Trotz Halbfinal-Aus

Petkovic: "Glaube an mich ist enorm gewachsen"

Andrea Petkovic
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Andrea Petkovic zieht ein positives Fazit aus dem Halbfinal-Aus bei den French Open.

Paris - Andrea Petkovic reiste hocherhobenen Hauptes von den French Open ab. Ausgerechnet die vielen „Baustellen“ in ihrem Spiel machen Mut für die Zukunft.

Bevor Andrea Petkovic mit ihren Darmstädter Kumpels in die Pariser Nacht entschwand, hatte sie in Sachen Kreativität noch einmal ganze Arbeit leisten müssen. Nach ihrem Halbfinal-Aus bei den French Open ist die Hobby-Journalistin gefragt worden, wie sie als Autorin denn ihre ganz persönliche Erfolgsstory von Roland Garros 2014 beginnen würde.

Die schlagfertige Petkovic zögerte keine Sekunde mit ihrer Antwort. „Es wäre auf jeden Fall eine positive Geschichte. Eine, die erst der Anfang ist von etwas hoffentlich sehr, sehr Schönem“, meinte die 26-Jährige nach dem 2:6, 6:7 (4:7) gegen Simona Halep (Rumänien/Nr. 4).

Das ganz große Happy End nach all den verletzungsbedingten Rückschlägen steht also noch aus. Das Kapitel Paris war so etwas wie ein Mutmacher zu rechten Zeit für die Weltranglisten-27. „Mein Glaube an mich ist enorm gewachsen“, meinte sie, die mit ihren eigens angereisten Freunden („Das war die coolste Box ever“) den Erfolg in der französischen Metropole feiern wollte.

Der Erfolgshunger von Petkovic jedenfalls ist nach ihrer ersten Halbfinal-Teilnahme bei einem Grand-Slam-Turnier groß wie selten zuvor. Und es sind kurioserweise die „vielen Baustellen“ in ihrem Spiel, die der ehemaligen Nummer neun des Tennis-Universums als Antrieb für noch höhere Ziele dienen. „Ich habe noch so viele Dinge, die ich verbessern kann, und habe es trotzdem bis ins Halbfinale geschafft. Das macht mich irgendwie glücklich“, sagte Petkovic über ihre glänzenden Perspektiven: „Mir stehen als Spielerin noch fünf, sechs Jahre bevor, in denen ich mich immer weiter steigern kann.“

Eine kleine Belohnung für die tollen „Petko“-Tage am Bois de Boulogne gibt es aber schon jetzt: Ab Montag wird sie erstmals seit August 2012 wieder in den Top 20 (Nr. 20) des WTA-Rankings stehen. „Und ihr Weg ist noch nicht zu Ende. Es ist schön, Andy wieder so zu sehen. Der Erfolg von Paris wird ihr viel Selbstvertrauen geben“, sagte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner dem SID.

Vor allen Dingen am Aufschlag und an der Beinarbeit will die Hessin, die am Samstag im Vorfeld der Gerry Weber Open in Halle/Westfalen ein Mixed mit Michael Chang gegen Julia Görges/Ivan Lendl spielt, gemeinsam mit ihrem Coach Eric van Harpen noch arbeiten. Der 70-jährige Niederländer zieht anscheinend in Erwägung, seinem Schützling mit Taekwondo auf die Sprünge zu helfen.

Ihr Match gegen die neue Weltanglistendritte Halep, Gewinnerin des Nürnberger Versicherungscups 2013, diente Petkovic als Anschauungsunterricht der besonderen Art. „Es hat mir gezeigt, woran ich noch arbeiten muss“, erklärte die Fed-Cup-Finalistin. Andererseits habe sie gesehen, „dass ich jetzt schon mit einer Top-5-Spielerin mithalten kann - und manchmal sogar besser war. Ich bin dran.“

Die Professionalisierung ihres Umfelds scheint sich nun voll auszuzahlen. Neben dem erfahrenen Coach van Harpen reist in Petra Winzenhöller auch eine Physiotherapeutin und Ernährungsberaterin mit Petkovic zu den wichtigen Turnieren.

Vor Beginn der Saison hatte sie zudem einen sogenannten „functional movement test“ machen lassen, der die Mobilität der Gelenke testet. „Ich hatte katastrophale Werte, weil all meine Verletzungen auf der rechten Seite waren und sich Ausweichbewegungen und Schutzhaltungen eingeschlichen hatten“, berichtete Petkovic dem SID. Zwei Wochen lang arbeitete sie einzig daran, ihren Körper in die Balance zu bekommen.

Damals hatte sie auch über das Jahr 2014 gesprochen und das etwaige Erreichen eines Halbfinales bei einem Grand Slam als „kleines Wunder“ bezeichnet. Gut fünf Monate später soll das „kleine Wunder“ nur ein Erfolgskapitel auf dem Weg zum großen Happy End sein.

SID

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