Niederlande haut Spanien weg

Robben besiegt Trauma und van Gaal warnt Konkurrenz

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Louis van Gaal (r.), in der Bundesliga auch als "Feier-Biest" bekannt, feierte das 1:0 durch Robin van Persie ausgelassen. Am Ende hatten die Holländer sogar fünf Tore erzielt - und das gegen Weltmeister Spanien!

Salvador da Bahia - Arjen Robben und die Niederlande haben Weltmeister Spanien mit Traumtoren entzaubert. Nach dem 5:1 hat der Bayern-Star endlich sein Trauma von 2010 besiegt.

Als Arjen Robben sein Trauma besiegt hatte, wollte er die ganze Welt umarmen. Schon Minuten vor dem Schlusspfiff reckte der Bayern-Star immer wieder die Hände zum Himmel. „Für solche Momente spielt man Fußball“, sagte der 30-Jährige nach seinen beiden Traumtoren beim denkwürdigen 5:1 (1:1)-Triumph mit der niederländischen Nationalmannschaft gegen Weltmeister Spanien und verriet: „Da kriegt man Gänsehaut.“

1433 Tage nach dem verlorenen WM-Finale von Johannesburg läuft in Robbens Kopf endlich ein neuer Film ab. Diesmal landet der Ball nicht mehr am Fuß von Torhüter Iker Casillas wie noch 2010, sondern im Netz - gleich zweimal. Erst nach eleganter Ballannahme und einem Slalom durch die spanische Innenverteidigung (53.), dann nach einem unwiderstehlichem Sprint, mit dem krabbelnden Casillas am Boden (80. ).

„Es ging nicht um eine Revanche“, betonte Robben zwar, doch diesmal war er der Triumphator und Spaniens Welt- und Europameister Casillas derjenige, der die Niederlage auf seine Kappe nehmen musste. „Das war nicht mein bestes Spiel“, gab der Teilzeit-Keeper von Real Madrid zu: „Ich muss mich entschuldigen für das, was wir gespielt haben - ich im Besonderen.“

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Mit seiner Glanztat vor vier Jahren gegen Robben noch der große Held, war der 33-Jährige in Salvador da Bahia bei der höchsten spanischen WM-Pleite seit 1950 (1:6 gegen Gstgeber Brasilien) nur ein Schatten seiner selbst. Beim grandiosen Hechtkopfball von Robin van Persie machtlos (44.), beim entscheidenden 1:3 durch Stefan de Vrij regelwidrig im Fünfmeterraum attackiert (64.), leistete sich Casillas dann einen peinlichen Aussetzer: Nach einem Rückpass versprang ihm der Ball, van Persie traf zum zweiten Mal (72.) und versetzte dem entzauberten Weltmeister den Todesstoß.

Dass am Ende Sturmkollege van Persie als bester Spieler des Spektakels ausgezeichnet wurde, konnte Robben verschmerzen. „Heute war unser Tag“, sagte der Münchner. Sein kongenialer Partner hätte am liebsten noch ewig weitergespielt. „Am Ende hätten es auch sechs, sieben oder acht Tore werden können“, sagte van Persie: „Es war ein unglaublicher Abend für ganz Holland.“

Neben dem genialen Angriffsduo durfte sich auch Louis van Gaal als Matchwinner fühlen. Ausgerechnet das heftig kritisierte System des Bondscoaches mit fünf Verteidigern und nur zwei Spitzen bescherte dem Vizeweltmeister ein unvergessliches Offensiv-Feuerwerk. „Wie die Tore gefallen sind, habe ich erwartet“, behauptete der ehemalige Bayern-Trainer mit der gewohnten Prise Arroganz, „aber nicht, dass so viele fallen.“

Mit der neuen taktischen Ausrichtung, die der 62-Jährige erst seit fünf Wochen trainieren lässt, nahm Oranje dem spanischen Tiki-taka vor allem nach der Pause jegliche Effizienz. Ein unberechtigter Foulelfmeter von Xabi Alonso (27.) hatte die Nummer eins der Fußball-Welt in Führung gebracht, nach dem spektakulären Ausgleich fanden die alternden Weltmeister gegen die blitzschnellen Konter von Robben und Co. kein Rezept mehr.

„Das passiert, wenn man gegen unser Dreieck attackiert“, sagte van Gaal mit Blick auf sein Stürmerduo und Vorbereiter Wesley Sneijder. Dass die nächsten Gegner Australien und Chile den Niederländern nicht so viel Platz lassen werden, weiß natürlich auch van Gaal. Dennoch verkündete er: „Ich habe nicht den Hauch eines Zweifels, dass wir noch besser spielen können.“

Dafür, dass die Euphorie nach dem Traumstart nicht zu groß wird, sorgten die Hauptdarsteller selbst. „Wir haben erst drei Punkte“, mahnte van Persie. Und Robben ergänzte: „In den Niederlanden werden sie wohl alle auf dem Kopf stehen. Aber wenn wir mit unserem Kopf in den Wolken bleiben, können wir gleich nach Hause fahren.“

sid

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