Dreisatz-Sieg im Finale

Turniersieg: Kerber beißt sich in Kalifornien durch

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Verbissen zum vierten Titel 2015: Angelique Kerber gewinnt das Turnier in Stanford.

Stanford - Angelique Kerber lässt sich beim WTA-Turnier in Stanford auch von Muskelproblemen nicht stoppen. Der Lohn der Qual: Sie gewinnt in Kalifornien ihren vierten Titel der Saison.

Als Belohnung gab es für die große Kämpferin Angelique Kerber einen Grizzly-Bären aus Stoff. Mit der Trophäe der besonderen Art auf dem Arm feierte die deutsche Nummer eins ihren Turniersieg beim WTA-Turnier in Stanford/Kalifornien.

Es war bereits der vierte Titelgewinn von Kerber in dieser Saison. „Dieser Erfolg bedeutet mir sehr viel, es ist unglaublich“, sagte die 27-Jährige aus Kiel nach dem 6:3, 5:7, 6:4 gegen die Tschechin Karolina Pliskova (Nr. 4).

Zuvor hatte die letztjährige Stanford-Finalistin Kerber in der Universitätsstadt nahe San Francisco wieder einmal ihre großen Kämpferqualitäten unter Beweis gestellt. Geplagt von Muskelproblemen im rechten Oberschenkel quälte sich die Fed-Cup-Spielerin über weite Strecken der Partie und verbarg ihr Gesicht bei den Wechseln immer wieder unter einem Handtuch.

Kerber macht drei Plätze in der Weltrangliste gut

Mit Erfolg. Nach 2:07 Stunden verwandelte Kerber, die sich dank ihres insgesamt siebten WTA-Titels von Platz 14 auf Rang 11 der Weltrangliste verbessert, ihren zweiten Matchball. Die Entscheidung im dritten Satz fiel, als sie der 1,86 Meter großen Pliskova beim 5:4 den Aufschlag zum Matchgewinn abnahm.

Kerber, die ein Preisgeld in Höhe von 124.000 Dollar kassierte, unterliefen in der Begegnung mit 18 Breaks insgesamt nur 14 unbedrängte Fehler (27 Winner). Pliskova indes verbuchte genauso viele Unforced Errors wie Gewinnschläge - nämlich 52.

Die 27-jährige Kerber hatte nach einem schwachen Saisonstart in diesem Jahr bereits die Premier-Tournaments in Charleston, Stuttgart (beide Sand) und Birmingham (Rasen) gewonnen.

Souveräner Start von Kerber

Bereits in einem hochklassigen Viertelfinale gegen die an Position zwei gesetzte Polin Agnieszka Radwanska (4:6, 6:4, 6:4) hatte Publikumsliebling Kerber eine bärenstarke Vorstellung gezeigt.

Auch gegen Pliskova, die Kerber bereits im Endspiel von Birmingham geschlagen hatte, startete die Kielerin konsequent und zwang die Tschechin immer wieder zu Fehlern.

In Satz zwei drohte schon das vorzeitige Aus

Im zweiten Satz allerdings wendete sich das Blatt auf dem Centre Court. Kerber wurde immer defensiver und wirkte körperlich angeschlagen. „Ich kann nicht mehr“, sagte sie während einer Pause ihrem Coach Torben Beltz. Mit einem Doppelfehler ermöglichte Kerber der Weltranglistenelften Pliskova das Break zur 5:4-Führung.

Im entscheidenden Durchgang dann mobilisierte „Angie“ ihre letzten Kräfte und streckte nach dem Sieg die Faust in den blauen Sommerhimmel von Stanford. Als Belohnung gab es vom Veranstalter den Stoff-Grizzly.

sid

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