"Bescheiden und mit Bedacht"

Darum zog sich Götze nach dem WM-Sieg zurück

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Mario Götze schoss Deutschland zum vierten WM-Titel.

Berlin - WM-Siegtorschütze Mario Götze hat in einem Interview seine öffentliche Zurückhaltung nach dem Triumph in Brasilien begründet.

"Ganz ehrlich, ich musste diese Ereignisse auch mal persönlich sacken lassen", sagte der Fußball-Nationalspieler der „Bild“-Zeitung (Mittwoch). "Nachdem wir unser Ziel erreicht hatten, wollte ich diese Momente genießen."

Er habe die Momente genießen wollen, meinte der Profi des deutschen Rekordmeisters FC Bayern. „Außerdem wollte ich es vermeiden, in so einer Situation etwas zu sagen, wo man eventuell etwas zu euphorisch ist und einen raushaut, woran man ewig gemessen wird. Ich gehe lieber bescheiden und mit Bedacht an solche Dinge ran“, meinte der 22-jährige Götze, der bei der Fußball-Weltmeisterschaft Deutschland mit seinem Tor im Finale gegen Argentinien zum 1:0-Sieg und damit zum Titel geschossen hatte.

Der „Eintrag in die Geschichtsbücher“ müsse Götze „Auftrieb geben“, meinte „Kaiser“ Franz Beckenbauer bei FCB.tv. Es sei „aber auch Verpflichtung. Jeder schaut auf ihn.“

Götze flog am Mittwoch mit seinen Weltmeisterkollegen vom FC Bayern in die USA nach Portland zum Spiel des Rekordmeisters gegen ein Allstar-Team der Major League Soccer (MLS). Eine Sonderbehandlung erwartet Götze trotz des WM-Titels nicht. „Unser Trainer Pep Guardiola wird uns keinen WM-Bonus zukommen lassen, auch mir nicht, obwohl ich ein Tor im WM-Finale geschossen habe. Ich freue mich aber trotzdem riesig auf den Start der Vorbereitung und die neue Saison.“

Bei seinem Tor von Maracana hat Götze nach eigener Aussage „nicht viel nachgedacht. Ich könnte es jetzt beschreiben, aber erst nachdem ich es auch gesehen habe. Im Spiel geschieht das alles intuitiv.“

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Götze, der im Sommer 2013 von Borussia Dortmund zum FC Bayern gewechselt war, stellte fest: „Ich will nicht verschweigen, dass ich in der Vergangenheit ungute Erfahrungen mit einigen Journalisten gemacht habe. Dabei sind Grenzen überschritten worden. Ich finde es schon faszinierend, dass von mir immer und zu jeder Zeit absoluter Perfektionismus erwartet wird. Deshalb überlege ich inzwischen zweimal, was ich sage und wie ich mich verhalte. Gerade, wenn jede Wortmeldung tausendfach verbreitet und interpretiert wird.“

Jetzt freut sich der WM-Held schon „riesig auf den Start der Vorbereitung und die neue Saison“, wie er dem Blatt verriet.

dpa/tz/sid

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