Wieder ein deutsches Endspiel

Italiener Nicola Rizzoli pfeift WM-Finale

Nicola Rizzoli wird das WM-Finale zwischen Deutschland und Argentinien leiten.
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Nicola Rizzoli wird das WM-Finale zwischen Deutschland und Argentinien leiten.

Rio de Janeiro - Nicola Rizzoli leitet das Endspiel der WM 2014 - und mit Deutschland hat er Erfahrung: als Schiedsrichter des „German Endspiel“ in der Champions League 2013.

Mit der Verständigung könnte er ein bisschen Probleme bekommen: Nicola Rizzoli, der am Sonntag das Endspiel zwischen Deutschland und Argentinien leitet (21 Uhr/ARD), spricht neben seiner Muttersprache Italienisch nur Englisch. Allerdings: Ein paar Brocken Deutsch kann er schon - und wenn er sie sich nur für sein bislang größtes Spiel angeeignet hat. Am 25. Mai 2013 pfiff Rizzoli das „German Endspiel“ in Wembley zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund (2:1). Am Sonntag wird alles noch eine Nummer größer.

„Das Finale im Maracana ist das Maximum, was man erträumen kann, wahnsinnig, wundervoll“, sagte Rizzoli am Freitag in einer Videobotschaft. Er werde „alles investieren, es ist ein unglaubliches Erlebnis.“ Ach ja, und „ich repräsentiere Italien“, erklärte der Architekt aus Bologna. Ein schwacher Trost für die Italiener, nachdem die Squadra Azzura in Brasilien bereits in der Vorrunde gescheitert war.

Unabhängig davon, dass Rizzoli damals in London wohl Dante hätte vom Platz stellen müssen, vielleicht auch noch Robert Lewandowski - für die deutsche Nationalmannschaft ist der Mann ein gutes Omen: Dreimal hat Rizzoli bereits ein Spiel einer DFB-Auswahl gepfiffen, dreimal gewann Deutschland: 6:1 in der WM-Qualifikation in Irland 2012, 3:1 gegen Bosnien-Herzegowina 2010 und 3:1 gegen Rumänien 2007 - letztere waren ganz normale Länderspiele.

Erster "Dreierpack" in der WM-Geschichte

Rizzoli hat aber nicht nur 2013 in Wembley den ein oder anderen Fehler gemacht - auch bei der WM unterlief ihm schon ein dicker Patzer. Er leitete das denkwürdige 5:1 der Niederländer gegen Spanien in der Vorrunde, dabei ahndete er eine Attacke auf den spanischen Torhüter Iker Casillas vor dem 3:1 nicht. Kurios: Es ist das dritte Mal bei der WM, dass Rizzoli auf die Argentinier trifft: Er pfiff sie schon in der Vorrunde gegen Nigeria (3:2) und im Viertelfinale gegen Belgien (1:0). So einen „Dreierpack“ hatte es in der WM-Geschichte zuvor nur zweimal gegeben.

Auf das Endspiel wird sich Rizzoli vielleicht noch ein bisschen besser vorbereiten als sonst, auch wenn er stets betont, dass er jedes Spiel seiner Karriere angeht, als sei es das Endspiel der Champions League - oder eben der WM. Das Wichtigste sei das „Einholen von Informationen“, sagt er, vor dem Endspiel 2013 zwischen München und Dortmund hat er sogar deutsche Kollegen kontaktiert. „Zum Glück“, ergänzt er, „gibt es aber heute das Internet, um die Mannschaften zu studieren.“

Für Rizzoli ist es der dritte Einsatz bei einem großen Finale: Vor dem deutschen Champions-League-Endspiel 2013 hatte er schon jenes in der Europa League zwischen Atletico Madrid und dem FC Fulham in Hamburg geleitet. Rizzoli pfeift bereits seit elf Jahren in der italienischen Serie A, seit 2007 steht er auf der Liste des Weltverbandes FIFA. Zuletzt war er zweimal Italiens Schiedsrichter des Jahres.

sid

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