Breitenreiter gratuliert Hertha schon

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Paderborns Trainer André Breitenreiter konnte mit seinem Team nicht in Berlin gewinnen. Foto: Oliver Mehlis

Die Rettung ist nah: Der lange glücklose Valentin Stocker hat Hertha BSC beste Aussichten im Abstiegskampf beschert. Sein Trainer Pal Dardai steht vor seiner Beförderung zum dauerhaften Chefcoach. Bei Paderborns Trainer André Breitenreiter dagegen wachsen die Sorgen.

Berlin (dpa) - Die eigene Not wird immer größer. Aber der faire Sportsmann André Breitenreiter zögerte nach der erneuten Pleite seines SC Paderborn keine Sekunde, seinem Berliner Kollegen Pal Dardai schon zu dessen geglückter Rettungsmission zu gratulieren.

"Glückwunsch auch dazu, dass ihr mit diesem Sieg mit Sicherheit die Klasse gehalten habt", sagte der Paderborner Chefcoach zu Dardai. Der Ungar in Diensten von Hertha BSC wollte nach dem 2:0-Sieg seines Teams über schwache und wieder torlose Ostwestfalen zwar noch nichts davon wissen, dass der Klassenerhalt nach der 27. Runde in der Fußball-Bundesliga bereits besiegelt sei: "Dieser Meinung bin ich nicht." Doch mit 32 Punkten ist Hertha als Tabellen-Elfter ganz nah dran an einem Happy End in einer äußerst schwierigen Saison.

"Es ist das erste Mal, dass das Polster beruhigend wirkt. Aber wir dürfen uns nicht zurücklehnen", erklärte Torschütze Valentin Stocker. Mit seinem ersten Bundesliga-Treffer überhaupt hatte der Schweizer ein zähes Spiel in die von Hertha gewünschte Richtung gebracht. "Er war in den vergangenen Wochen schon ein ganz wichtiger Spieler für uns, der entscheidende Dinge initiiert. Es war ein Befreiungsschlag für ihn", sagte Hertha-Manager Preetz zum WM-Spieler Stocker, der im vergangenen Sommer für 3,5 Millionen Euro aus Basel gekommen war.

"Man merkt, dass er in Fahrt kommt. Der Ball ist ihm so vor die Füße gefallen, dass er ihn reinmachen konnte", bemerkte Kapitän Fabian Lustenberger zu Stockers Rolle. Als ein Freistoß-Knaller des agilen Marvin Plattenhardt von der Latte zurücksprang, war der Schweizer zur Stelle. "Dieses Glück hatte er bislang nicht", meinte Lustenberger. "Ich hatte einen schwierigen Start, bin aber nicht verzweifelt, weil ich wusste, dass auch wieder bessere Zeiten kommen", sagte Stocker.

U21-Nationalspieler Nico Schulz besiegelte vor 44 031 Fans im Olympiastadion mit seinem Tor den sechsten Heimerfolg der Berliner. Fünf Spiele nacheinander ohne Niederlage unter Jos-Luhukay-Nachfolger Dardai, sieben Punkte Vorsprung auf Abstiegs-Relegationsrang 16 und eine "zurückgewonnene defensive Stabilität" (Preetz) sorgen dafür, dass Hertha nun nicht mehr zu den heißen Abstiegskandidaten gehört.

Damit rückt auch Dardais Beförderung vom verantwortlichen Trainer auf Zeit zum dauerhaften Chefcoach immer näher. Manager Preetz verwies nochmals auf den vereinbarten Ablauf: "Arbeiten, Ziel erreichen, dann sprechen." Wenn auch rechnerisch alles klar ist, werde man sich zusammensetzen, ergänzte Preetz. Dardai selbst will sich trotz der guten Aussichten noch nicht damit beschäftigen. "Wenn wir es gut machen, kommt es sowieso", äußerte Herthas Rekordspieler, der zur Zeit noch einen unbefristeten Vertrag als Nachwuchscoach besitzt.

"Wir haben jetzt klare Vorgaben, stehen kompakt, jeder macht mit. Wie man sieht, klappt es gut mit dem Trainer", sagte Verteidiger John Anthony Brooks. Erst einmal steht ab Dienstag die Vorbereitung auf das Freitag-Spiel in Hannover auf der Agenda. "Wenn wir dann die nächsten drei Punkte haben, können wir uns andere Ziele setzen", sagte Dardai - etwa besseren Fußball zu spielen, mehr zu kombinieren.

Kollege Breitenreiter strich vor allem ein Problem heraus, das den anhaltenden Absturz des Aufsteigers erklärt, der mit 24 Punkten Vorletzter bleibt. Auch im neunten von zehn Rückrundenspielen brachte sein Team keinen eigenen Treffer zustande. "Wenn man keine Tore schließt, kann man keine Spiele gewinnen", sagte Paderborns Trainer: "Es tut mir weh für die Mannschaft, weil sie alles gibt."

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