Australian Open

Alle Deutschen raus: Görges verpasst Viertelfinale

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Julia Görges schied als letzte Deutsche bei den Australian Open aus. Foto: Made Nagi

Melbourne - Julia Görges hat das erste Grand-Slam-Viertelfinale ihrer Karriere klar verpasst. Die 26-Jährige aus Bad Oldesloe verlor im Achtelfinale der Australian Open gegen die russische Linkshänderin Jekaterina Makarowa nach nur 69 Minuten 3:6, 2:6.

Julia Görges hat das erste Grand-Slam-Viertelfinale ihrer Karriere klar verpasst. Die 26-Jährige aus Bad Oldesloe verlor am Sonntag im Achtelfinale der Australian Open gegen die russische Linkshänderin Jekaterina Makarowa nach nur 69 Minuten 3:6, 2:6. Damit schied die Weltranglisten-73. als letzte von anfangs insgesamt 17 deutschen Tennisprofis aus. „Ich habe heute mein schlechtestes Match im Turnier gespielt und zu viele Fehler gemacht“, sagte Görges.

Trotz der deutlichen Niederlage gegen die Nummer zehn der Welt zog die Schleswig-Holsteinerin ein positives Turnierfazit. „Ich bin stolz auf meine Leistung und froh, dass ich meine Chance genutzt habe. Das war definitiv der beste Start meiner Karriere in ein Jahr und gibt mir Mut und Zuversicht für die nächsten Monate“, sagte Görges.

Bei ihrem ersten Turnierauftritt in Auckland hatte sie das Viertelfinale erreicht und stand nun als einzige von anfangs neun deutschen Spielerinnen in der Runde der besten 16. „Ich glaube fest daran, dass der Tag kommen wird, an dem ich bei einem Grand Slam im Viertelfinale stehe“, betonte Görges selbstbewusst.

Nach ihren Siegen gegen die an Nummer 32 gesetzte Belinda Bencic und die beiden Tschechinnen Klara Koukalova und Lucie Hradecka hatte sie sich auch gegen die letztjährige US-Open-Halbfinalistin aus Moskau Chancen ausgerechnet. Doch die russische Nummer zwei hinter Maria Scharapowa spielte „zu solide und zu konstant und hat verdient gewonnen“, wie Görges einräumen musste. Die ersten beiden Spiele bis zum 0:2 verlor sie jeweils zu Null und geriet schnell mit 1:5 in Rückstand. Bei 2:5 wehrte sie noch einen Satzball von Makarowa ab und machte das Break zum 3:5, konnte dieses aber nicht halten und verlor nach 33 Minuten Durchgang eins, als eine Rückhand im Aus landete.

Auch im zweiten Satz fand Görges kein Mittel gegen ihre Gegnerin und musste sich nach 69 Minuten in der Margaret-Court-Arena geschlagen geben. Damit hat nach den US Open 2014 beim zweiten Grand Slam nacheinander kein deutscher Profi das Viertelfinale erreicht.

Bei den Herren war am Samstag Benjamin Becker in Runde drei ausgeschieden. Die Top-Spielerinnen Angelique Kerber, Andrea Petkovic und Sabine Lisicki scheiterten bereits in der ersten Runde. „Insgesamt ist das natürlich - abgesehen von Jule und Carina Witthöft - enttäuschend“, bilanzierte Bundestrainerin Barbara Rittner. Für Sonntagabend hatte sie ihren Rückflug gebucht und gibt am Mittwoch in Stuttgart das Aufgebot für die Fed-Cup-Erstrunden-Partie gegen Australien im Februar bekannt.

Richtig gut läuft es für die Williams-Schwestern: Erstmals seit Wimbledon 2010 sind die Geschwister im Viertelfinale eines der vier wichtigsten Turniere. Die fünfmalige Australian-Open-Gewinnerin und 18-malige Major-Siegerin Serena setzte sich gegen die Spanierin Garbine Muguruza 2:6, 6:3, 6:2 durch und trifft jetzt auf die Slowakin Dominika Cibulkova. Venus bezwang die an Nummer sechs gesetzte Polin Agnieszka Radwanska 6:3, 2:6, 6:1. Die 34-Jährige spielt nun gegen ihre 15 Jahre jüngere amerikanische Landsfrau Madison Keys.

Djokovic ohne Satzverlust weiter

Novak Djokovic ist ohne Satzverlust in das Viertelfinale eingezogen. Der Weltranglisten-Erste besiegte den Luxemburger Gilles Muller mit 6:4, 7:5, 7:5. Im Kampf um den Einzug in die Vorschlussrunde trifft der von Boris Becker trainierte Serbe beim ersten Grand-Slam-Tennisturnier der neuen Saison auf den an Nummer acht gesetzten Milos Raonic. Gegen den Kanadier hat Djokovic alle vier bisherigen Begegnungen gewonnen. Der viermalige Australian-Open-Champion aus Belgrad erreichte nach 2:08 Stunden sein 23. Grand-Slam-Viertelfinale in Serie.

Tennisstar Rafael Nadal hat seine Achtelfinal-Hürde bei den Australian Open locker gemeistert und ist nur noch drei Siege von seinem zweiten Melbourne-Titel nach 2009 entfernt. Der an Position drei gesetzte Spanier besiegte den 2,03 Meter großen Kevin Anderson (Südafrika/Nr. 14) mit 7:5, 6:1, 6:4.

„Gerade der erste Satz war eng. Ich hatte wirklich Glück, ihn gewonnen zu haben“, sagte Nadal und war zufrieden mit seiner Vorstellung.

Nach 2:06 Stunden verwandelte der 28-Jährige, dem in der Rod-Laver-Arena 33 direkte Gewinnschläge gelangen, seinen ersten Matchball. Der neunmalige French-Open-Rekordsieger trifft nun im Spiel um den Einzug ins Halbfinale am Dienstag auf Tomas Berdych.

Der Weltranglistensiebte aus Tschechien hatte sich beim 6:2, 7:6 (7:3), 6:2 gegen Lokalmatador Bernard Tomic (Australien) keine Blöße gegeben. Nadal ist allerdings ein Angstgegner von Berdych, der von 21 Duellen nur drei gewinnen konnte.

Dabei ist das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres seit jeher eigentlich kein ideales Pflaster für Linkshänder Nadal. Die Australian Open hat der 14-malige Grand-Slam-Champion als einziges Major-Tournament bislang nur einmal gewonnen.

Zudem hat Nadal gerade erst eine äußerst unbefriedigende Saison hinter sich. Dem neunten Coup in Paris standen 2014 erneute Blessuren, eine Blinddarm-Operation und lange Pausen gegenüber.

dpa/sid

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