CHIO Aachen

Eckermann obenauf: Sieg am Tag nach dem Sturz

Katrin Eckermann auf "Carlson 46" bei CHIO Aachen.
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Katrin Eckermann auf "Carlson 46" beim CHIO Aachen.

Aachen - Von dem Sturz am Donnerstag hat sich Springreiterin Katrin Eckermann blitzschnell erholt: Einen Tag später trat sie beim CHIO Aachen wieder an - und gewann.

Was für ein rasantes Comeback! Nur 19 Stunden nach ihrem spektakulären Sturz beim CHIO in Aachen hat sich die Springreiterin Katrin Eckermann auf besonders eindrucksvolle Art zurückgemeldet. Die 24-Jährige aus Münster zeigte sich am Freitag trotz des Schrecks vom Vorabend nervenstark und ritt beim Preis von Nordrhein-Westfalen zum Sieg. „Das ist der Wahnsinn“, kommentierte die Siegerin: „Es war wohl Schicksal.“

„Ich bin volles Risiko geritten, wir sind hier schließlich in Aachen“, sagte die Siegerin, die am Vorabend vor 40 000 Zuschauern erstmals im deutschen CHIO-Team geritten und in der zweiten Runde mit Firth of Lorne am Wassergraben spektakulär gefallen war. „Meine Familie ist da und mein Freund, das hilft“, sagte die junge Reiterin, die sich im Stechen mit dem schnellsten fehlerfreien Ritt in 45,11 Sekunden durchsetzte.

Auf den Plätzen zwei und drei folgten im NRW-Preis der Brasilianer Alvaro de Miranda mit Nouvelle Europe (0/46,14) und der deutsche Meister Daniel Deußer mit First Class (0/47,44). Den bisher letzten deutschen Sieg im NRW-Preis hatte 2005 der jetzige Bundestrainer Otto Becker gefeiert.

Eckermann musste als Erste ins Stechen, und nach ihrem furiosen Ritt „war ich im Stall und habe gewartet, bis es vorbei war“, berichtete die junge Frau. Erst als der letzte Reiter in die entscheidende Runde einritt, „bin ich langsam nach vorne gekommen.“

Psychische Probleme? Oder gar Angst? „Nee“, sagte Eckermann etwas verlegen: „Es war, als wäre nichts gewesen. Es ist alles weg.“ Wäre das nicht so, „dann könnte man diesen Sport nicht machen“. Nur ein paar Stellen am Körper seien „ein bisschen angeschwollen“. Auch den Wassergraben, an dem das Unglück passiert war und der am Freitag zusätzlich mit einem Hindernis überbaut war, überwand die junge Frau im Sattel ihres Wallachs Carlson ohne Probleme.

Pferd Firth of Lorne hat Sturz überstanden

Und Firth of Lorne? „Pferde merken sich mehr als wir denken“, sagte Jan-Hein Swagemakers, der Tierarzt der deutschen Springreiter: „Aber dieses ist mutig genug.“ Und körperlich gehe es dem zehnjährigen Hengst auch gut. Am Freitagmorgen wurde Eckermanns Pferd aus dem Nationenpreis longiert. Am Sonntag will sie mit Firth of Lorne im Großen Preis starten. „Ich bin sicher, dass er am Wasser fehlerfrei sein wird“, sagte die Reiterin.

Nach dem enttäuschenden vierten Platz im Nationenpreis am Donnerstagabend gab es dank Eckermann im NRW-Preis den erhofften deutschen Sieg. Für die Gastgeber gewannen zuvor lediglich Denis Nielsen (Löningen) und Philipp Weishaupt (Riesenbeck) zwei kleinere Prüfungen. Das erste Springen am Freitag hatte Julien Epaillard aus Frankreich mit Pigmalion (0/62,57) vor Hans-Dieter Dreher aus Eimeldingen mit Quiwi Dream (0/63,14) für sich entschieden.

In der Vielseitigkeit haben die einheimischen Reiter im Einzel und in der Mannschaft die Führung übernommen. Nach der Dressur liegt das Team der Gastgeber mit 116,40 Strafpunkten vor Großbritannien (124,40) und Frankreich (126,40). In der Individualwertung führt nach der ersten von drei Teilprüfungen Sandra Auffarth aus Ganderkesee mit Opgun Louvo (33,80). Auf den Plätzen folgen Doppel-Olympiasieger Michael Jung (Horb) mit Sam (36,20) und der US-Amerikaner Clark Montgomery mit Loughan Glen (36,80). Die Entscheidung fällt am Samstag im Gelände.

dpa

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