Grand-Slam-Turnier in Wimbledon

Kerber überrollt Witthöft

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Angelique Kerber zählt in Wimbledon zum erweiterten Favoritenkreis.

London - Die deutsche Nummer eins feiert einen gelungenen Wimbledon-Auftakt. Die Mitfavoriten ließ ihrer Landsfrau keine Chance und verpasste ihr sogar die Höchststrafe.

Barbara Rittner kam aus dem Staunen kaum mehr heraus, dabei hatte die Bundestrainerin selbst ihre Nummer eins zur Mitfavoritin auf den Wimbledontitel ausgerufen. Was Angelique Kerber allerdings am zweiten Turniertag auf den Heiligen Rasen zauberte, verblüffte selbst die erfahrene Fed-Cup-Chefin.

„Angie spielt beeindruckend gut, sie hat Carina einfach überrollt“, sagte Rittner, nachdem Kerber ihre talentierte Landsfrau Witthöft in nur 45 Minuten mit 6:0, 6:0 bestraft hatte. Die Weltranglistenzehnte aus Kiel unterstrich im einseitigen Erstrundenmatch eindrucksvoll ihre Ambitionen beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt.

„Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg, alles ist gut derzeit“, sagte Kerber fröhlich. Erstmals seit acht Jahren verteilte sie wieder die Höchststrafe, auf die 20 Jahre junge Witthöft konnte sie dabei keine Rücksicht nehmen. „Sie hat gar nicht so schlecht gespielt, aber ich habe nur auf mich geschaut“, meinte Kerber: „Egal, wie es steht, ich spiele jeden Punkt für sich. `

Dieses Mantra hat ihr auch bei den Turniersiegen in diesem Jahr in Charleston, Stuttgart und Birmingham geholfen. Vor allem der letzte Erfolg auf dem englischen Rasen stärkte Kerbers Selbstvertrauen vor dem Saisonhöhepunkt. `Ich spiele hier sehr gut, das ist klar, aber ich versuche immer, noch etwas zu verbessern“, sagte die 27-Jährige.

In diesem Jahr ist es der zweite Aufschlag, „den spielt sie etwas mutiger“, meinte Rittner. „Daran habe ich ja auch lange gearbeitet“, sagte Kerber. Ansonsten passt ihr Spiel ohnehin perfekt auf Rasen, „ihre Balance ist unglaublich“, schwärmte Rittner: „Der Platz kaschiert ihre Schwächen und betont ihre Stärken. Wenn Angie den Kopf beieinander behält und gesund bleibt, gehört sie zumindest in ihrer Hälfte zu den Riesen-Favoritinnen.“

2012 hatte Kerber in Wimbledon das Halbfinale erreicht, im vergangenen Jahr war sie nach einem phantastischen Sieg über Superstar Maria Scharapowa erst im Viertelfinale ausgeschieden. „Dieses Match hätte auch ein Wimbledonfinale sein können“, sagte Rittner.

Bis dahin ist es jedoch ein langer Weg, sechs Matches liegen noch zwischen Kerber und dem Titel, den Steffi Graf vor 19 Jahren als letzte Deutsche gewann. In Runde zwei bekommt es Kerber mit Anastasia Pawljutschenkowa zu tun, die sie zuletzt im Fed-Cup-Halbfinale in Sotschi auf Sand locker geschlagen hatte. Die Russin wehrte beim 6:7 (3:7), 7:6 (7:4), 6:2 gegen Mona Barthel einen Matchball ab und fügte der Deutschen die achte Erstrundenpleite nacheinander zu.

So stark Kerber gegen Witthöft auftrumpfte, einzigartig ist ihre Leistung im All England Club längst nicht. Bereits am ersten Turniertag hatten Fed-Cup-Kollegin Andrea Petkovic und die fünfmalige Turniersiegerin Venus Williams ihren Gegnerinnen kein Spiel überlassen. Zuvor hatte es den sogenannten „Double Bagel“ in Wimbledon sechs Jahre nicht mehr gegeben.

sid

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