Zweitliga-Prominenz im Keller hofft auf die Wende

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Stefan Effenberg muss bei Paderborn jetzt "liefern". Foto: Friso Gentsch

Erstliga-Absteiger Paderborn und die Traditionsclubs aus Duisburg, München und Düsseldorf wollen weg vom Tabellenende der 2. Liga. Mit frischem Personal und neuem Elan hoffen die Trainer auf die Wende.

Düsseldorf (dpa) - Turbulenzen, Eklats und Pleiten - damit soll bei der Prominenz im Keller der 2. Fußball-Bundesliga nun Schluss sein. Am Freitag beginnt nach sechswöchiger Winterpause die zweite Saisonhälfte mit dem 20. Spieltag: 

Dann wollen die Abstiegskandidaten Fortuna Düsseldorf, SC Paderborn und 1860 München endlich wieder nach oben. Bei dem Trio, das die Ränge 15, 16 und 17 belegt, lief vor der Pause sportlich herzlich wenig. Die Vereine reagierten mit Trainerwechseln: Marco Kurz in Düsseldorf, Benno Möhlmann und ganz besonders Stefan Effenberg in Paderborn müssen nun liefern. Dem "Tiger" sitzt nach nur zehn Punkten in neun Spielen und dem Skandal um Nick Proschwitz SCP-Patron Wilfried Finke im Nacken.

"Der Monat Februar ist entscheidend. Wenn der völlig in die Hose geht, muss man sich Gedanken über einen Reiterwechsel machen", sagte der Möbelunternehmer nach dem peinlichem Vorfall mit Proschwitz, der sich im Trainingslager in Belek entblößt hatte. Der wird zukünftig in Belgien spielen, mit dem von Effenberg neben Srdjan Lakic und Mahir Saglik suspendierten Daniel Brückner wurde ebenfalls der Vertrag aufgelöst.

"Ich bin dafür bekannt, dass ich vor der Verantwortung, gerade auch in Drucksituationen, nicht weglaufe", sagte "Effe". Die Wintertransfers Nicklas Helenius, Jakub Sylvestr (Sturm), Robin Krauße (Mittelfeld) und Tim Sebastian (Abwehr) sollen am Freitag in Sandhausen den ersten Effekt haben. "Auch im Sinne meiner Mannschaft stelle ich mich dieser Herausforderung", sagte Effenberg, der im Oktober 2015 Markus Gellhaus ablöste.

Beim Vorletzten 1860 wurde der bisher dürftige Saisonverlauf ebenfalls von erheblichen Nebengeräuschen begleitet. Wie eigentlich ständig seit seinem Einstieg 2011 sorgte der unberechenbare Investor Hasan Ismaik damit für Wirbel, dass er Gelder zurückhielt und mit einem Rückzug kokettierte. Sogar von Insolvenz war die Rede. Zumindest diese Gefahr scheint gebannt.

Dem neuen Trainer Möhlmann, Nachfolger von Retter Torsten Fröhling, gelangen zusammen mit dem neuen Manager Oliver Kreuzer bemerkenswerte Transfers. Die bundesligaerfahrenen Stürmer Sascha Mölders (Augsburg) und Maximilian Beister (Mainz) sowie der gestandene Zweitliga-Profi Goran Sukalo (Fürth) sind vergleichsweise klingende Namen. "Wir sind überzeugt davon, dass unser Kader mit den Neulöwen die Qualität hat, um die Klasse zu halten", meinte Kreuzer. Das müssen die Sechziger im Heimspiel gegen den Dritten 1. FC Nürnberg am Samstag gleich auf höchstem Niveau beweisen.

Vergleichsweise dröge war es bei Fortuna Düsseldorf. Die Entlassung von Frank Kramer, der Übergang mit Co-Trainer Peter Herrmann und die Verpflichtung von Marco Kurz verliefen in Zimmerlautstärke - wie auch die Suche nach einem neuen Vorstands-Chef. Mit den neuen Offensivkräften Nikola Djurdjic, Charalampos Mavrias und Justin Toshiki Kinjo soll am Samstag gegen den 1. FC Heidenheim ein Start nach Maß gelingen. "Da wollen wir die Zuschauer mitnehmen", sagte Kurz.

Kader Fortuna Düsseldorf

Kader SC Paderborn

Kader 1860 München

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