Für Sommerspiele 2024 oder 2028

Berlin und Hamburg erklären Bereitschaft für Olympia

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Im Berliner Olympiastadion könnten 2024 oder 2028 die Leichtathletik-Wettkämpfe der olympischen Sommerspiele ausgetragen werden.

Hamburg/Berlin - Der Hamburger Senat hat grünes Licht für eine Olympia-Bewerbung der Hansestadt gegeben und seine Bereitschaft für einen möglichen Konkurrenzkampf mit Mitbewerber Berlin signalisiert. Auch dessen Senat hat sich für eine Bewerbung ausgesprochen.

Die Hamburger Regierung um den Ersten Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) einigte sich am Dienstag auf ein Bewerbungskonzept, Details wurden dabei noch nicht bekannt.

„Der Senat hat heute die Antworten auf die 13 Fragen des DOSB beschlossen“, sagte Sprecher Christoph Holstein, der Katalog werde 45 bis 50 Seiten umfassen und bis zum Fristende am 31. August verschickt werden: „Eine Arbeitsgruppe hat sich sehr intensiv und fleißig damit beschäftigt. Das hätte sie nicht gemacht, wenn sie nicht der Meinung wäre, den DOSB und das IOC überzeugen zu können.“

Laut einer Berechnung der Hamburger Handelskammer würde die Ausrichtung in der Hansestadt 6,5 Milliarden Euro kosten, von denen die Stadt jedoch nur eine Milliarde tragen müsste.

Hamburg hatte sich bereits um Olympia 2012 bemüht, das damalige Nationale Olympische Komitee (NOK) für Deutschland jedoch Leipzig ins Bewerber-Rennen geschickt. Das IOC vergab die Wettbewerbe schließlich im Jahr 2005 an London.

Wowereit plant eine enge Beteiligung der Bürger

Auch der Konkurrent aus der Hauptstadt hat sich für eine Olympiabewerbung ausgesprochen. „Der Senat hat beschlossen, die Fragen zu beantworten. Wir haben einen umfangreichen Katalog erstellt und werden diesen nun dem DOSB zukommen lassen“, sagte der noch amtierende Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit am Dienstag in Berlin.

Wowereit kündigte zudem eine enge Beteiligung der Bürger am Entscheidungsprozess an, an dessen Ende auch eine Befragung stehen soll. „Das ist eine große Chance für unsere Stadt. Ich würde es bedauern, wenn Politik mutlos wird, weil man Angst hat, bei Bürgerentscheiden nicht die gewünschte Abstimmung zu bekommen“, sagte Wowereit.

Obwohl beide Konzepte bei Pressekonferenzen offiziell erst am 1. September öffentlich präsentiert werden, sind einige Details der geplanten Bewerbungen schon durchgesickert. In Berlin soll neben dem Olympia-Park mit den Sportarten Leichtathletik, Fußball und Hockey das Sportforum Hohenschönhausen als zweites Zentrum genutzt werden. Segeln, Dressurreiten, Kanu oder Rudern sowie Fußball-Spiele sollen in den Ländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ausgetragen werden. Das Areal des Flughafens Tegel soll das olympische Dorf beherbergen.

Hamburg kündigt „hanseatische Bescheidenheit“ an und will auf Spiele der kurzen Wege setzen. Das Herz Olympias soll auf dem Kleinen Grasbrook mit Olympiastadion, Schwimm- und Turnhalle schlagen. In den Messehallen könnten Kampf- und Mannschaftssportarten stattfinden. 31 der 35 benötigten Wettkampfstätten seien vorhanden und müssten nur modernisiert werden.

Stimmungsbild in beiden Städten nicht klar erkennbar

Derzeit scheint ein möglicher Ausgang eines Bürgervotums sowohl in Berlin als auch in Hamburg nicht vorhersehbar. In der Hauptstadt hatte eine repräsentative Meinungsumfrage zuletzt eine knappe Mehrheit (52 Prozent) für Olympia ergeben. Beim Konkurrenten aus Hamburg äußerten zwar 73 Prozent der Befragten Gefallen an den Bewerbungsplänen, genauso viele Menschen meinten allerdings auch, die Ausrichtung koste die Stadt zu viel Geld. Die Gegner haben sich unter dem bekannten Motto „NOlympia“ bereits formiert.

Für eine mögliche Olympiabewerbung plant Berlin derzeit mit Kosten von 50 Millionen Euro, die Ausrichtung der Spiele soll zwei Milliarden Euro kosten.

Am kommenden Montag sollen die Pläne der Bewerber und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) veröffentlicht werden. Infrage kommen Bemühungen um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2024 oder 2028.

Im November 2015 müssen die Kandidaten für die Sommerspiele 2024 offiziell beim Internationalen Olympischen Kommitee (IOC) gemeldet werden. Im Juli 2017 soll dann die Entscheidung über den Ausrichter der Spiele 2024 fallen.

dpa/Sid

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