Becker sieht Nadal als Favorit bei den French Open

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Boris Becker ist der Trainer des Weltranglisten-Ersten Nowak Djokovic. Foto: Christian Charisius

Vor dem nächsten großen Grand-Slam-Turnier sieht Novak Djokovics Trainer Boris Becker Vorjahressieger Rafael Nadal im Vorteil. An deutsche Sieger glaubt er in naher Zukunft nicht.

Hamburg (dpa) - Rund vier Wochen vor den French Open sieht Boris Becker Titelverteidiger Rafael Nadal als Topfavorit für Paris. Der Trainer des Tennis-Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic verwies in Hamburg darauf, dass der zuletzt schwächelnde Spanier das Turnier neunmal gewonnen hat.

Seinem in diesem Jahr bislang überragenden Schützling räumt Becker dennoch Chancen ein: "Sein Vorteil mir gegenüber ist, Novak konnte alle anderen großen Sandplatzturniere bereits gewinnen. (...) Vielleicht ist er 2015 auch ein paar Prozent stärker", sagte der inzwischen 47 Jahre alte Wimbledonsieger. Djokovic war Nadal im Vorjahr im Finale unterlegen. Die French Open sind das einzige der vier Grand-Slam-Turniere, das der Serbe noch nicht gewonnen hat.

Becker gewann in seiner Karriere als Spieler nie die French Open. Wie es bei Djokovic, der ein "Gewinner-Gen" habe, diesmal klappen soll, wollte Becker im Detail nicht sagen: "Wetter, Spielansetzung oder Auslosung: Es muss alles passen."

Zwischen ihm und Djokovic jedenfalls passe alles. "Ich kann ihm die richtigen Impulse geben. Ich weiß genau, wie es ihm eine Stunde vor dem Finale eines großen Turniers geht - mir ging es genauso schlecht", sagte Becker über die auch persönlich enge Zusammenarbeit mit dem 27-Jährigen, der in diesem Jahr bereits die Australian Open sowie die Masters-Turniere von Indian Wells, Miami und zuletzt Monte Carlo gewinnen konnte. "Ich könnte mir nicht vorstellen, bei einem besseren Angebot zu Murray oder Nadal zu gehen", betonte Becker.

Dass demnächst Deutsche wieder große Turniere gewinnen, glaubt er nicht. Angesprochen auf den neuen Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann sagte er: "Was ich gehört habe, sind die Spieler mit ihm zufrieden, doch die sind alle jenseits der 30." Die Spitze müsse sich also fragen, ob bei der Nachwuchsarbeit alle Hausaufgaben gemacht seien. Alexander Zverev habe etwa Potenzial, doch der sei erst 18 Jahre alt. Hinzu komme: "Die Deutschen waren erfolgsverwöhnt, und Tennis läuft hier nur noch wenig in den Medien."

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