Kritik von Basketballern

Sport im TV: Biathlon boomt

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Trotz des Rücktritts von Superstar Magdalena Neuner bommt Biathlon im TV.

Mainz/Berlin - Das ZDF hat sich sehr zufrieden mit dem Zuschauerinteresse an den Wintersport-Übertragungen gezeigt. Dagegen kritisiert die Basketball Bundesliga die Programmpolitik.

Der Rücktritt von Superstar Magdalena Neuner hat der Biathlon-Begeisterung nicht geschadet. Die ZDF-Übertragungen im Winter 2012/2013 erreichten mit durchschnittlich 3,85 Millionen Zuschauern sogar einen höheren Wert als im Jahr zuvor (3,39 Millionen). Damit bleibt Biathlon in der Publikumsgunst weiterhin die Wintersportart Nummer eins, teilte der Mainzer Fernsehsender am Sonntag in seiner Wintersport-Bilanz mit.

Die meistgesehene ZDF-Übertragung der vorolympischen Saison war allerdings mit durchschnittlich 6,58 Millionen Zuschauern das Skispringen in Bischofshofen. Die ARD erreichte mit dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen eine fast identische Einschaltquote.

Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender haben seit vielen Jahren an den Winter-Wochenenden mehrstündige Sport-Übertragungen im Programm, zumeist sind es Live-Sendungen. Zwischen November 2012 und März 2013 verfolgten durchschnittlich 2,57 Millionen Zuschauer die ZDF-Übertragungen. Das ist nach eigenen Angaben der höchste Wert seit mehr als acht Jahren.

„Der Wintersport hat auch in dieser Saison nichts von seiner Faszination eingebüßt. Die Kombination von sportlicher Vielfalt und hoher Programmqualität sorgt für große Akzeptanz bei den Zuschauern“, erklärte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz.

Die Spitze der Basketball Bundesliga forderte dagegen mehr Sendezeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen abseits von Fußball und Wintersport. „Wir finden es nach wie vor einen Skandal, wie wenig nicht nur Basketball, sondern auch Handball, Eishockey und andere zuschauerstarke Sportarten vorkommen“, sagte Thomas Braumann, Präsident der AG BBL, am Sonntag in Berlin. „Wir verstehen überhaupt nicht, dass gerade im Winter einen ganzen Tag zur besten Sendezeit Rodeln gezeigt wird. Kein Mensch rodelt, höchstens mal auf dem Hausberg. Da sind dann 100 Zuschauer an der Bahn, aber man guckt sich zwei Stunden Rodeln an.“

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Die Sportarten aus der zweiten Reihe fühlten sich von den Öffentlich-Rechtlichen „ganz schlecht behandelt“, betonte er. „Leider haben wir nicht die Druckmittel, die der DFB und DFL haben.“ Braumann schlug vor, dass beispielsweise dritte Programme Livespiele aus der Bundesliga zeigen könnten. BBL-Geschäftsführer Jan Pommer erhob den Vorwurf, „dass man sich in der öffentlich-rechtlichen Sportlandschaft ohne Not an der Quote orientiert, obwohl man bei sachgerechten Überlegungen zu anderen Ergebnissen kommen müsste. Das finden wir verkehrt über den Basketball hinaus.“ Die Pokal-Endrunde war am Wochenende ausführlich beim Spartensender Sport1 zu sehen.

dpa

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