Steilvorlage für RTL

TV-Rekord als "Sahnehäubchen" für ARD und ZDF

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34,65 Millionen sahen den Deutschland-Sieg.

Köln - Zum Abschluss gab es einen TV-Rekord. Die Fußball-WM in Brasilien hat aber nicht nur bei den Öffentlich-Rechtlichen Appetit auf Mehr gemacht. Auch RTL reibt man sich schon die Hände.

Für ARD und ZDF gab es bei der WM der TV-Rekorde noch ein „Sahnehäubchen“ obendrauf. 34,65 Millionen Zuschauer zitterten beim 1:0-Erfolg der Fußball-Nationalmannschaft im Finale gegen Argentinien mit. Nie zuvor saßen so viele Menschen hierzulande vor den TV-Geräten wie beim vierten deutschen WM-Triumph, dazu verfolgten noch zig Millionen Fans in der Republik die ARD-Übertragung bei Public Viewings. „Die Zuschauerakzeptanz hat einmal mehr die Vormachtstellung des Fußballs in Deutschland bestätigt“, sagte ZDF-Teamchef Dieter Gruschwitz dem SID.

Die 32 WM-Tage unter dem Zuckerhut zog die Republik in ihren Bann. Von Beginn an erzielten die Öffentlich-Rechtlichen Topwerte, egal ob am späten Nachmittag oder um Mitternacht. Der 4: 0-Traumstart der Löw-Truppe zum Auftakt gegen Portugal befeuerte die Begeisterung, die Quoten stiegen auf ein zuvor nie erreichtes Niveau.

Im Schnitt wurden die 57 Live-Übertragungen in ARD und ZDF von 11,65 Millionen Fans gesehen. Dies entsprach einem Marktanteil von 51,23 Prozent! Selbst die nicht gerade als Knüller zu bezeichnende Vorrundenpartie zwischen der Elfenbeinküste und Japan kam nachts um 3.00 Uhr auf 44,4 Prozent. Fußball als Betthupferl...

Doch nach der WM ist vor der EM/WM. Die nächsten Großereignisse winken, mit einem Weltmeister Deutschland: die EM in Frankreich mit erstmals 24 Mannschaften sowie die WM 2018 in Russland. Und da jubeln nicht nur die hohen Herren bei ARD und ZDF, die für die TV-Rechte an den 51 Spielen der EM-Endrunde im Nachbarland kolportierte 160 Millionen Euro Gebührengelder auf den Tisch legen mussten. Für Brasilien waren es rund 150 Millionen.

Gruschwitz hob gegenüber dem SID einen Nebeneffekt des Titelgewinns hervor: „Die deutsche Mannschaft ist als Teilnehmer am Confed Cup 2017 in Russland gesetzt, dadurch kommt dieser Veranstaltung aus deutscher Sicht eine besondere Bedeutung zu.“

Bei RTL reiben sich die Verantwortlichen nach dem deutschen Final-Triumph und der Steilvorlage von Lahm und Co. ebenfalls kräftig die Hände. Im Sommer 2013 hatten sich die Kölner für angeblich 100 Millionen Euro die Übertragungsrechte für die Qualifikationsspiele der DFB-Elf für die kommende EM und WM gesichert. Los geht es bereits am 7. September. Dann steht in Dortmund die erste EM-Partie in Dortmund gegen Schottland auf dem Programm.

„Wir verneigen uns vor dem Weltmeister und sind voller Vorfreude darauf, dass diese wunderbare Mannschaft bald auch bei RTL spielt. Der WM-Sieg und die Euphorie im ganzen Land sind die bestmögliche Vorlage für unser gemeinsames Fußball-Abenteuer ab September“, teilte RTL-Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann dem SID mit.

Der Privatsender, der zuletzt im Dezember 1993 deutsche Länderspiele übertragen hatte, darf sich auf gute Quoten freuen, denn der Fußball wird in Deutschland immer mehr zu einem Volksgut, das Groß und Klein, Mann und Frau sowie wildfremde Menschen auf den Fanmeilen zusammenführt.

ZDF-Mann Gruschwitz sagt: „Die Nationalmannschaft hat über einen Zeitraum von fünf Wochen Freude, Spaß und Stolz in ein Land gebracht, was kein anderer in dieser Form bewirken kann.“ Er glaube zudem, „dass der Fußball bei den deutschen Zuschauern in seiner Wahrnehmung globaler geworden ist.“

Die Tatsache, dass die flankierenden Angebote der Sender wie die WM-App von ARD und die Mediathek des ZDF immer stärker angenommen werden, und auch in den sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook bei der WM die Rekorde purzelten, unterstreichen diese Wahrnehmung.

sid

Bilder: Pressestimmen zum WM-Finale Deutschland - Argentinien

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