Situation eskaliert

Ticket-Skandal: Match-Funktionär auf der Flucht

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Ray Whelan (l).

Rio - Dramatische Zuspitzung im Skandal um illegal verkaufte WM-Tickets: Nach Verhängung einer U-Haft ist Ray Whelan, leitender Angestellter beim FIFA-Ticketing-Vertragspartner, auf der Flucht.

Ray Whelan, leitender Angestellter beim FIFA-Ticketing-Vertragspartner Match Services AG, ist auf der Flucht. Dies wurde von der Staatsanwaltschaft am Donnerstagabend (Ortszeit) bestätigt. Als Polizeibeamte zur Festnahme im Copacabana Palaca eintrafen, verließ der Brite das Luxushotel in Rio de Janeiro durch den Hinterausgang. Kameras des internen Überwachungssystems hatten den Vorfall registriert.

Whelan sollte wie zehn weitere Verdächtige im Skandal umillegal verkaufter WM-Tickets in Untersuchungs-Haft. Richterin Joana Cortes von der 7. Zivilkammer in Rio sprach am Donnerstag auf Gesuch der Staatsanwaltschaft die Zwangsmaßnahme zur Sicherung des Verfahrens aus.

Whelan war wie ein zweiter Verdächtiger nach seinem Verhör am Dienstag auf Kaution wieder freigelassen worden. Gegen die übrigen Verhafteten, darunter Bandenkopf Lamine Fofana lief die verläufige Haftzeit am Donnerstag ab, wurde durch den Beschluss der Richterin aber jetzt verlängert. Lediglich Jose Massih, der bei den polizeilichen Ermittlungen als Kronzeuge wichtige Informationen beigetragen hatte, darf die weitere Untersuchung auf freiem Fuß verfolgen.

Der die Ermittlung leitende Kommissar Fabio Barucke vom 18. Polizeirevier in Rio de Janeiro hatte Staatsanwalt Marcos Kac am späten Mittwochabend Ortszeit seinen Bericht übergeben und aufgrund der Beweislage die Anklage aller Verdächtigen gefordert. Kac erwirkte umgehend die Untersuchungshaft und hat nun fünf Tage Zeit, um offiziell Anklage zu erheben.

Die „Operation Jules Rimet“ hatte am 1. Juli mit der Verhaftung von Banden-Kopf Lamine Fofana und zehn weiteren Personen den Schwarzmarkthändler-Ring auffliegen lassen. Die Gruppe soll Ticketpakete aus Hospitality- und VIP-Kontingenten für überhöhte Preise verkauft und Millionen dabei umgesetzt haben. Die Eintrittskarten stammen angeblich von Whelan, der im FIFA-Hotel Copacabana Palace in Rio Zugriff auf die Kontingente hatte.

sid

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