Großes tz-Interview

Alexandra Wenk über die Schwimm-WM und ihre Liebe zu München

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Schwimmerin Alexandra Wenk in Monaco bei einer Preisverleihung

München - Mit 13 stellte sie bereits einen Rekord nach dem anderen ein. Im tz-Interview zum Start der Schwimm-WM verrät uns Alexandra Wenk, was sie sich von ihrer zweiten WM-Teilnahme erhofft und warum sie München nicht den Rücken kehren will.

Update vom 1. August 2016: Alles, was Sie zur Olympischen Disziplin Schwimmen bei Rio 2016 wissen müssen, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Am Montag geht es für die deutschen Schwimmer nach Kazan, ins ferne Russland. Im türkischen Belek bereitete sich die 20-jährige Alexandra Wenk mit weiteren 30 Athleten des Deutschen Schwimm-Verbandes in der Türkei auf die Weltmeisterschaft vor. Am 2. August greift sie dann über ihre Paradedisziplin, den 100 Metern Schmetterling, an.  

Frau Wenk, schon als 13-Jährige wurden Sie zum ersten Mal Deutsche Jugendmeisterin. Ist es für Sie schwer, den Erwartungen als hochgelobtes Übertalent in der Erwachsenen-Liga gerecht zu werden?

Wenk: Da immer neue und noch schnellere Nachwuchstalente nachkommen, hat sich der Medienrummel um meine Person in letzter Zeit gelegt. Von mir wird jetzt aber natürlich ein größerer Sprung erwartet. Aber das ist leider nicht immer so einfach. Ich befinde mich nicht mehr auf einem Level, wo man mal so deutsche Meisterin wird. Jetzt geht es darum, in der Weltspitze mitzumischen. Und allein unter die schnellsten acht der Welt zu kommen, wäre ein riesiger Erfolg. Damit hätte ich auf jeden Fall meine Erwartungen erfüllt!

Vor drei Jahren konnten Sie bei den Olympischen Spielen in London schon internationale Luft schnuppern. Was erhoffen Sie sich von dieser WM? 

Wenk: Finale! Das ist mein Ziel. Das Wichtigste ist aber, mich zu verbessern und meine jetzige Bestzeit zu unterbieten. Das bedeutet, es ist noch Luft nach oben. Das ist entscheidend im Hinblick auf die Zukunft.

In Hinblick auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio?

Wenk: Definitiv. Für das Finale und für die Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2016 muss ich meine persönliche Bestzeit über 100 Meter Schmetterling noch einmal deutlich verbessern.

Verspüren Sie nie Druck, an Ihre Erfolgen der Jugend anknüpfen zu müssen?

Wenk:  Einen Druck von außen verspüre ich nicht. Druck mache ich mir höchstens selbst. Natürlich erwartet man gewisse Leistungen von mir, Trainer als auch Medien, aber letztendlich mache ich das hier alles für mich. Mir ist es wichtig, dass ich weiter vorwärts komme und ich mich stetig verbessere. Aber am wichtigsten ist mir, dass ich den Spaß am Schwimmen nie verliere!

Nach der WM geht es dann zurück in Ihre Heimatstadt München, wo Sie Wirtschaftspsychologie studieren. Aber warum München und nicht die USA, wofür sich viele Ihrer Schwimmkollegen entschieden haben?

Wenk im Trainingslager in der Türkei

Wenk: Ich bin einfach zu sehr an München gebunden, beziehungsweise an Zuhause. Ich bin ein sehr familiärer Mensch. Im Ausland hätte ich mich so schnell wie möglich an ein neues Training und ein komplett neues Umfeld gewöhnen müssen. Außerdem wohne ich noch zu Hause und von heute auf morgen auf mich alleine gestellt zu sein, hörte sich für mich nicht nach optimalen Bedingungen an. Natürlich hat es seine Vorteile, im Ausland zu trainieren.

Die wären?

Wenk: Eine gleichwertige Trainingspartnerin! Bei den SG Stadtwerken München trainieren zwar mittlerweile ein Marco Di Carli oder ein Florian Vogel. Aber es sind immer nur Männer, an die ich mich halten kann! Ich fahre oft nach Linz und trainiere dort mit Lisa Zaiser. Aber aus München weg will ich im Moment definitiv nicht. Hier habe ich mein Team, das ich bei Teamwettkämpfen tatkräftig unterstütze und die immer auf mich zählen können.

Was macht München denn zur Stadt Ihres Herzens?

Alexandra Wenk und Britta Steffen bei der Schwimm-WM 2013

Wenk: Meine Familie und Freunde! In meinen zwei freien Trainingswochen nach der WM werde ich ihnen viel Zeit widmen. Außerdem gehe ich wahnsinnig gerne Shoppen. München bietet da so einiges. Meine Lieblings-Shoppingmeile ist die Maximilianstraße. Und nichts geht über den Sommer in München! Den verbringe ich am liebsten ganz weit weg vom Chlorwasser am Eisbach im Englischen Garten. Aber auch der Hirschgarten zählt zu einem meiner absoluten Lieblingsplätze!

Zur Wiesn haben Sie dann aber nicht mehr frei? 

Wenk: Nein, aber den einen oder anderen Besuch werde ich ihr trotzdem abstatten. Für eine Münchnerin ist das doch ein Muss! Ich liebe die Wiesn. Am liebsten gehe ich ins Schottenhammel oder ins Hacker.

Haben Sie ein besonderes Ritual vor jedem Start? 

Wenk: Ich höre Gute-Laune-Musik. "Shake It Off" von Taylor Swift ist wohl mein am meisten gehörtes Lied vor dem Start.

Das Interview führte Melanie Paukner 

 

WM-Zeitplan

WM-Schauplätze in Kasan

 

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