"Ich hoffe, es gibt Champagner"

Petkovic führt Tennis-Damen in Fed-Cup-Halbfinale

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Die deutschen Spielerinnen (v.l) Julia Görges, Sabine Lisicki, Angelique Kerber und Andrea Petkovic freuen sich über den Einzug ins Halbfinale.

Stuttgart - Das war knapp! Die deutschen Tennis-Damen mussten gegen Australien lange zittern. Doch am Ende reichte es für den Einzug ins Fed-Cup-Halbfinale. Vor allem Andrea Petkovic trumpfte in Stuttgart groß auf.

Beim Freudentänzchen an der Grundlinie gab Andrea Petkovic den Takt an. Wer auch sonst? Von Müdigkeit nach ihren beiden Marathon-Matches beim 4:1-Sieg gegen Australien war jedenfalls keine Spur, Petkovic war in Feierlaune und kündigte die erste Tennis-Party des Jahres an. „Ich hoffe, es gibt Champagner“, rief sie nach dem Halbfinaleinzug der Fed-Cup-Frauen ins Publikum: „Bier wäre aber auch okay.“

Ein rauschendes Fest hatte sich das Team von Bundestrainerin Barbara Rittner in Stuttgart verdient, allen voran Petkovic, die kampf- und willensstarke Frontfrau der Vorjahresfinalistinnen. Die Weltranglistenzwölfte aus Darmstadt war ohne Saisonsieg zum Erstrundenduell mit Australien gereist und wuchs sowohl gegen Samantha Stosur, als auch gegen Jarmila Gajdosova über sich hinaus.

Dem Drei-Stunden-Thriller gegen Stosur (6:4, 3:6, 12:10) folgte am Sonntag der Krimi gegen Gajdosova (6:3, 3:6, 8:6). „Ich war komischerweise ein bisschen müde von gestern“, scherzte Petkovic: „Aber ich habe immer weiter gemacht, nur Punkt für Punkt gespielt.“

Petkovic und die DTB-Damen sind auf einer Mission: Im Halbfinale in Moskau gegen Russland (18./19. April) soll das zweite Endspiel nacheinander perfekt gemacht werden. „Wir wollen diesen Cup gewinnen, auch wenn es jetzt natürlich unglücklich ist, ein Auswärtsspiel zu haben“, sagte Matchwinner Petkovic.

Den Ruhm für den Erstrundensieg, bei dem Julia Görges und Sabine Lisicki zum Abschluss das unbedeutende Doppel gewannen, wollte sie allerdings nicht für sich alleine beanspruchen. „Ich bin so stolz auf Angie“, sagte sie. Auch Rittner bekräftigte: „Angie hat den Grundstein gelegt.“

Angie, so lautet der teaminterne Spitzname der etatmäßigen Nummer eins, Angelique Kerber. Die Kielerin war noch am Samstag nach ihrer Niederlage gegen Gajdosova (6:4, 2:6, 4:6) tief enttäuscht vom Platz geschlichen, rehabilitierte sich jedoch am Sonntag mit dem Triumph über Stosur (6:2, 6:4).

Die Erleichterung sprang ihr aus dem Gesicht, die introvertierte Spitzenspielerin sprudelte förmlich über vor Emotionen. „Ich habe heute gegen mich selbst und Sam gewonnen“, sagte die Weltranglistenzehnte überglücklich und bedankte sich bei Rittner für die bedingungslose Unterstützung. „Sie hat mir heute auf der Bank sehr geholfen. Ich war froh, dass sie mich wieder hat spielen lassen.“

Kerber sah den Erfolg gegen die frühere US-Open-Siegerin als Initialzündung für ihr Tennis-Jahr. „Ich glaube, der Knoten ist bei mir auch mit Blick auf die Saison geplatzt“, sagte sie: „Das Team hat mir den entscheidenden Push gegeben.“

Bereits vor dem Wochenende hatte Barbara Rittner den ersten gemeinsamen Auftritt nach dem verlorenen Finale von Prag als eine Art Teamtherapie nach den bitteren Pleiten von Australien gesehen. Einmal mehr bewies die 41-Jährige ihr Fingerspitzengefühl im Umgang mit ihren Schützlingen. Sie hätte Petkovic oder Kerber gegen die formstarke Görges auswechseln können, hielt jedoch an ihrem Einzel-Duo fest und löste somit die Verkrampfung.

Mit der geschlossenen Vorstellung berührte das Team auch Ulrich Klaus. Nach dem ersten Fed-Cup-Match in seiner neuen Funktion als Präsident des Deutschen Tennis-Bundes sagte Klaus: „Das Wochenende war total emotional. Da stehen einem die Tränen in den Augen.“

Der pensionierte Schulleiter ließ sich von Petkovic und Co. anstecken und genoss die Tennis-Party in Stuttgart in vollen Zügen. Für ihn ist die Sause bereits am Montag wieder vorbei, es warten schwierige Verhandlungen über den Nachfolger des entlassenen Davis-Cup-Teamchefs Carsten Arriens.

Scharapowa führt Russland ins Fed-Cup-Halbfinale - Italien raus

Maria Scharapowa hat die russischen Tennis-Damen ins Fed-Cup-Halbfinale gegen Deutschland geführt. Die Weltranglisten-Zweite gewann am Sonntag in Krakau das Spitzeneinzel gegen die polnische Nummer eins Agnieszka Radwanska mit 6:1, 7:5 und holte damit den entscheidenden dritten Punkt. Schon am Samstag hatte Scharapowa beim 6:0, 6:3 gegen Urszula Radwanska überzeugt. Swetlana Kusnezowa hatte Russland durch ein 4:6, 6:2, 2:6 gegen Agnieszka Radwanska in Führung gebracht. In der Vorschlussrunde treffen Scharapowa und Co. am 18./19. April in Moskau auf das Team von Bundestrainerin Barbara Rittner.

Ebenfalls im Halbfinale steht Frankreich. Die Französinnen machten in Italien einen 0:2-Rückstand nach dem ersten Tag wett und setzten sich mit 3:2 durch. Einen ersten Schritt zur Rückkehr in die acht Mannschaften umfassende Weltgruppe machten die USA. Die Amerikanerinnen gewannen in Argentinien. Für den entscheidenden dritten Punkt sorgte Venus Williams mit einem 6:1, 6:4 gegen Maria Irigoyen. Serena Williams wurde in Buenos Aires am zweiten Tag geschont.

sid/dpa

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