2,45 Milliarden

Schon wieder Rekordumsatz: Bundesliga boomt weiter

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Christian Seifert verkündete die Rekordzahlen.

Frankfurt/Main - Fußball ist in Deutschland längst ein Riesengeschäft - und weiter ein Wachstumsmarkt. Fast 50 000 Menschen arbeiten für die Profiklubs, die zwar viele Steuern, aber auch hohe Gehälter bezahlen.

Die Fußball-Bundesliga boomt weiter. Noch vor dem WM-Erfolg von Brasilien hat die Liga in der Saison 2013/14 mit 2,45 Milliarden Euro zum zehnten Mal hintereinander einen Rekordumsatz geschrieben. „Wir sind das einzige Land in Europa, wo sich die Nationalmannschaft und die Liga parallel entwickeln“, sagte Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL), bei der Präsentation des „Bundesliga-Reports“ am Donnerstag in Frankfurt/Main voller Stolz. Er verspricht sich weitere Steigerungsraten.

Die Eliteklasse, in der 15 der 23 Profis aus Joachim Löws Erfolgsteam von Brasilien spielen, bleibt auf Wachstumskurs. „Nächstes Jahr werden wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstmals über die 2,5 Milliarden Umsatz kommen“, prophezeite Seifert.

Zulegen könne die Liga noch bei den Medienerlösen - wenn auch nicht im Free-TV, wie der 45-Jährige erklärte. Der bis 2017 geltende Fernsehvertrag ist insgesamt 2,5 Milliarden Euro schwer. Die Erlöse aus dem internationalen Markt steigen ab der kommenden Saison massiv an.

Dass der FC Bayern München seinen dritten Platz in der weltweiten Fußball-Geldliga behauptet hat, passt da ins Bild. Der deutsche Meister erzielte nach Angaben der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte in der Spielzeit 2013/14 einen Rekordumsatz von 487,5 Millionen Euro. Mehr Einnahmen verbuchten nur Champions-League-Sieger Real Madrid (549,5) und Manchester United (518).

Unter den 20 ersten Teams sind auch Borussia Dortmund und Schalke 04 - der DFL ist das aber zu wenig. „In Europa ist es faktisch unmöglich, einen Titel zu gewinnen, wann man da nicht unter den Top 20 liegt“, erklärte Seifert und sagte unumwunden: „Wir werden daran arbeiten müssen, dass es fünf oder sechs Vereine werden.“

Dass die englische Premier League mit ihren vielen Investoren und ihren meist höheren Gehältern einen Umsatz von deutlich über 3 Milliarden machte und damit die finanziell stärkste Liga der Welt ist ficht die DFL-Verantwortlichen nicht an. Die Bundesliga führt vor allem ihr seriöses Wirtschaften ins Feld, auch wenn in der abgelaufenen Runde fünf Clubs Rote Zahlen geschrieben haben. „Wir glauben, dass profitables Wirtschaften der richtige Weg ist“, sagte Seifert.

Gegenüber der Saison 2012/13 (2,17 Milliarden Euro) ist der Umsatz der 18 Vereine um 12,9 Prozent auf 2,45 Milliarden gestiegen. Über 48 000 Menschen beschäftigt der Profifußball hierzulande mittlerweile und zahlte in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 3,9 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben.

Bundesliga mit besten Ergebnis überhaupt

Die erste Liga schrieb mit 390,7 Millionen Euro zudem das beste Ebitda-Ergebnis (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ihrer Geschichte, wie die DFL vermeldete. Fünf Clubs - darunter die krisengeplagten Hamburger SV und Werder Bremen - haben allerdings insgesamt 34 Millionen Euro Verlust gemacht. Unterm Strich verbuchte die Liga ein Netto-Ergebnis von 38,8 Millionen.

Die Personalkostenquote ist zwar auf 36,8 Prozent gesunken, aber de facto verdienten die Profis besser als bisher - nämlich insgesamt 900 Millionen Euro, 53 Millionen mehr als in der Saison 2012/13. Die 2. Bundesliga schrieb mit 458 Millionen Euro (plus 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr) ebenfalls einen Umsatzrekord. „Das ist ein positiver Trend, der aber auch erforderlich war“, sagte Seifert zur Entwicklung im Unterhaus.

Dass der WM-Triumph im Juli nicht von ungefähr kam, zeigte der Blick auf die Investitionen in den Nachwuchsleistungszentren. Nach dem EM-Debakel 2004 hatten DFL und Deutscher Fußball-Bund die Vereine in die Pflicht genommen, für mehr Talentförderung zu sorgen. In der vergangenen Saison gaben die Clubs dafür über 120 Millionen Euro aus - seit 2002/03 satte 940 Millionen. Die Milliardengrenze wird in der nächsten Bilanz überschritten sein.

dpa

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