Sie steht im Finale der Australian Open

Angelique Kerber verrät ihre kühnsten Träume

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Angelique Kerber hat es geschafft.

Melbourne - Angelique Kerber hat es geschafft. Sie steht erstmals bei einem Grand Slam im Finale. Die Freude der Kielerin darüber ist riesig. Doch ganz zufrieden ist sie noch nicht. Im Endspiel will sie jetzt die große Favoritin Serena Williams ärgern.

Erstmals seit Anke Huber vor 20 Jahren steht in Angelique Kerber wieder eine deutsche Tennisspielerin im Finale der Australian Open. Die Kielerin will nun aber noch mehr.

Wie ist Ihre Gefühlslage, nachdem Sie zum ersten Mal bei einem Grand-Slam-Turnier das Finale erreicht haben?

Angelique Kerber: Ich weiß auch nicht, wie meine Gefühle gerade sind. Es ist alles gemischt. Ich bin einfach nur so glücklich, dass ich jetzt zum ersten Mal in meinem Leben in einem Endspiel eines Grand Slams stehe. Es war heute nicht einfach, ich wusste, dass ich nervös sein werde, weil ich die Favoritin war. Ich bin froh und stolz, dass ich es heute geschafft habe, mit diesen Erwartungen und dem Druck klarzukommen. Dass ich es geschafft habe, meine Nerven im Griff zu haben.

Ist damit für Sie ein Traum wahr geworden?

Kerber: Der Traum geht noch weiter. Aber klar, der halbe Traum ist auf jeden Fall in Erfüllung gegangen mit dem Erreichen eines Grand-Slam-Finals. Aber die Reise ist noch nicht zu Ende, die Reise geht noch weiter. Ich habe noch ein Match vor mir. In den zwei Wochen war alles dabei. Es waren zwei spezielle Wochen. Jetzt gegen Serena im Finale, besser hätte es nicht laufen können.

Viele Kinder spielen auf der Straße Fußball und spielen ein WM-Endspiel nach. Haben Sie als Kind auch einmal ein Finale bei einem Grand Slam nachgespielt und die Beste der Welt geschlagen?

Kerber: Solche Träume hat man natürlich, wie es ist, im Endspiel eines Grand Slams zu stehen. Wie es ist, so ein Spiel dann vielleicht sogar zu gewinnen. Jetzt ist es wahr geworden und ich werde versuchen, es so gut es geht zu genießen am Samstag. Aber ich werde auch versuchen, Serena zu zeigen, hier bin ich, ich will das Ding auch gewinnen. Aber ich werde es auch noch mehr genießen als alle Matches, die ich jemals gespielt habe.

Warum hat es gerade heute geklappt, dass Sie dem Druck standgehalten haben?

Kerber: Ich glaube, das kommt einfach mit der Zeit. Ich glaube, die Zeit ist einfach reif. Ich bin seit vier Jahren in den Top Ten, ich hatte schon so viele Auf und Abs, viele schwere Niederlagen, aber auch Highlights in meiner Karriere. Ich denke, dass die ganze harte Arbeit, das Immer-weiter-an-sich-Glauben, dass sich das jetzt einfach ausgezahlt hat.

Sind Sie vor der Saison auch ganz bewusst offensiver mit Ihren Zielen umgegangen?

Kerber: Ja, ich habe mir gesagt, ich habe mich vor nichts mehr zu verstecken. Ich bin seit vier Jahren in den Top Ten, jetzt wird es auch mal Zeit. Jetzt muss ich mal was machen. Vier Jahre in den Top Ten ist schön, aber jetzt muss auch nochmal was anderes kommen. Das habe ich dann auch ganz offen angesprochen und jetzt bin ich hier im Finale - mit Ansage.

Hat Steffi Graf sich schon gemeldet und gratuliert?

Kerber: Ja, ich habe eine Text-Nachricht von ihr bekommen. Das ist natürlich schön. Ich denke, sie hat meine Bitte auf dem Court im Fernsehen mitbekommen.

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