Starke Leistung gegen Frankreich

"Eiswürfel" Neuer ist der neue Titan

Manuel Neuer
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Mit dieser Parade kurz vor Schluss sicherte Manuel Neuer den deutschen Sieg.

Rio de Janeiro - Mats Hummels wurde für seinen Siegtreffer gefeiert. Aber auch Torwart Manuel Neuer war wieder einer der Väter beim WM-Viertelfinalerfolg gegen Frankreich.

Karim Benzema warf Manuel Neuer in den Katakomben von Maracana noch einen letzten Blick zu und schüttelte dann fassungslos den Kopf. Dieser Teufelskerl zwischen den deutschen Pfosten hatte dem französischen Torjäger den Nerv gezogen. Vor allem die vierte Minute der Nachspielzeit dürfte dem Stürmerstar von Real Madrid noch einige Albträume bescheren. Mit einem sensationellen Reflex hatte Neuer seine Mannschaft im WM-Viertelfinale gegen die Equipe Tricolore vor einer Verlängerung bewahrt.

Deschamps lobt: "Eine unglaubliche Tat"

Viele im Maracana-Stadion hatten zunächst gedacht, das Aluminium hätte das DFB-Team vor dem Nachsitzen bewahrt. Aber es war der neue deutsche Titan, der König der Reflexe, der das Geschoss mit seine rechten Pranke abgewehrt hatte. Wie ein Klappmesser war Neuers Arm in die Höhe geschnellt und hatte dem Ball den Weg ins Netz versperrt.

Sekunden später der Schlusspfiff, Jubel. 1:0 für Deutschland, die DFB-Auswahl im Viertelfinale. Neuer, der Übertorwart, der nicht nur wie im Achtelfinale gegen Algerien (2:1 n.V.) Libero kann, sondern auch sein Kerngeschäft wie derzeit kaum ein anderer beherrscht. „Das war eine unglaubliche Tat!“ lobte Frankreichs Trainer Didier Deschamps den deutschen Zerberus. Der selbst tänzelte förmlich nach seinem zweiten Superspiel in Folge von der Kabine in den Mannschaftsbus und genoss die Ovationen.

„Das war doch nicht schlecht“, flachste Neuer, der anschließend in den Katakomben von seinen Mitspielern gebührend gefeiert wurde. Dann wurde er ernst: „Das sind Automatismen. Die Mannschaft deckt die Mitte gut ab, ich muss nur die kurze Ecke zumachen.“ Und dann fügte er hinzu: „Wenn der Ball reingeht, ist es ein Torwartfehler.“

Neuer freut sich auf Spektakel im WM-Halbfinale

Als Neuer anschließend im fließenden Englisch auch der internationalen Presse von seinen Heldentaten erzählt, skandieren im Hintergrund die Spaßvögel Thomas Müller und Lukas Podolski lautstark: „Welttorwart, Welttorwart“ - der Neuer aktuell bereits ist.

Nach dem Abpfiff war Bundestorwarttrainer Andreas Köpke auf Neuer zugestürmt und hatte ihm zu „seiner fantastischen Leistung“ gratuliert. Die Ersatztorhüter Roman Weidenfeller und Ron-Robert Zieler schlossen sich noch auf dem Platz an. „Stolz auf Leistung und Ergebnis. Hoffe, alle Fans sind jetzt auch positiv gestimmt“, schrieb Neuer kurz nach dem Spiel auf seiner Facebookseite.

Dass dem so ist, ist nicht zuletzt sein Verdienst. Nicht nur mit der spektakulären Rettungstat in der letzten Minute hatte der „Eiswürfel Neuer“, wie ihn Ex-Nationalspieler und ARD-Experte Mehmet Scholl taufte, die Franzosen zur Verzweiflung gebracht. „Mal sehen, was das im Halbfinale für ein Spektakel gibt“, sagte Neuer mit Blick auf das Superduell gegen Brasilien.

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Dann will Manuel Neuer wieder zeigen, dass er längst aus den Fußstapfen von Oliver „Titan“ Kahn getreten ist, der bei der WM 2002 Deutschland nahezu im Alleingang ins Finale gegen Brasilien (0: 2) geführt hatte. Damals wurde Kahn zum besten Keeper und besten Spieler des Turniers gewählt. Auf diese Ehre würde Neuer durchaus verzichten: „Ich hätte lieber den Pokal.“

sid

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