WM-Quali: Klinsi leitet Final Countdown ein

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Jürgen Klinsmann.

Miami - Jürgen Klinsmann macht Ernst. Nach fast zehn Monaten testen geht's für das US-Team nun um den Feinschliff für die WM-Qualifikation. Sein Vorhaben: Jeden Spieler Tag für Tag ein bisschen besser machen.

Von wegen Urlauberparadies Florida: Orlando mag mit Disney World, den Universal Studios oder auch zahlreichen Golf - und Angel-Resorts über viele Reize verfügen, doch Jürgen Klinsmann und seine US-Nationalspieler haben derzeit weder Zeit noch Blick für Pool, Palmen und Pluto. Der einstige Bundestrainer hat den Final Countdown bis zum Beginn der Weltmeisterschafts-Qualifikation am 8. Juni in Tampa gegen Antigua/Barbuda eingeläutet.

Seit dem 15. Mai wird in Orlando bei Temperaturen von bis zu 35 Grad zweimal täglich trainiert. „Wir haben erstmals unsere besten Spieler über einen längeren Zeitraum zusammen und somit die Chance, hart zu arbeiten“, sagt Klinsmann. Am Samstag testet sein Team in Jacksonville gegen Schottland, am 30. Mai gastiert Rekordweltmeister Brasilien in Landover/Maryland und am 3. Juni folgt in Toronto die Generalprobe gegen Kanada. „Wir haben uns seit vergangenem Sommer auf die WM-Quali vorbereitet. Und wir freuen uns riesig, dass es jetzt bald los geht“, so Klinsmann.

Seit seinem Amtsantritt am 1. August 2011 hat der einstige Stürmerstar 42 Spieler in zehn Partien getestet, viel probiert, experimentiert. Es gab dunkle Momente wie bei den 0:1-Heimniederlagen gegen Costa Rica und Ecuador und die historische Sternstunde Ende Februar mit dem erstmaligen Sieg einer US-Auswahl in Italien (1:0). Die Findungsphase neigt sich nun dem Ende entgegen. In der weltweit mit großem Interesse verfolgten Liaison USA/Klinsmann muss es allmählich passen. Amerika will sich zum siebten Mal nacheinander für eine WM qualifizieren - und gehört wie schon seit Jahren neben Mexiko als Favorit auf eines der drei direkten WM-Tickets des Kontinental-Verbandes CONCACAF.

Die Kontrahenten in der Halbfinal-Gruppe A - die Endrunde wird 2013 ausgespielt - sind mit Antigua/Barbuda, Guatemala und Jamaika eher Gegner der Marke Sparringspartner - doch derartige Gedanken kontert Klinsmann in gewohnter Manier. „Es ist egal, ob der Gegner Antigua oder Brasilien heißt, wir repräsentieren die Vereinigten Staaten von Amerika. Und das heißt, dass jeder Spieler mit 100 Prozent Hingabe und Einstellung auftritt.“ In Steve Cherundolo (Hannover), Alfredo Morales (Hertha BSC), Fabian Johnson, Danny Williams (beide Hoffenheim) und Jermaine Jones (Schalke) gehört ein Bundesliga-Quintett zum Kader. In Terrence Boyd hat Klinsmann sogar einen Regionalliga-Stürmer von Borussia Dortmund II berufen.

Klinsmann bezeichnet die jetzigen Profis als „Kern“. Dem Wahl-Kalifornier, zu dessen Trainer-Team unter anderem auch der österreichische Ex-Bundesliga-Profi Andreas Herzog gehört, ist nicht nur die Leistung auf dem Platz wichtig, sondern auch die Entwicklung des Spielers außerhalb der Arenen. Buddhas wie einst beim FC Bayern München hat Klinsmann zwar nicht aufgestellt, dennoch will er auch die US-Nationalspieler jeden Tag ein bisschen besser machen. „Wir geben ihnen jede Menge Empfehlungen und hoffen, dass sie diese annehmen.“

dpa

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