkt ist Gold wert.“

Den großen Pele beunruhigte der erste Stolperer seines Teams nicht. „Es gibt kein einfaches Spiel bei der WM. Das haben wir schon vorher gewusst“, sagte das Idol der Gastgeber: „Das Team hat nicht schlecht gespielt. Wenn wir jetzt 1:0 gegen Kamerun gewinnen, reicht es ja schon zum Weiterkommen.“ Bayern-Profi Luiz Gustavo, der erneut in der Startelf stand, sprach von einem „sehr intensiven und schwierigen Spiel gegen einen sehr guten Gegner“. Man habe gut gekämpft, „das 0:0 war verdient“.

Nach der Pause waren die Mexikaner zunächst sogar die bessere Mannschaft. Der starke Jose Juan Vasquez und Hector Herrera zielten mit ihren Schüssen aber über das Tor. Brasilien kam da tatsächlich ein bisschen ins Schwimmen.

Neymar, im WM-Eröffnungsspiel zweifacher Torschütze, war diesmal von Beginn an gut im Spiel, er hatte oft den Ball, wechselte oft die Position. Auf die Unterstützung von Hulk musste er aber verzichten. Wegen Oberschenkelproblemen saß der Angreifer nur auf der Bank, dafür war Ramires dabei, Mittelfeldmann vom FC Chelsea. Im Strafraum aber kam Neymar oftmals zu spät, so in der 48. Minute, als ihm Francisco Rodriguez gerade noch den Ball vor der Nase wegköpfte.

Auch ohne Superstar Javier Hernandez, der erneut nur auf der Bank saß und erst in der 74. Minute ins Spiel kam, versteckte sich Mexiko keineswegs. Weil die beiden Außenverteidiger Dani Alves und Marcelo in erster Linie auf Offensive gepolt waren, blieben die Brasilianer hinten doch anfällig - allerdings räumte der starke Thiago Silva in der Mitte alles ab. Eine gute Gelegenheit hatte Mexiko nur durch einen 20-Meter-Schuss von Hector Herrera (24.), den Torhüter Julio Cesar gerade noch über die Latte lenkte.

Auch auf der Gegenseite stand der Torhüter im Blickpunkt - und Ochoa verhinderte vor der Pause die beiden besten Gelegenheiten der Brasilianer mit Bravour. Erst drehte er den Kopfball von Neymar mit einer Glanzparade noch um den Pfosten (26.). In der 44. Minute war er dann erneut zur Stelle und rettete in höchster Not gegen David Luiz.

Auch in der zweiten Halbzeit reagierte Ochoa großartig, in der 69. Minute war er erneut gegen Neymar mit einem Reflex zur Stelle. In der 86. Minute folgte eine weitere unglaubliche Parade bei einem Kopfball von Thiago Silva. In der Nachspielzeit erzielte Raul Jimenez sogar fast das 1:0 für Mexiko, scheiterte mit seinem Schuss aber an Julio Cesar (90.+1).

sid

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