Merkel und Gauck in der Kabine

"Unglaubliches Gefühl!" So feiern unsere Helden

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Das Kabinenfoto mit Angela Merkel und Joachim Gauck.

Rio de Janeiro - Deutschland ist Weltmeister und bekommt den vierten Stern auf dem Trikot. Entsprechend euphorisch fallen die Reaktionen aus.

Weltmeister! Deutschland ist dank „Joker“ Mario Götze Weltmeister! 24 Jahre nach dem Triumph in der Nacht von Rom darf sich die deutsche Nationalmannschaft endlich den vierten Stern auf das Trikot nähen lassen. Mit einem mehr als verdienten 1:0 (0:0) nach Verlängerung, in der Götze in der 113. Minute traf, bestätigte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw im dramatischen Endspiel der WM 2014 in Brasilien ihre Ausnahmestellung im Weltfußball.

Pressestimmen und Live-Ticker

Update: Nach dem Sieg von Deutschland über Argentinien im WM-Finale können sie die internationalen Pressestimmen nachlesen. Alle Infos zum Tag nach dem WM-Sieg im WM-Ticker vom Montag.

Um 19.04 Uhr Ortszeit nahm Philipp Lahm als vierter deutscher Kapitän nach Fritz Walter, Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus die WM-Trophäe entgegen. Zuvor hatten sich die deutschen Spieler nach einem heroischen Kampf betrunken vor Glück und auch vor Erschöpfung auf dem Rasen gewälzt. Einige wie Andre Schürrle, Vorlagengeben zum Tor, holten ihre Partnerinnen auf das Feld und weinten vor Glück. Und durch das Stadion hallte plötzlich, aber treffend das Lied „Ein Hoch auf uns.“

„Unglaublich, was wir heute wieder geleistet haben. Wir haben uns in dem Turnier immer wieder gesteigert, sind unseren Weg gegangen. Und am Ende stehst du da als Weltmeister. Unglaubliches Gefühl“, sagte Lahm. Und der herausragende Manuel Neuer, als bester Torhüter des Turniers ausgezeichnet, ergänzte: „Es ist unglaublich. Es ist ein großartiges Erlebnis. Ganz Deutschland ist Weltmeister. Ich weiß nicht, wie lange wir feiern, aber wir werden jetzt immer mit einem Grinsen aufstehen.“

„Danke ganz Deutschland für die Unterstützung, die haben wir bis hierher gespürt“, sagte Bastian Schweinsteiger in der ARD. Und Lukas Podolski forderte die Fans seiner Lieblingsstadt zum Party-Marathon auf: „Grüße an Kölle! Nehmt Köln auseinander!“

Oben auf den Ehrenplätzen beklatschte Bundeskanzlerin Angela Merkel neben Bundespräsident Joachim Gauck voller Freude die Goldene Generation des deutschen Fußballs, tritt nach einem heroischen Kampf in eine Reihe mit den Legenden von 1954, 1974 und 1990. Löw steht nun auf einer Stufe mit Sepp Herberger, Helmut Schön und Franz Beckenbauer.

Götze, in der 88. Minute eingewechselt, schoss ganz Deutschland mit einem großartigen Treffer vor 74.738 Zuschauern im Maracana von Rio de Janeiro ins Glück. Der Münchner nahm den Ball nach einer Flanke von Schürrle mit der Brust an und verwandelte abgebrüht wie ein Torjäger.

Schweini weint Freudentränen: Jubel-Bilder

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Kabinen-Bild mit Merkel und Gauck

So voll ist es in der deutschen Umkleidekabine wohl selten: Zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck und natürlich dem WM-Pokal haben die neuen Weltmeister in der Nacht zum Sonntag ihren Erfolg gefeiert. Auf einem Twitterbild sind die Fußball-Nationalspieler ausgelassen und fröhlich, mit einigen Flaschen Bier und den Ehrengästen in der Kabine zu sehen. Alle tragen noch ihre Trikots, nur Manuel Neuer ist im T-Shirt und Mesut Özil oben ohne auf dem Bild zu sehen.

Der WM-Triumph der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat Bundespräsident Joachim Gauck tief bewegt. „Das war ein Nervenspiel, ich habe so gezittert und gebebt und mich gefragt: Wo ist die Mannschaft, die Brasilien mit 7:1 niedergemacht hat? Ich war die ganze Wochen so sicher, aber kurz vor Spielbeginn habe ich angefangen zu zittern. Gott sei dank hat es aber geklappt“, sagte das Staatsoberhaupt.

Weiter führte Gauck aus: „Ich war so emotional bewegt, und neben mir saß die Kanzerlin, der ging es genauso. Wir waren in dieser Woge der Emotionen drin. Das war ein wunderbares Turnier, das wir in dieser Begeisterung so nie wieder erleben werden. Ich denke in diesem Augenblick auch 1954, und jetzt bin 60 Jahre später hier - es ist unbeschrieblich.“

Gauck lobte besonders den Teamgeist im Kader von Bundesrainer Joachim Löw. „Wir haben Stars, aber wir haben eben auch eine Mannschaft - das kann nicht jeder. Deswegen Dank dieser wunderbaren Mannschaft.“

Reaktionen im Überblick

Miroslav Klose: „Das ist einfach überragend. Das war heute das Sahnehäubchen. Einfach Weltklasse. Es war immer mein Traum, einmal da oben zu stehen und runterzuschauen. Wahnsinn!“

Jérome Boateng: „Das ist unglaublich. Das Gefühl ist Freude pur. Das kann man nicht beschreiben. Ich glaube, ganz Deutschland ist stolz auf uns. Jetzt feiern wir, bis es nicht mehr geht. Heute dürfen alle auf meinen Schultern tanzen.“

Philipp Lahm: „Unglaublich, was wir heute wieder geleistet haben. Die 120 Minuten, die wir geackert haben als Mannschaft. Ob wir die besten Einzelspieler haben oder was auch immer, ist vollkommen egal, man muss die beste Mannschaft haben. Wir haben uns in dem Turnier immer wieder gesteigert, haben uns von irgendwelchen Störfeuer nicht irritieren lassen, sind unseren Weg gegangen. Und am Ende stehst du da als Weltmeister. Unglaubliches Gefühl. Die Mannschaft ist ruhig und geduldig geblieben, sie wusste, dass sie hinten raus mehr Körner hat.“

Manuel Neuer: „Es ist unglaublich. Es ist ein großartiges Erlebnis. Wir hatten alle einen unglaublichen Zusammenhalt schon seit der Vorbereitung, als wir ein paar Rückschläge hatten und Spieler wie die Benders oder Marco Reus verloren haben, die aber auch Weltmeister sind. Ganz Deutschland ist Weltmeister. Ich weiß nicht, wie lange wir feiern, aber wir werden jetzt immer mit einem Grinsen aufstehen.“

Mats Hummels: „Ich bin einer von denen, die sich erst einmal sammeln müssen. Ich kann noch nicht richtig feiern. Ich bin noch in einer anderen Welt gefangen und habe das alles nicht richtig registriert. Wir wussten, dass es ein ausgeglichenes Spiel wird. Wir hatten das Quäntchen Glück, aber damit haben wir natürlich kein Problem.“

Bastian Schweinsteiger: „So richtig realisieren kann man das noch nicht. Wir genießen einfach den Moment. Danke an ganz Deutschland für die Unterstützung. Heute wird überall gefeiert.“

Lukas Podolski: „Wir sind ein super Team. Jetzt haben wir das Ding, für das wir solange gearbeitet haben.“

Christoph Kramer: „An viel kann ich mich nicht erinnern, aber das ist jetzt egal.“

André Schürrle: „Ich kann das gar nicht begreifen. Als der Abpfiff kam, sind mir plötzlich die Tränen gekommen. Ich wusste gar nicht, was ich machen sollte. Der Pokal ist wunderschön. Jetzt glänzt er in meinen Armen. Wir werden keine Sekunde schlafen, bis zum Abflug feiern und dann mit den Fans eine riesige Feier abreißen.“

Wolfgang Niersbach (DFB-Präsident): „Es war ein Gefühl ähnlich wie 1990. Seit heute weiß ich, man kann dieses Glücksgefühl wiederholen. Ich bin stolz auf die Mannschaft und den Trainer. Sie haben acht Wochen lang auf diesen Sieg hingearbeitet, der Ansporn für die kommende Generation sein wird. Mehr geht für den DFB nicht. Wir haben den 4. Juli Bern, den 7. Juli München, den 8. Juli Rom und jetzt den 13. Juli Rio de Janeiro.“

Christian Seifert (Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga DFL): „Mein Glückwunsch an dieses Team und alle, die an diesem Erfolg mitgearbeitet haben! Das ist ein historischer Triumph, die Mannschaft steht damit auf einer Stufe mit den Weltmeistern von 1954, 1974 und 1990. Viermal in Folge mindestens im WM-Halbfinale und dabei nun als erste europäische Mannschaft Weltmeister auf dem amerikanischen Kontinent: Diese herausragende Entwicklung unterstreicht ebenso wie die Ergebnisse in der Champions League in den letzten Jahren, dass der Sieg von Rio kein Zufall ist. Die gemeinsamen Anstrengungen des deutschen Fußballs seit der Jahrtausendwende wurden mit dem Titel belohnt.“

Rainer Koch (DFB-Vizepräsident): „Das ist ein historischer Tag für ganz Fußball-Deutschland! Es ist ein Triumph des Teamgeistes, der taktischen Disziplin und der spielerischen Klasse. Joachim Löw und sein Team haben Geschichte geschrieben - mit dem ersten WM-Sieg einer europäischen Mannschaft in Südamerika, mit dem 7:1 im Halbfinale gegen Brasilien und mit dem neuen WM-Torrekord von Miroslav Klose. (...) Der WM-Titel ist ein Erfolg des gesamten deutschen Fußballs.

Silvia Neid (Bundestrainerin DFB-Frauen): „Das ist eine großartige Leistung, ich freue mich sehr für Jogi Löw und sein Trainerteam. Man hat immer gespürt, dass die Mannschaft unbedingt den Titel wollte. Es war beeindruckend zu sehen, wie das Team zu einer Einheit zusammengewachsen und mit welcher Willensstärke es aufgetreten ist. Die beste Mannschaft des Turniers ist Weltmeister geworden.“

Alfons Hörmann (Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes DOSB):  „Ganz Sportdeutschland ist voller Stolz und gratuliert dieser beeindruckend aufgetretenen Fußball-Nationalmannschaft zum vierten WM-Titel. Es war das erwartete Herzschlagfinale und das spannendste 0:0 nach 90 Minuten, das ich je erlebt habe.“

Michael Vesper (DOSB-Generaldirektor): „Die WM in Brasilien und der heutige Erfolg der Fußball-Nationalmannschaft haben unsere Vorfreude auf die Olympischen Spiele 2016 noch einmal erhöht. Die deutsche Mannschaft ist von den Einheimischen in beeindruckender Weise gefeiert worden, obwohl sie im Halbfinale das brasilianische Team besiegt hatte. Das Land war ein hervorragender WM-Gastgeber und wir können es kaum abwarten, in zwei Jahren nach Rio zurückzukehren und die Olympischen Spiele hier in der Stadt und hier in diesem Stadion zu erleben. Dann wird eine Deutsche Olympiamannschaft antreten, die hoffentlich ähnlich erfolgreich sein kann wie die deutsche Fußball-Nationalmannschaft.“

Alejandro Sabella (Trainer Argentinien): „Es war ein ausgeglichenes Spiel. Wir hatten sehr gute Chancen, waren aber nicht effektiv genug. Deutschland hat einen Tag mehr Zeit gehabt. Ich möchte meine Spieler beglückwünschen. Sie haben eine fantastische Weltmeisterschaft gespielt. Ich bin stolz. Sie haben sich für die Farben Argentiniens aufgeopfert. Natürlich sind wir sehr traurig, aber alle können in den Spiegel schauen. Glückwunsch an Deutschland.“

sid/dpa

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