Am Montag geht's los

Kerbers fast perfekte Wimbledon-Vorbereitung

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Angelique Kerber.

London - Alles redet von Vorjahresfinalistin Sabine Lisicki und Andrea Petkovic, doch nach wie vor ist Angelique Kerber Deutschlands Nummer eins - natürlich auch in Wimbledon.

Angelique Kerber gefällt es unter dem Radar. Wenn in Wimbledon alles von Sabine Lisicki und ihrem Sommermärchen 2013 oder Andrea Petkovic und ihrer Rückkehr in die Weltspitze redet, stört es Kerber nicht einmal. Dabei ist die Kielerin schon seit zwei Jahren Deutschlands beste Tennisspielerin und hält sich konstant in den Top 10.

Es ist dem Tour-Kalender geschuldet, aber irgendwie passend, dass sich Kerber bis drei Tage vor ihrem Auftaktmatch in Wimbledon im beschaulichen Eastbourne auf den Saisonhöhepunkt vorbereitete. Zwei Stunden liegen zwischen dem Seebad am Ärmelkanal und dem hektischen Treiben der Millionenmetropole London. Kerber hatte es nicht eilig, aufzubrechen.

Bis zum Finale blieb die Linkshänderin beim WTA-Turnier in der Grafschaft East Sussex, knapp verpasste sie ihren vierten Titel auf der Profitour. Nach dem 3:6, 6:3, 5:7 gegen die junge Amerikanerin Madison Keys schien Kerber dennoch zufrieden mit sich und ihrer Tennis-Welt zu sein.

„Ich nehme die positiven Dinge mit nach Wimbledon“, sagte die 26-Jährige: „Ich hatte hier gute, enge Matches und fühle mich wohl auf Rasen.“ Niederlagen - aber auch Siege - führen bei Kerber nicht zu riesigen Gefühlsausschlägen, Dramen sind ihr fremd. Selbst nach ihren bitteren Niederlagen im Halbfinale der US Open 2011 und im Halbfinale von Wimbledon 2012 verließ sie erhobenen Hauptes den Platz.

Vor zwei Jahren stand Kerber im Londoner Stadtteil SW19 zum bislang letzten Mal unter den besten Vier eines Grand Slams. Auch damals hatte sie zuvor das Finale von Eastbourne erreicht und in Wimbledon Rasenspezialistin Sabine Lisicki bezwungen. „Ich gehe wieder mit viel Selbstvertrauen an den Start“, sagte Kerber am Samstag vor ihrer Abreise nach London, „ich fühle mich körperlich fit. Das ist das Wichtigste“.

Zum Auftakt wartet am Dienstag die Polin Urszula Radwanska, die Kerber „sehr gut“ kennt. Einmal waren beide aufeinandergetroffen, 2012 in Tokio, und Kerber hatte sich deutlich durchgesetzt.

Die Augen der Öffentlichkeit werden unterdessen auf Vorjahresfinalistin Lisicki gerichtet sein, die gegen Julia Glushko aus Israel auf den Center Court zurückkehrt. Oder auf Andrea Petkovic, die auf Katarzyna Piter aus Polen trifft, und jüngst im Halbfinale der French Open in Paris stand.

Kerber ist das recht, die Rolle als Frontfrau liegt ihr nicht. Zumindest nicht abseits der Courts. Auf dem Platz gehört Kerber dank ihrer Beinarbeit und der Stärke beim Return zu den Top-Spielerinnen der Tour. Die Paris-Pleite im Achtelfinale gegen Eugenie Bouchard aus Kanada ist längst abgehakt und aufgearbeitet.

Sollte Lisicki auch in ihrem geliebten Wimbledon ihrer Formschwäche zum Opfer fallen und Petkovic ihre Dauerfehde mit dem Heiligen Rasen fortsetzen, ist Kerber zur Stelle.

sid

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