Nach Krankheitspause

Biedermann Meister über 400 Meter Freistil

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Paul Biedermann

Berlin - Dorothea Brandt sorgte mit ihrem deutschen Rekord schon am Morgen für den ersten Höhepunkt der deutschen Schwimm-Meisterschaften. Paul Biedermann zeigte eine starke Rückkehr und besiegte nebenbei einige Zweifel.

Nach seiner erfolgreichen Rückkehr ballte Paul Biedermann noch im Wasser die Siegerfaust. 21 Monate nach seinem letzten wichtigen Langbahnrennen ließ der Weltrekordler über 400 Meter Freistil keinen nationalen Konkurrenten vorbei und war erst einmal erleichtert. „Da war viel Arbeit dabei, viel Trainingsaufwand, auch oftmals Zweifel dabei, aber jetzt bin ich erstmal froh, dass ich die Zwischenetappe geschafft habe. Das bestätigt mich jetzt erstmal“, sagte Biedermann am Freitag nach seinem Sieg bei den deutschen Meisterschaften in Berlin.

Dorothea Brandt hatte zuvor „endlich“ den deutschen Rekord über 50 Meter Brust egalisiert. Auch Steffen Deibler mit seiner zweitschnellsten Zeit über 50 Meter Schmetterling überhaupt („Es hat sich sehr gut angefühlt“) und Brustschwimmer Hendrik Feldwehr präsentierten sich hoffnungsfroh. Die deutsche Schwimm-Elite brachte sich schon einmal in Stimmung für die Heim-EM in Berlin vom 13. bis 24. August.

Biedermann, der die Vorsaison nach Krankheit ausgelassen hatte, schwamm bis etwa 300 Meter nur mit der Konkurrenz mit. Dann aber gab er auf der vorletzten Bahn Gas und deklassierte seine Gegner. „Ich glaube schon, dass es noch ein bisschen schneller gegangen wäre“, sagte er mit einem Lächeln.

Zufrieden durfte auch Brandt sein. „Endlich, endlich dieser Rekord“, sagte die Essenerin am Vormittag. In 30,77 Sekunden schwamm sie über diese nicht-olympische Strecke genauso schnell wie Kerstin Vogel 2009 in der Ära der leistungsfördernden Hightech-Anzüge. Im Finale war Brandt dann 13 Hundertstelsekunden langsamer. „Natürlich wäre ich gerne schneller geschwommen als heute Morgen“, sagte die meist strahlende Brandt. Vor der EM sei diese Leistung „ein Schritt in die richtige Richtung“. Brandt ist nun Dritte der Weltjahresbestenliste und schaffte zudem auch über 50 Meter Schmetterling - nur sieben Hundertstelsekunden über dem deutschen Rekord - die erste Teil-Norm für den Saisonhöhepunkt im Sommer in Berlin.

Chefbundestrainer Henning Lambertz hatte ihr am Morgen den Tipp gegeben: „Sie muss einfach nur locker bleiben.“ Seinetwegen war Brandt von Berlin nach Essen gewechselt, doch dann wurde der damalige Stützpunkttrainer befördert.

Lambertz konnte sich im Tagesverlauf über 15 Normerfüller freuen. Die EM-Richtzeiten schafften neben Feldwehr (50 Meter Brust) auch Deibler in 23,23 Sekunden über 50 Meter Schmetterling. Im Sprint über 50 Meter schaffte es auch das Rücken-Quartett Nicolas Graesser, Carl Louis Schwarz, Christian Diener und Jan-Phlipp Glania. Über 400 Meter Freistil waren Meisterin Johanna Friedrich, Sarah Köhler und Jaana Ehmcke sowie neben Biedermann auch Clemens Rapp und Florian Vogel schneller als gefordert. Hingegen verpasste Titelträgerin Jenny Mensing (50 Meter Rücken) im Finale die EM-Norm.

Für das EM-Ticket müssen die Schwimmer vier Normen unterbieten: Im DM-Vorlauf ist eine Zeit nötig, die Platz 24 bei der WM 2013 entsprochen hätte. Im Finale ist WM-Platz 16 gefordert. Diese Leistungen müssen im Juli bei einem Überprüfungswettkampf in Essen bestätigt werden.

dpa

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