Sieg über Sharapova im Finale

Australian Open: Williams holt die Nummer 19

+
Serena Williams gewinnt in Australian Open das Turnier und holt sich den 19. Grand Slam Titel.

Melbourne - In einem teils hochklassigen Finale hat sich Serena Williams den Australian-Open-Titel geschnappt. Mit ihrem 19. Grand-Slam-Erfolg greift sie nun Steffi Graf an.

Serena Williams hat sich auch von einer Virusinfektion nicht stoppen lassen und ist nach einem Sieg des Willens die Königin von Melbourne: Die topgesetzte Amerikanerin gewann das Finale der Australian Open in 1:50 Stunden mit 6:3, 7:6 (7:4) gegen Maria Scharapowa (Russland/Nr. 2) und holte sich ihren sechsten Happy-Slam-Titel.

„Ich kann nur Gott danken. Ich habe dafür gebetet, stark zu bleiben und das durchzustehen“, sagte Williams, die ihren dritten Matchball mit ihrem 18. Ass nutzte und danach wie ein Flummi über den himmelblauen Court hüpfte. Kurz darauf nahm sie den „Daphne Akhurst Memorial“-Pokal in Empfang.

Mit 33 Jahren und 127 Tagen ist Williams, die ein Preisgeld in Höhe von umgerechnet 2,1 Millionen Euro kassierte, die älteste Siegerin beim ersten Major des Jahres. Durch ihren 19. Grand-Slam-Coup kommt sie Rekordhalterin Steffi Graf, die in der Open Era 22 Major-Titel gewann, immer näher.

Auch Scharapowa zog den Hut vor Williams. „Serena ist die Beste und hat wieder einmal Geschichte geschrieben“, sagte die 27-Jährige: „Es ist immer eine Ehre gegen sie zu spielen, ich liebe es.“

Dabei waren die Voraussetzungen für die sichtlich angeschlagene Williams alles andere als gut gewesen. Die sechsmalige US-Open-Siegerin litt bereits seit Tagen unter einem Virus und einer Erkältung. Die nervöse Scharapowa, die seit 2004 und in zuletzt 15 Matches nicht mehr gegen ihre Erzrivalin gewinnen konnte, vermochte die Chance allerdings nicht zu nutzen.

Zunächst waren der leichten Favoritin Williams die gesundheitlichen Probleme vor 15.000 Zuschauern in der Rod-Laver-Arena nicht anzumerken. Gleich zu Beginn breakte die Weltranglistenerste die 1,88 Meter große Russin, die den Powerschlägen von Williams zu Beginn wenig entgegenzusetzen hatte.

Danach kam es zu einer zwölfminütigen Unterbrechung, da wegen des einsetzenden Regens das mobile Dach des Stadions geschlossen werden musste. Während French-Open-Gewinnerin Scharapowa auf ihrer Bank verharrte, verschwand ihre Erzrivalin in der Kabine.

Als Williams den Centre Court wieder betreten wollte, bekam sie einen Hustenanfall und kehrte zunächst zurück in die Katakomben. In den vergangenen Tagen hatte sich die Branchenführerin bereits vor einem TV-Studio im Bauch der Arena übergeben müssen.

Doch die fünfmalige Wimbledonsiegerin zeigte erneut ihren großen Kampfgeist, als sie im Anschluss sechs Punkte in Folge machte und nach einem weiteren Break mit 5:2 in Führung ging. Nach 47 Minuten verwandelte Williams gleich ihren ersten Satzball, zeigte erleichtert die Faust und blickte in die Box zu ihrem Coach Patrick Mouratoglou.

Auch in der Folge konnte sich die Rechtshänderin aus Florida in brenzligen Situationen stets auf ihren Aufschlag (17 Asse) verlassen. Im ominösen siebten Spiel des zweiten Durchgangs wehrte sie zwei Breakbälle von Scharapowa (27) ab.

Die bestverdienende Sportlerin der Welt, die in der zweiten Runde von Melbourne zwei Matchbälle abwehren musste, versuchte im Duell mit ihrer Angstgegnerin immer wieder, die Initiative zu übernehmen. Was ihr in Durchgang zwei auch immer besser gelang.

Im Tiebreak einer wenig spektakulären Partie behielt Williams dann kühlen Kopf und konnte ihr Glück nach dem verwandelten Matchball kaum fassen.

sid

auch interessant

Meistgelesen

Kerber im tz-Interview: "Ich wollte den Druck - jetzt habe ich ihn"
Kerber im tz-Interview: "Ich wollte den Druck - jetzt habe ich ihn"
Terror-Anschlag auf Olympia: Acht Verdächtige angeklagt
Terror-Anschlag auf Olympia: Acht Verdächtige angeklagt
Todesdrohungen gegen Quarterback Kaepernick nach Hymnen-Protest
Todesdrohungen gegen Quarterback Kaepernick nach Hymnen-Protest
Handball-Champions-League: So spielte der THW Kiel gegen Paris St. Germain
Handball-Champions-League: So spielte der THW Kiel gegen Paris St. Germain

Kommentare