Freitag (18 Uhr) live in der ARD

Frankreich - Deutschland: Offizielle Aufstellung und Fakten

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Überraschend in der Startelf: Miroslav Klose stürmt für Deutschland gegen Frankreich.

Auf geht's Deutschland: Jetzt um 18 Uhr zählt es im Viertelfinale der WM 2014 gegen Frankreich. Die letzten Infos samt offizieller Aufstellung und TV im großen Fakten-Check.

Update vom 6. Juli 2016: Heute gibt es ein Wiedersehen. Nach dem Sieg im WM-Viertelfinale 2014 trifft Deutschland im Halbfinale der EM 2016 auf Gastgeber Frankreich. Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie das Halbfinale Deutschland - Frankreich live im TV und Live-Stream sehen können. Und bieten einen Faktencheck zum Halbfinale sowie einen Blick auf die mögliche Aufstellung.

Update:Es ist geschafft: Deutschland steht im Halbfinale der WM! Am Dienstag (22 Uhr) wartet Brasilien auf die DFB-Elf. Bei uns gibt es alles zur Aufstellung und Taktik der deutschen Kicker. Alles Wissenswerte zum Livestream und zur TV-Übertragung haben wir ebenfalls für Sie zusammengetragen. In unserem WM-Ticker verpassen Sie keine News und Hintergründe zum Spiel gegen die Selecao.

Das Warten hat ein Ende: Gleich um 18 Uhr kann Deutschland im Viertelfinale der WM 2014 allen zeigen, dass der Zittersieg über Algerien nur ein Ausrutscher war. Wobei: Gegen Frankreich wäre den Deutschland-Fans wohl auch eine Zitterpartie recht, wenn das DFB-Team danach im Halbfinale stünde. Hauptsache ein Sieg - egal ob nach 90 Minuten, der Verlängerung oder in der deutschen Spezialdisziplin Elfmeterschießen.

Doch Frankreich ist eine harte Nuss. Der Nachbar hat bei dieser WM noch nicht verloren und noch dazu seine peinlichen Pannen im Vorfeld zur WM endlich überwunden. Die furiosen Auftritte der Franzosen begeisterten und euphorisierten eine ganze Nation. Jetzt soll das nächste "Opfer" im Viertelfinale - live im TV bei ZDF, im Stream und bei uns im WM-Ticker - her: Deutschland. Doch wer hat eigentlich die besseren Chancen, wer schickt welche Aufstellung ins Rennen und wer sind die Franzosen eigentlich genau? All diese Fragen klären wir für Sie in unserem Fakten-Check, damit Sie vor dem Anpfiff bestens informiert sind.

Löw überrascht alle: Klose in der Startelf - Mertesacker auf der Bank

Ausgangslage: So souverän sich Deutschland in der Vorrunde gegen Portugal und die USA auch präsentierte - das Achtelfinale der WM 2014 gegen Algerien war ein echter Schock. Die Abwehr: unsicher. Das Mittelfeld: kreativlos. Der Sturm (also Thomas Müller): Glücklos. Verständlicherweise hagelte es von allen Seiten Kritik. Die einen sprachen von fehlender Titelreife bei der WM, andere von falscher Aufstellung und falscher Taktik. Bundestrainer Joachim Löw behält dennoch die Ruhe. Das ist gut so. Denn trotz der Zitter-, Hänge-, Würge- oder wie-auch-immer-Partie gegen Algerien - Deutschland steht im Viertelfinale der WM 2014 gegen Frankreich. Spätestens am Freitag um 18 Uhr fragt keiner mehr nach dem Pflichtsieg über Algerien. Eine statistische Spielerei zur WM am Rande: Dreimal strich Deutschland bisher im Viertelfinale die Segel (1998, 1994 und 1962) - dreimal gegen eine europäische Mannschaft.

Die bisherigen Duelle: Es sind drei Partien, die Deutschland gegen Frankreich zu einem echten WM-Klassiker machen. Dreimal trafen die Fußball-Großmächte in einem WM-Spiel aufeinander - jedes Mal war richtig was los. In den WM-Halbfinals 1982 (einem DER besten WM-Spiele aller Zeiten) und 1986 behielt Deutschland die Oberhand, im Spiel um Platz drei 1958 demütigte die "Équipe Tricolore" Deutschland und schickte den Nachbarn mit 6:3 nach Hause. In der ewigen Länderspiel-Bilanz hat Frankreich vor dem Viertelfinale leicht die Nase vorne. In 25 Spielen holte Frankreich elf, Deutschland nur acht Siege.

Bilanz aus deutscher Sicht: 25 Spiele - 8 Siege - 6 Unentschieden - 11 Niederlagen.

Die Taktik: Beide Mannschaften haben vor dem Viertelfinale der WM so ihre Problemchen. Deutschlands Offensive war gegen Algerien über weite Strecken zu harmlos. Das aggressive und bissige Pressing der Algerier legte die Kreativ-Zentrale im deutschen Mittelfeld lahm. Auch wenn Frankreich keine derart aggressive, mannorientierte Defensive pflegt, ist bei der WM 2014 ganz klar die Defensive der Schlüssel. Einfach gesagt: Deutschland muss sich in der Offensive steigern und variabler auftreten. Hilfreich wären spiel- und laufstarke Außenverteidiger (in erster Linie natürlich Philipp Lahm), um die Franzosen auf den Flügeln unter Druck zu setzen. Eine Taktik, auf die Nigeria schon recht erfolgreich gesetzt hatte. Defensiv dürften auf Jogi Löws Plan zum WM-Viertelfinale dicke Ausrufezeichen hinter den folgenden zwei Punkten stehen: Zum einen müssen Deutschlands Innenverteidiger Sturmtank Karim Benzema ausschalten, zum anderen sollte Deutschlands Hintermannschaft die brandgefährlichen Konter Frankreichs frühzeitig unterbinden. Dazu muss Deutschland (Özil, Kroos!!!) kräftig am Gegenpressing arbeiten.

Der Kapitän geht voran: Philipp Lahm spielt gegen Frankreich wieder als Außenverteidiger.

Die Aufstellung: Joachim Löw liebt offenbar Ratespiele bei dieser WM. Auch im Viertelfinale wartete der Bundestrainer bis 90 Minuten vor Spielbeginn, ehe er seine Startformation bekannt gab. Diesmal hat sich das lange Warten allerdings gelohnt. Denn der Bundestrainer schmiss die Aufstellung vor dem Viertelfinale der WM gegen Frankreich komplett um. In Sachen Philipp Lahm beugte sich Löw dem öffentlichen Druck und beorderte den Kapitän zurück in die Außenverteidigung. Überraschend kommt auch der Einsatz von Sturmtank Miroslav Klose. Der Routinier sah gegen Algerien keine Minute Einsatzzeit, spielt aber jeder von Anfang an. Weniger überraschend: Mats Hummels und Sami Khedira sind zurück in der Startelf. Leidtragende: Per Mertesacker und Mario Götze. Andre Schürrle soll wieder von der Bank aus für Wirbel sorgen.

Offizielle Aufstellung: Deutschland: Neuer - Lahm, Boateng, Hummels, Höwedes - Khedira, Schweinsteiger - Müller, Kroos, Özil - Klose.

Zahlenspiele: Frankreich gegen Deutschland bei der WM 2014 im Statistik-Vergleich.

Frankreich: Offensive gewinnt Spiele - aber die Defensive Titel

Ausgangslage: So eine Aufbruchsstimmung gab's in Frankreich seit der französischen Revolution nicht mehr. Nein, im ernst: Die Stimmung in Frankreich könnte nach der souveränen Vorrunde und der Qualifikation fürs Viertelfinale gegen Deutschland bei der WM 2014 nicht besser sein. Noch vor wenigen Wochen sympathisierten wohl mehr Franzosen mit andere Teams als mit "Les Blues". Das hat sich geändert. Im Sturm eroberten die forschen Franzosen ein ganzes Land und machten die WM-Blamage von 2010 (Frankreich ging in der Vorrunde baden) vergessen. Doch der Hunger der jungen Mannschaft ist noch nicht gestillt. Gegen Deutschland rechnen sich Benzema und Co. einiges aus - erst Recht nach dem schwachen Auftritt Deutschlands im WM-Achtelfinale gegen Algerien. Ein bisschen überraschend kommt der Erfolg bei der WM aber doch: Die nominell besten Einzelspieler, Franck Ribery (verletzt) und Samir Nasri (gestrichen), sitzen schließlich zu Hause. Trainer Didier Deschampes hat es damit schon jetzt all seinen Kritikern gezeigt.

Taktik: Getrost dem Uralt-Motto "die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive aber Meisterschaften" konzentriert sich die Taktik Deschampes auf die Abwehr. Kaum zu glauben, denn in der Vorrunde der WM 2014 verzückte Frankreich mit Konterspiel und Durchschlagskraft vom Feinsten. Anrennen werden die Franzosen gegen Deutschland aber auf keinen Fall. Dank ihrer variablen Defensive (4-1-4-1 oder 4-4-1-1 oder doch ein 4-2-3-1) können sie jeden Gegner bei der WM in Schach halten. Bei Ballgewinn geht's dann schnurstracks nach vorne. Gefahrenherd Nummer eins ist Karim Benzema. Der Stürmerstar von Real Madrid kann sowohl als Linksaußen als auch in der Rolle als Sturmtank auf Weltklasse-Niveau spielen. Ganz ohne Schwachstellen ist aber auch die Defensive Frankreichs bei der WM nicht. Anfällig wirkte das Team auf der (rechten) Außenbahn - vielleicht ein wunder Punkt, den Deutschland nutzen kann.

Der Trainer: Didier Deschampes ist ein Fußball-Messias für Frankreich. Nach den unrühmlichen Auftritten bei der WM 2010 und der EM 2012 übernahm Kapitän Deschampes das sinkende Schiff und brachte es sofort wieder auf Kurs. Die Streitereien, Rauswürfe und Rücktritte vor der WM gehören endlich der Vergangenheit an. Mit einer jungen, hungrigen Mannschaft mischt der 45-Jährige die Welt-Elite auf. Der Spieler Deschampes machte sich einen Namen als Kämpfer, Arbeiter und Beißer im Mittelfeld. Diese Mentalität impfte er auch seinem WM-Team ein. Jetzt muss das neue Frankreich gegen Deutschland nur noch an die Erfolge seines Regisseurs an der Seitenlinie anknüpfen: 2000 wurde Deschampes Europameister, 1998 im eigenen Land sogar Weltmeister.

Der Superstar: Karim Benzema (oben) hat Frankreich mit seinen Toren verzückt - als nächstes will er Deutschland schocken.

Die Aufstellung: Wichtigste Frage für Deutschland: Auf welcher Position läuft Benzema im Viertelfinale der WM auf? Als Linksaußen neben Stürmer Olivier Giroud zog er zuletzt gegen Nigeria selbst immer wieder ins Zentrum und raubte seinem Partner und sich Freiräume. Nach der Einwechslung von Antoine Griezmann (Außenstürmer) rückte Benzema in die Spitze und war plötzlich kaum mehr zu halten. Gegen Deutschlands eher behäbige Innenverteidiger dürfte die letzte Variante mehr Erfolg haben.

Offizielle Aufstellung: Frankreich: Lloris - Debuchy, Varane, Evra, Sakho - Pogba, Cabaye, Matuidi - Valbuena, Benzema, Griezmann.

Was sie sonst noch zum WM-Viertelfinale Frankreich gegen Deutschland wissen sollten

Der Schiedsrichter: So soll ein Schiedsrichter sein: Unauffällig aber konsequent. Beide Attribute treffen auf Nestor Pitana voll zu. Der Argentinier war bereits dreimal bei der WM 2014 im Einsatz - ohne große Fehler und ohne Aufsehen zu erregen. Trotzdem überrascht es schon ein bisschen, dass der 39-Jährige beim WM-Klassiker Deutschland gegen Frankreich im Viertelfinale ran darf. Die WM in Brasilien ist für Pitana, der seit vier Jahren FIFA-Schiedsrichter ist, das erste wichtige internationale Turnier. Privat mag es der Sportlehrer aus Corpus typisch argentinisch: In der Freizeit kommt oft ein saftiges Steak auf den Grill.

Zahlenspiele:

Frankreich gegen Deutschland bei der WM 2014 im Statistik-Vergleich

Frankreich

Deutschland

Laufleistung

427,9 Km

468,8 km

Pässe (Quote)

2248 (80%)

3060 (80%)

Flanken

97

114

Schüsse

77

66

erzielte Tore

10

9

Fouls (gelbe Karten)

47 (5)

39 (2)

Alu-Treffer

5

0

Die Spielstätte: Der Tempel, das Heiligtum, das Fußball-Grab: Das Maracana in Rio De Janeiro ist eine Legende. Früher passten unglaubliche 200.000 Menschen in das Stadion. Mittlerweile sind es "nur" noch knapp 75.000. Die größte Partie im Maracana wurde gleichzeitig zur bittersten Stunde im brasilianischen Fußball: Bei der ersten Heim-WM 1950 verlor Brasilien vor 200.000 Fans unerwartet mit 1:2 im Finale gegen den Nachbarn aus Uruguay. 64 Jahre danach ist das Maracana wieder Schauplatz für das Endspiel der WM 2014. Zuvor treten hier am Freitag Frankreich und Deutschland im Viertelfinale gegeneinander an.

Der Austragungsort: Brasilien ist gleich Rio De Janeiro. Auch wenn die Stadt seit 1960 nicht mehr offiziell Hauptstadt Brasiliens ist, bleibt Rio das kulturelle und touristische Zentrum des Landes. Zudem ist Rio De Janeiro mit sechs Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Brasiliens hinter Sao Paulo. Was sie auf ihrer Reise nach Rio sehen müssen: Den weltberühmten, farbenfrohen Karneval, die malerischen Sandstrände und selbstverständlich die Christus-Statue auf dem Corcovado-Berg. Genauso viel hat Rio in Sachen Fußball zu bieten. Allein vier der bekanntesten Klubs - Botafogo, Fluminense, Vasco da Gama und Flamengo - kicken in der Stadt. Hinzu kommen zahlreichen Fußballlegenden, die in Rio De Janeiro groß wurden. Eine kleine Auswahl: Zico, Ronaldo und Romario.

Das Wetter: Nass-kaltes Wetter und Regen wird es diesmal mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht geben. Zum WM-Viertelfinale Frankreich gegen Deutschland lacht die Sonne vom (leicht bedeckten) Himmel. Auch die Temperaturen steigen im Vergleich zum Achtelfinale in Porto Alegre wieder deutlich an. Ersten Prognosen zufolge steigt das Thermometer bis auf 26 Grad zur Anstoß-Zeit.

TV-Übertragung und Live-Ticker: Beim Auftaktspiel zum Viertelfinale der WM zwischen Deutschland und Frankreich am Freitag ist wieder die ARD mit der TV-Übertragung an der Reihe. Moderator Matthias Opdenhövel und Experte Mehmet Scholl gehen schon um 16.15 Uhr live auf Sendung. Kurz vor 18 Uhr darf dann Kommentator Steffen Simon ran, der einen live aus dem Maracana berichtet. Wer um 18 Uhr noch nicht zu Hause oder beim Public Viewing sein kann, für den hat die ARD in ihrer Mediathek oder über die "Sportschau FIFA WM App" den Live-Stream bereitgestellt.

am

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