Insgesamt vier Spielerinnen in Runde 3

Australian Open: Kerber, Beck und Siegemund weiter

Angelique Kerber, Australian Open
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Angelique Kerber zog ungefährdet in die nächste Runde ein.

Melbourne - Drei Siege, drei Niederlagen: Die deutschen Tennis-Damen erlebten in Melbourne am Donnerstag Licht und Schatten. Insgesamt fällt die Bilanz mit vier Spielerinnen in der dritten Runde aber positiv aus.

Pflichtsieg für Spitzenspielerin Angelique Kerber, zwei Überraschungscoups von Annika Beck und Laura Siegemund: Die deutschen Tennisspielerinnen können mit ihrem Auftreten bei den Australian Open weiter zufrieden sein. Insgesamt stehen in Melbourne vier Vertreterinnen des Deutschen Tennis Bundes in der dritten Runde. Am Donnerstag folgten Kerber, Beck und Siegemund der deutschen Meisterin Anna-Lena Friedsam, die bereits am Mittwoch in die zweite Runde eingezogen war. Sabine Lisicki, Julia Görges und Tatjana Maria schieden dagegen in der zweiten Runde aus.

Siegemund überrascht

Zwei Tage nach ihrem Zittersieg gegen die Japanerin Misaki Doi gewann Kerber gegen Alexandra Dulgheru aus Rumänien klar mit 6:2, 6:4. „Heute lief einfach alles besser“, sagte sie nach ihrem klaren Erfolg erleichtert. „Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht.“ Nur im zweiten Satz leistete sich die deutsche Nummer eins einen kleinen Durchhänger, geriet aber zu keiner Zeit wirklich in Gefahr.

Am Tag zuvor hatte sich Kerber mit einem Buch an den Yarra River gesetzt, um ein wenig abzuschalten. „Ich brauche ab und zu einfach ein bisschen Zeit für mich“, sagte sie. Nun wartet die Amerikanerin Brengle, gegen die sie zuletzt in Brisbane klar in zwei Sätzen gewonnen hatte. „Sie ist gefährlich“, warnte Kerber, „aber am Ende kommt es nur auf mein Spiel an. Ich bin die Nummer sechs der Welt - und das will ich auch zeigen.“

Danach könnte es zu einem deutschen Duell mit Beck oder Siegemund kommen, die am Samstag aufeinandertreffen. Vor allem der Erfolg von Siegemund kam völlig überraschend. Die 27-Jährige rang die frühere Weltranglisten-Erste Jelena Jankovic aus Serbien mit 3:6, 7:6 (7:5), 6:4 nieder. „Der Sieg bedeutet die Welt für mich“, sagte Siegemund nach dem größten Erfolg ihrer Karriere. „Es war unglaublich, vor diesem Publikum zu spielen. Es hat so viel Spaß gemacht.“

Dabei hatte Siegemund, die als Zwölfjährige nach dem Gewinn des prestigeträchtigen Orange Bowls bereits als neue Steffi Graf gefeiert worden war, ihre Karriere eigentlich fast schon beendet. Studium und Trainerschein statt Profitennis hieß es für die Schwäbin. Doch dann überlegte es sich Siegemund doch noch einmal anders und wird nun für ihre Ausdauer belohnt. „Ich will die Welle weiterreiten“, sagte sie vor dem Duell mit ihrer Freundin Beck.

Die Bonnerin schaltete ebenso überraschend die an Nummer elf gesetzte Schweizerin Timea Bacsinszky mit 6:2, 6:3 aus. „Da wird es morgen am freien Tag sicher ein paar Witze geben“, sagte Beck vor dem Vergleich mit Siegemund.

Lisicki ist raus

Beendet ist das Turnier dagegen für Sabine Lisicki. Die Berlinerin verlor gegen Denisa Allertova aus Tschechien mit 3:6, 6:2, 4:6. Dabei war der ehemaligen Wimbledonfinalistin ihr Fitnessrückstand nach der Pause wegen einer Knieverletzung deutlich anzumerken. „Mir fehlen einfach noch die Matchpraxis und die Schläge aus dem Training.“

Zurück in Deutschland will sie daher einen weiteren Reha-Block einbauen, um ihre Defizite aufzuholen. Zudem hat sie sich für die nahe Zukunft etwas ganz Besonderes vorgenommen. In ihrem Garten in Köln will die ehemalige Wimbledon-Finalistin ihren eigenen Tennisplatz bauen und dafür rund 65 000 Euro investieren. „Damit ich dann spielen kann, wann ich will und so lange, wie ich möchte.“

Görges hielt gegen die Weltranglisten-Zwölfte Karolina Pliskova beim 6:7 (5:7), 1:6 nur einen Satz lang mit. Dennoch war sie nicht ganz unzufrieden. „Ich denke, dass ich nach dem Trainerwechsel auf dem richtigen Weg bin“, sagte die Fed-Cup-Spielerin. Ohne Chance war Tatjana Maria beim 4:6, 2:6 gegen die Russin Jekaterina Makarowa.

Emotionaler Höhepunkt des vierten Turniertages war der Abschied von Publikumsliebling Lleyton Hewitt. Der Australier verlor gegen David Ferrer aus Spanien klar in drei Sätzen und beendete danach unter den Ovationen der Fans seine Karriere.

dpa

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