Wende bei der Suche

Er soll neuer Handball-Nationaltrainer werden

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Dagur Sigurdsson.

Köln - Die Suche nach dem neuen Handball-Bundestrainer steht offenbar kurz vor dem Abschluss. Dagur Sigurdsson von den Füchsen Berlin soll laut Medien die Nachfolge von Martin Heuberger antreten.

Erst Ljubomir Vranjes, jetzt Dagur Sigurdsson: Bei der Suche nach einem neuen Handball-Bundestrainer gibt es offenbar eine Wende. Nach einem Bericht von Spiegel Online soll der Isländer Sigurdsson die Nachfolge des erfolgslosen Martin Heuberger antreten. Der Deutsche Handballbund (DHB) sei sich mit dem 41 Jahre alten Trainer der Füchse Berlin bereits einig.

Eine Bestätigung gab es am Freitag allerdings nicht. „Davon weiß ich nichts. Ich werde das auch nicht kommentieren. Der DHB soll in Ruhe einen Nachfolger suchen und finden. Jeder weiß, das ist kein Geheimnis, dass ich 2010 schon mal einer der Kandidaten war. Jetzt ist alles noch Spekulation. Ich bin mit meiner Mannschaft voll in der Saisonvorbereitung und darauf konzentriere ich mich“, sagte Sigurdsson der B.Z.

Auch DHB-Vizepräsident und Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning hielt sich mit klaren Aussagen zurück. „Es wurden schon viele Trainer durchs Dorf getrieben. Für uns gilt weiterhin: Gründlichkeit vor Schnelligkeit“, sagte Hanning dem SID. Er erklärte aber, dass bis zum Supercup zwischen Pokalsieger Berlin und Meister Kiel am 19. August in Stuttgart eine Entscheidung präsentiert werden soll. Wolfgang Gütschow, Manager von Sigurdsson, teilte auf SID-Anfrage lediglich mit: „Wir berichten etwas, wenn es etwas zu berichten gibt.“

Zuletzt galt der Schwede Vranjes von Champions-League-Sieger SG Flensburg-Handewitt als Favorit für den vakanten Posten. „Es ist wahr, dass es Gespräche mit mir und dem DHB gegeben hat. Ich bin anscheinend einer der drei noch übrigen Kandidaten“, sagte Vranjes, der aber gleichzeitig betonte, seinen bis 2017 laufenden Vertrag in Flensburg definitiv zu erfüllen.

Eine derart langfristige Doppelfunktion findet bei der Handball-Bundesliga aber keine Zustimmung. „Eine gewisse Übergangsfrist wird man in Kauf nehmen müssen. Langfristig aber ist eine Doppelfunktion keine Lösung. Für eine Doppelfunktion über zwei oder drei Jahre wird es keinen Konsens geben“, sagte HBL-Präsident Uwe Schwenker.

Sigurdssons Vertrag bei den Füchsen wurde im Sommer 2012 ebenfalls bis 2017 verlängert. Interessant dabei ist natürlich die Doppelfunktion von Hanning. Er versicherte zuletzt, dass es „keine Übergangslösung“ geben werde. Der neue starke Mann solle das Team nicht nur zur Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Katar, sondern auch zur Heim-WM 2019 und zu den Olympischen Spielen 2020 führen.

Der dritte Kandidat soll laut Spiegel Online der ehemalige Kieler Meistermacher Noka Serdarusic gewesen sein. „Es wird jemand sein, der schon bewiesen hat, dass er erfolgreich arbeiten kann“, sagte DHB-Präsident Bernhard Bauer zuletzt dem SID.

Das trifft auf Sigurdsson zu. Er hat zudem in Berlin auch immer wieder junge Spieler an das Bundesligateam herangeführt und weiterentwickelt. Seit 2009 ist der 215-malige Nationalspieler in der Hauptstadt tätig, dabei übte er anfangs auch eine Doppelfunktion aus. Von 2008 bis 2010 arbeitete er als österreichischer Nationaltrainer.

sid

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