Ingolstadt kurz vorm Aufstieg

Dramatik pur im Keller der zweiten Bundesliga

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Robert Zulj (links) von Greuther Fürth kämpft mit Roberto Puncec von Union Berlin um den Ball.

München - Ingolstadt ist auf dem besten Weg, der 54. Bundesligist zu werden. Mit einem wichtigen Sieg schüttelte der Spitzenreiter die Verfolger ab. Die Kellerkinder siegen im Akkord - ein ehemaliger Erstligist rutscht immer weiter ab.

Der Bundesliga-Aufstieg des FC Ingolstadt wird allmählich zur Gewissheit. Neben dem umjubelten 3:2 (0:1)-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf in allerletzter Sekunde freute sich der Spitzenreiter auch über Punktverluste der Konkurrenz. In Überzahl verspielte Darmstadt 98 beim 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Heidenheim am Sonntag eine 1:0-Führung. Der Karlsruher SC musste sich am 29. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga beim SV Sandhausen mit einem 0:0 begnügen. An diesem Montag kann der 1. FC Kaiserslautern gegen RB Leipzig bis auf fünf Punkte an den FCI heranrücken.

Greuther Fürth steckt im Abstiegs-Schlamassel

Die SpVgg Greuther Fürth steckt nach dem 2:2 (0:1) gegen Union Berlin mehr denn je im Abstiegs-Schlamassel. Nachdem der VfR Aalen (2:1 gegen Eintracht Braunschweig), der TSV 1860 München (2:1 gegen den VfL Bochum) und der FC St. Pauli (1:0 gegen den 1. FC Nürnberg) im Tabellenkeller vorgelegt hatten, schlug Erzgebirge Aue zurück: Der Tabellen-17. gewann gegen den FSV Frankfurt mit 1:0 (0:0).

Ingolstadt feierte in der sechsten Minute der Nachspielzeit einen glorreichen Erfolg. „So werden wir unseren Traum erfüllen“, sagte Matchwinner Marvin Matip. Joel Pohjanpalo (33.) und Ihias Bebou (74.) hatten die Gäste, die nach Rot für Adam Bodzek über eine Stunde in Unterzahl spielten, zweimal in Führung gebracht. Mathew Leckie (86.) und Moritz Hartmann (65.) glichen aus - und dann schlug Matip zu.

Spannendes Duell zwischen Heidenheim und Darmstadt

Das Aufsteiger-Duell zwischen Darmstadt und Heidenheim lebte von der Spannung und nicht von Höhepunkten. Dominik Stroh-Engel verwandelte einen Foulelfmeter (64.) zur Darmstädter Führung. Nach Gelb-Rot für Philip Heise (67.) glich Heidenheim in Unterzahl durch den eingewechselten Florian Niederlechner (77.) noch aus.

Auch der KSC verlor in Sandhausen an Boden. „Wir sind den größten Teil des Spiels der Musik hinterhergelaufen“, sagte KSC-Torwart Dirk Orlishausen. Nur ein Sieg glückte zuletzt in vier Spielen.

Nach nur einem Treffer in sieben Partien machte Aues Rico Benatelli (59.) aus dem Erzgebirgsstadion ein Tollhaus. Wenige Sekunden war der Joker auf dem Platz, da netzte er nach einem Freistoß mit dem ersten Ballkontakt ein - Trainer Tomislav Stipic war völlig außer sich.

Fürths Misere geht weiter – diesmal ging es mit der Verletzung von Torhüter Wolfgang Hesl schon vor dem Anpfiff los. Vertreter Mark Flekken war beim 0:1 durch Berlins Maximilian Thiel (8.) machtlos und sah beim 1:2 durch Michael Parensen (79.) unglücklich aus. Sebastian Freis (50.) und Johannes Wurtz (89.) retteten den seit über zwei Monaten sieglosen Franken immerhin einen Punkt.

Das Tor von Stephan Hain in der allerletzten Aktion des Spiels löste bei 1860 München eine Explosion der Gefühle aus. „Das war nur der Anfang. Wir müssen nachlegen“, erklärte Hain. Michael Gregoritsch (16.) hatte Bochum nach vorne gebracht. Marius Wolf (56.) glich aus.

Auch Aalen bestand die Nervenprobe gegen Braunschweig. Die Tore von Collin Quaner (54. Minute) und Phil Ofosu-Ayeh (69.) drehten die Partie, nachdem Mirko Boland die Niedersachsen in Führung geschossen hatte. „Der große Befreiungsschlag war es nicht, den wird es auch nicht geben“, sagte VfR-Trainer Stefan Ruthenbeck.

Beim FC St. Pauli bleibt Lasse Sobiech der Mann für die wichtigen Tore. Beim 1:0 gegen den „Club“ erzielte der Abwehrspieler schon den dritten spielentscheidenden Treffer. „Das späte 1:0 gegen Nürnberg war wohl mein wichtigstes Tor“, sagte der Neun-Punkte-Mann.

dpa

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