WM-Halbfinale Deutschland - Brasilien

Dante heiß auf Duell gegen Kollegen vom FC Bayern

Dante, Felipe Scolari
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Dante (r.) mit Brasilien-Coach Felipe Scolari.

Fortaleza - Als hätte der Fußball-Gott Drehbuch geschrieben: Ausgerechnet im WM-Halbfinale gegen Deutschland dürfte der Brasilianer Dante erstmals in der Startelf stehen. Auch auf Luiz Gustavo kommt es an.

Dante konnte sein breites Grinsen einfach nicht abstellen. Während ganz Brasilien das bittere WM-Aus von Superstar Neymar betrauerte, stellte sich der prächtig gelaunte Lockenkopf den Fragen der Journalisten und genoss sichtlich das Rampenlicht. Der bisherige Statist übernimmt nun auf der großen WM-Bühne eine Hauptrolle - und das ausgerechnet gegen seine Wahlheimat Deutschland.

„Das ist das Beste, was es gibt. Ich spiele zu Hause eine WM, und mein Leben und meine Karriere sind in Deutschland“, sagte der Bundesliga-Profi des deutschen Meisters Bayern München mit leuchtenden Augen: „Ich freue mich sehr und bin schon ein bisschen heiß.“

Dante könnte auf Thomas Müller treffen

Beim Duell am Dienstag (22 Uhr MESZ/ZDF) gegen die DFB-Auswahl in Belo Horizonte hat Dante Großes vor. Raus auf den Rasen, rein in die Zweikämpfe vor allem gegen Klubkollege Thomas Müller, ab ins Finale im Maracana. Bislang saß der 30-Jährige, der unter vielen Experten als einer der besten Innenverteidiger der Welt geschätzt wird, nur auf der Bank. Dagegen rebellierte er aber nicht. Zu stark waren die Auftritte der kompromisslosen und zudem torgefährlichen Konkurrenten Thiago Silva und David Luiz.

Da sich Thiago Silva aber im Viertelfinale gegen Kolumbien (2:1) eine unnötige Gelbe Karte einfing, ist der Kapitän gegen Deutschland gesperrt. Und plötzlich heißt es: Dante, übernehmen Sie! „Ich weiß noch nicht, was der Trainer entscheidet, aber ich stehe bereit“, sagte Dante und grinste dabei so breit, als ob ihm Luiz Felipe Scolari bereits eine Startgarantie ausgeschrieben hätte.

Dante: "Deutschland ist sehr, sehr gut drauf"

Sein Trainer wollte sich bei der Pressekonferenz am Montag zwar noch nicht festlegen, deutete einen Einsatz aber zumindest schon einmal an: „Er kennt natürlich gerade die Spieler von Bayern sehr gut und kann uns sicher sagen, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten.“ Sein Teamkollege Thiago Silva traut ihm den Job ohnehin zu. „Er hat die Fähigkeiten und die Energie, um in einem solchen Spiel zu bestehen“, sagte der 29-Jährige. Bundestrainer Joachim Löw meinte: „Dante wird wohl spielen, der macht gegen Deutschland sicher kein schlechtes Spiel. Ich bin mir sicher, dass die anderen Spieler jetzt noch enger usammenrücken. Brasilien spielt zu Hause, sie sind sicher weiter der Favorit.“

Bastian Schweinsteiger freut sich auf das Duell mit seinem Klubkollegen. Der DFB-Star rechnet aber nicht damit, dass Dante durch das tägliche Training im Duell mit Müller groß im Vorteil ist: „Er kennt unsere Stärken und Schwächen. Außer von Thomas Müller, da weiß man nie, was kommt.“

In den kommenden Tagen werde er seine deutschen Vereinskollegen via SMS sicher ein bisschen sticheln, verriet Dante. Sein Respekt vor dem Löw-Team ist aber groß. „Wir haben gesehen, dass Deutschland sehr, sehr gut drauf ist“, sagte der Double-Sieger: „Ihre größte Waffe ist, dass sie mit jeder Situation während eines Spiels zurechtkommen, auch wenn sie unter Druck geraten.“

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Das ist auch eine Stärke von Luiz Gustavo. Auch der Profi des VfL Wolfsburg wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in der brasilianischen Startelf stehen, nachdem er gegen Kolumbien gelbgesperrt zuschauen musste. „Das Besondere an dem Spiel ist nicht, dass es gegen Deutschland geht, sondern dass es ein WM-Halbfinale ist“, sagte Gustavo deutlich reservierter als sein Teamkollege Dante.

Genauso nüchtern und unspektakulär wie seine Aussagen ist auch das Spiel des Mittelfeld-Abräumers. „O homem invisivel“, der unsichtbare Mann, nannte die Sportzeitung Lance den Spieler kürzlich. Trainer Scolari aber schätzt das ungemein effektive Spiel seines „Sechsers“, er nennt Gustavo „einen meiner wichtigsten Spieler“.

Die bislang starken WM-Auftritte haben auch die europäischen Top-Klubs FC Barcelona und Real Madrid auf Gustavo aufmerksam gemacht. Vor allem Real soll ernsthaft überlegen, die festgeschriebene Ablöse von kolportierten 35 Millionen Euro für einen Transfer auszugeben.

sid

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