Was er zu den Gerüchten sagt

tz-Interview: Herr Kroos, was läuft da mit Real?

Toni Kroos
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Nicht zu ­bremsen: Toni Kroos im ­Viertelfinale gegen den Franzosen ­Yohan Cabaye.

München - Toni Kroos macht bei der WM mit tollen Tor-Vorlagen auf sich Aufmerksam. Die Gerüchteküche brodelt: Verlässt Kroos zur neuen Saison den FC Bayern? Die tz hat ihn zum Interview getroffen und genau diese Frage gestellt.

Update: Der FC Bayern München hat den Wechsel von Toni Kroos nun offiziell bestätigt. Der Weltmeister spielt ab der kommenden Saison in Spanien. „Wir danken Toni Kroos für seine Zeit in München,“ erklärte Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, in einem Facebook-Post. 

tz-Interview mit Toni Kroos

Herr Kroos, Sie und Ihr Team gehen in die fünfte Woche in Brasilien. Kommt langsam ein Lagerkoller auf?

Kroos: Nein, weil wir wissen, wofür wir hier sind. Und untereinander verstehen wir uns alle gut, die Stimmung stimmt. Außerdem wissen wir, dass es jetzt in die Endphase geht – und zwischen Viertel- und Halbfinale ist schon mal gar nicht so viel Zeit!

Ist es gut, dass nur drei Tage zwischen den Spielen liegen?

Kroos: Von meinem aktuellen Gefühl her würde mir ein Tag mehr vielleicht guttun. Ich war schon sehr platt am Schluss gegen Frankreich. Aber bis zum Halbfinale wird das wieder.

Ihr Camp ist weitgehend abgeriegelt, die Nachrichten aus Deutschland schaffen es dennoch hinein. Bei Ihnen geht es hauptsächlich um Ihre Zukunft und einen anstehenden Transfer.

Kroos: Richtig, ich lese das auch. Es ist ja schwer, das nicht mitzubekommen. Aber ich habe gesagt, dass nichts perfekt ist. Die letzte Meldung ist so einfach nicht richtig. Ich möchte erst diese WM spielen, und wenn sie vorbei ist, wird es eine Entscheidung geben. Und die wird dann auch von mir oder sonst wem bekannt gegeben, nicht von einer Zeitung. Solange nichts perfekt ist, gibt es nichts zu reden. Die WM geht noch eine Woche, dann werden wir schlauer sein.

Kroos nimmt Özil in Schutz: "Er arbeitet für die Mannschaft"

Wenn eine Entscheidung ansteht, dann reden wir aber auf jeden Fall von Abschied, oder? Sonst müssten Sie sich ja nicht entscheiden.

Kroos: Es gibt ja auch die Entscheidung, beim FC Bayern zu bleiben.

Kann es auch eine Entscheidung sein, die erst ab 2015 in Kraft tritt?

Kroos: Es gibt eine Entscheidung, mehr kann ich nicht sagen (lacht).

Wie ist das Gefühl, auf dem Titel einer großen spanischen Zeitung zu stehen?

Kroos: Ich kann damit umgehen. Sonst lese ich ausländische Zeitungen ja nicht so regelmäßig, aber das konnte man nicht nicht mitbekommen. Aber das beeinflusst mich nicht – ich weiß ja selbst am besten, ob es bei mir was Neues gibt oder nicht.

Ihr Kollege Mesut Özil steht in deutschen Zeitungen sehr in der Kritik. Ist die berechtigt – und können Sie ihm aus dem Tief heraushelfen?

Kroos: Ich finde, man merkt, dass er sich absolut reinhängt. Er arbeitet für die Mannschaft. Der Mesut hat das gegen Frankreich über seine Seite gut gemacht und mitgeholfen, dass wir kompakt stehen. Ich sehe das nicht so dramatisch!

"Es ist natürlich schwer als Vater, so lange weg zu sein"

Was macht man im Camp, wenn mal kein Training ist?

Kroos: Ich ruhe mich aus, lege mich an den Pool. Ist ja meistens schönes Wetter, das ist ein großer Vorteil.

Wie sehr vermissen Sie Ihren Sohn, Ihre Freundin?

Kroos: Schon sehr. Der Kleine ist jetzt zehn Monate alt, da ist es natürlich schwer als Vater, so lange weg zu sein. Es waren ja auch schon knapp zwei Wochen Trainingslager in Südtirol, jetzt sind wir hier schon in der fünften Woche. Aber er wird sich freuen, wenn ich mit dem Pokal wiederkomme, und dann gibt es einen schönen Urlaub.

Gibt es Kontakt zu anderen Bayern-Kollegen? Dante oder Arjen Robben?

Kroos: Nein, überhaupt nicht. Es sind ja so viele Bayern hier bei uns in der deutschen Mannschaft, das reicht (lacht).

Wie schön wäre ein Finale gegen Holland und Arjen Robben in Rio?

Kroos: Ich hätte nichts dagegen, denn es hieße ja, dass wir ins Finale gekommen sind. Aber erst einmal haben wir ein Halbfinale, das schwer genug ist.

Alle Bayern-Gerüchte des Transfer-Sommers

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Interview: Michael Knippenkötter

Michael Knippenkötter

Michael Knippenkötter

E-Mail:michael.knippenkoetter@tz.de

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