WM-Aus für Neuer?

Löws Hoffnungsträger gehen am Stock

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Manuel Neuer.

München - Lahm, Schweinsteiger, Klose, Neuer und noch einige andere: Wenn sich die Nationalmannschaft am Mittwoch zum WM-Trainingslager in Südtirol einfindet, lecken viele Stammkräfte ihre Wunden.

Die Sorgen wurden bei Joachim Löw in den vergangenen Tagen immer größer, doch am Montagnachmittag erreichte den Bundestrainer endlich eine positive Nachricht. Die WM-Teilnahme von Fußball-Nationaltorhüter Manuel Neuer und Kapitän Philipp Lahm ist trotz ihrer Verletzungen nicht in Gefahr. Das teilte der deutsche Rekordmeister Bayern München nach ausführlichen Untersuchungen in der Praxis von Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt mit.

Neuer zog sich demnach im DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund (2:0 n.V.) einen kleinen Einriss am Kapselapparat des rechten Schultereckgelenkes zu, Lahm laboriert an einem Bluterguss im Sprunggelenk nach einem Kapseleinriss. Beide werden am Mittwoch mit ins WM-Trainingslager im idyllischen St. Leonhard in Südtirol reisen. Lahm muss allerdings fünf bis sieben Tage pausieren, Neuer soll erst einmal täglich behandelt werden. Wann der 28-Jährige wieder ins Training einsteigen kann, ist noch offen. Die Schlinge, die Neuer nach seinem Praxisbesuch trug, diene ausschließlich zur Entlastung des Gelenkes, sagte Mediendirektor Markus Hörwick.

Trotz der erfreulichen Kunde aus München hat Löw noch genug Personalprobleme. Lahms Stellvertreter Bastian Schweinsteiger plagt sich mit einer Entzündung der Patellasehne herum und Torjäger Miroslav Klose sucht nach vielen Verletzungspausen seine Form. Kurz vor dem Start der WM-Vorbereitung gehen einige Hoffnungsträger der deutsche Fußball-Nationalmannschaft förmlich am Stock. In Südtirol ist zunächst mal die medizinische Abteilung des DFB-Teams gefordert, um die Spieler für die anstehende Vorbereitungs-Tortur bis zum 31. Mai fit zu bekommen. Muskuläre Probleme wie bei den Bayern-Profis Thomas Müller und Toni Kroos, die beim Pokalfinale gegen Dortmund mit Wadenkrämpfen zu kämpfen hatten, sind für die drei Ärzte und vier Physios noch das geringste Problem.

Und so ganz nebenbei soll noch Sami Khedira, der am kommenden Samstag mit Real Madrid das Champions-League-Finale in Lissabon gegen Stadtrivale Atletico bestreitet, nach seiner langen Verletzungspause und seiner verspäteten Anreise ab kommender Woche wieder WM-tauglich gemacht werden.

Deutschlands Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer beruhigt aber die Schwarzmaler: „Jogi Löw hat bis zur WM vier Wochen Zeit, die Spieler regenerieren zu lassen. Ich bin sicher, Fitness wird kein Problem sein in Brasilien“, so der 68-Jährige in der Bild. Lahm und Neuer hatten zudem dem Bundestrainer vor der ausführlichen Untersuchung am Montag Hoffnung gemacht. „Es hat sich ein bisschen was verschoben im Sprunggelenk. Die Kapseln haben vielleicht ein bisschen was abbekommen. Aber wir sind alle zuversichtlich“, sagte der 30-jährige Lahm, der am Samstag wegen einer Verletzung am Wadenbeinkopf mit schmerzverzerrtem Gesicht vorzeitig vom Platz gehumpelt war. Neuer verletzte sich gegen den BVB an der rechten Schulter, konnte bei der Siegerehrung den Pokal nur mit dem linken Arm stemmen.

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Schweinsteiger, ebenfalls einer von Löws Schlüsselspielern, konnte wegen einer Reizung der Patellasehne gar nicht erst auflaufen. „Ich habe mit Bastian und Dr. Müller-Wohlfahrt telefoniert. Beide waren sehr optimistisch, dass Bastian am Montag oder Dienstag schmerzfrei sein müsste und ab Mittwoch bei uns im Trainingslager vollumfänglich trainieren kann“, sagte Löw und gab damit zumindest bei Schweinsteiger Entwarnung. „Ich bin zuversichtlich, dass ich Mitte oder Ende der Woche wieder trainieren kann“, sagte der 29-Jährige selbst.

Ähnlich wie der 29-Jährige, Neuer und Lahm wird es auch DFB-Rekordtorjäger Klose in Südtirol langsam angehen lassen. Der 35 Jahre alte Italien-Legionär machte Löw angesichts des Stürmer-Notstands in der DFB-Auswahl aber ebenfalls Hoffnung. „Ich bin zwar nicht in absoluter Top-Form, um morgen eine WM spielen zu können. Aber es gibt keinen Grund zur Beunruhigung. Ich brauche die zehn Tage Vorbereitung sowie die zwei Testspiele, um in den Rhythmus zu kommen. Dann bin ich 100 Prozent fit und voll da“, sagte er der Welt am Sonntag.

sid

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