WM-Finale

Kramer verletzt raus - Panne im brasilianischen TV

Spielte für Sami Khedira und musste dann verletzt raus: Christoph Kramer.
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Spielte für Sami Khedira und musste dann verletzt raus: Christoph Kramer.

Rio de Janeiro - Sami Khedira hatte sich nach einem Kreuzbandriss zurückgekämpft und fiel nun kurzfristig für das WM-Finale aus. Für ihn rückte ausgerechnet Christoph Kramer nach.

Die Schocknachricht direkt vor dem Anpfiff sorgte gleich für zwei nahezu unglaubliche Fußballer-Schicksale: Sami Khedira, der sich nach einem Kreuzbandriss innerhalb von nur acht Monaten zurück auf den Fußballplatz und vermeintlich bis ins WM-Finale gekämpft hatte, fiel wegen vergleichsweise banaler Wadenprobleme für das Endspiel gegen Argentinien aus.

Während dies sehr bitter war, wurde für den Mönchengladbacher Christoph Kramer ein Märchen wahr - auch wenn es nur 30 Minuten dauerte. Der 23-Jährige, der bis zum vergangenen Sommer noch in der zweiten Liga spielte, war von Bundestrainer Joachim Löw zunächst nicht in den 30-köpfigen vorläufigen Kader nominiert worden und stand nun urplötzlich beim achten deutschen WM-Finale in der Startelf im legendären Maracana - wo er mehrfach direkter Gegenspieler des viermaligen Weltfußballers Lionel Messi war. Kapitän Philipp Lahm, der in der Vorrunde noch im defensiven Mittelfeld gespielt hatte, beließ Löw auf der rechten Abwehrseite.

Allerdings verletzte sich Kramer bereits in der 16. Minute, als er mit dem Kopf gegen die Schulter des Argentiniers Ezequiel Garay prallte und kurz benommen liegen blieb. Kramer rappelte sich nochmal auf, Khedira lief sich sogar warm und versuchte es noch einmal, doch eine weitere Viertelstunde später ging nichts mehr bei Kramer.

Bei Kramer besteht nach seiner Auswechslung der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung. Dies teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Sonntag in der Halbzeitpause der Partie gegen Argentinien mit.

Löw wechselte Andre Schürrle ein, Toni Kroos ging zurück ins defensive Mittelfeld, Mesut Özil rückte für ihn auf seine geliebte Position zentral offensiv.

Khedira hatte sich nach einigen körperlichen Problemen zuletzt in immer stärkerer Form präsentiert. In dem 27-Jährigen von Real Madrid und Bastian Schweinsteiger schien Löw seine ideale „Doppel-Sechs“ gefunden zu haben. „Ich bin froh, dass beide wieder fit sind. Sie sind für uns enorm wichtig“, hatte der Bundestrainer vor dem Endspiel gesagt.

Khedira war sogar der erste gewesen, für den er seine eigene Marschroute, nur zu 100 Prozent fitte Spieler mitnehmen zu wollen, geändert hatte. Auf ihn wolle er warten bis zum letzten Moment hatte Löw stets beteuert. „Er ist mit seiner Persönlichkeit und Erfahrung unverzichtbar für die Mannschaft“, hatte der 54-Jährige gesagt.

Khediras Ziele waren klar: Das Endspiel in der Champions League mit Real Madrid bestreiten. Das klappte, und nach dem 4:1 nach Verlängerung gegen Stadtrivale Atletico darf er sich nun Champions-League-Sieger nennen. Der Traum vom WM-Finale wurde ihm kurzfristig genommen.

Das durfte dafür einer bestreiten, der vor wenigen Wochen noch nicht einmal damit gerechnet hatte, irgendwann in absehbarer Zeit Nationalspieler sein zu können. Das WM-Endspiel war erst das vierte Länderspiel für Kramer. Beim Länderspiel gegen Polen (0:0), als praktisch alle Stammspieler fehlten, empfahl er sich so mit Nachdruck, dass Löw ihn noch den vorläufigen Kader nachschob. Im Trainingslager in Südtirol überzeugte er ihn endgültig.

Im Achtelfinale gegen Algerien (2:1 n.V.) hatte Kramer ein WM-Debüt über elf Minuten gefeiert, gegen Frankreich im Viertelfinale (1:0) hatte er eine Minute spielen dürfen und schon nach diesen zwei Einsätzen von einem „Traum“ gesprochen. Das sei für ihn „weltklasse“.

Für den von Bayer Leverkusen an Gladbach ausgeliehenen Mittelfeldspieler sprach vor allem sein läuferisches Vermögen. „Über den Punkt, an dem es weh tut, kann ich einfach drüberlaufen“, sagte er. „Eine Maschine“ nannte ihn sein Vereinstrainer Lucien Favre, als „Marathonmann“ wurde er beim DFB vorgestellt. Für den früheren Bundestrainer Berti Vogts ist er „ein Typ wie Hacki Wimmer“.

Der spielte bei Gladbach, wurde 1974 Weltmeister, kam im Endspiel aber nicht zum Einsatz. Das hatte ihm Kramer voraus - wenn auch nur für 30 Minuten.

Panne im brasilianischen Fernsehen

Im brasilianischen Fernsehen wurde Kramer im Übrigen fälschlicherweise zunächst Borussia Dortmund zugeordnet. Erst nach zwei Minuten erfolgte die Korrektur...

sid/dpa

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