Kerber ist gesetzt

Davis-Cup-Streit soll deutsche Damen nicht belasten

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Teamchef Carsten Arriens (r) zusammen mit Philipp Kohlschreiber. Der Teamchef musste mittlerweile seine Koffer packen.

Stuttgart - Die Finalniederlage von Prag ist abgehakt, die deutschen Tennis-Damen unternehmen einen weiteren Versuch im Fed Cup. Auch die neuerlichen Querelen bei den männlichen Kollegen sollen sie nicht vom Weg abbringen.

Auf dem Weg zu einer neuen Erfolgsstory im Fed Cup wollen sich die deutschen Tennis-Damen von den Querelen bei ihren männlichen Kollegen nicht ablenken lassen. „Das interessiert mich nicht, meine Gedanken richten sich allein auf meine Mannschaft“, sagte Teamchefin Barbara Rittner am Mittwoch in Stuttgart zur Suche des Deutschen Tennis Bundes (DTB) nach einem Nachfolger von Davis-Cup-Coach Carsten Arriens, von dem sich der Verband zu Beginn der Woche getrennt hatte.

Im Vorfeld der Erstrunden-Partie der deutschen Damen am Wochenende gegen Australien sind sie beim DTB bemüht, das Thema Davis Cup auszuklammern. Fragen zu dem Bereich wurden kategorisch abgebügelt. Doch natürlich wird in den kommenden Tagen die Frage nach dem Nachfolger von Arriens ein bestimmendes Thema sein, da können Rittners Schützlinge noch so stark auftrumpfen. Der Verband hat es wieder einmal geschafft, einen Nebenschauplatz zu eröffnen und das Sportliche in den Hintergrund zu stellen.

Dabei bietet der Start in die neue Mannschaftssaison genügend spannende Themen. Zum Beispiel, wer am Samstag neben der gesetzten Angelique Kerber im Einzel antreten wird. „In meinem Kopf ist eine Entscheidung bereits gereift, ich möchte sie aber noch nicht verkünden und noch die nächsten Tage und Trainingseinheiten abwarten“, sagte Rittner.

Im so erfolgreichen vergangenen Jahr, als Deutschland erst im Finale von den starken Tschechinnen um Wimbledonsiegerin Petra Kvitova gestoppt wurde, erhielt stets Andrea Petkovic den Vorzug. Die Darmstädterin holte in den beiden Partien in der Slowakei und in Australien jeweils den ersten Punkt. Doch in diesem Jahr ist die Darmstädterin noch ohne Sieg, schied in Brisbane, Sydney und bei den Australian Open jeweils in der ersten Runde aus.

Damit befand sie sich in Melbourne immerhin in guter Gesellschaft, denn auch Kerber und Sabine Lisicki scheiterten gleich zum Auftakt. Julia Görges spielte dagegen stark und erreichte als einzige Deutsche beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison das Achtelfinale. Die Schleswig-Holsteinerin ist deshalb eine ernsthafte Alternative zu Petkovic, auch wenn sie sich zuletzt eine fiebrige Erkältung eingefangen hatte. „Es geht wieder, ich werde am Wochenende fit sein“, versprach Görges.

Sollte sich Rittner dennoch gegen sie entscheiden, wird Görges das Team wieder von der Bank aus unterstützen und im Doppel bereit sein. „Es geht ums Team, nicht um mich“, sagte die 26-Jährige - und benannte damit den Hauptunterschied zu den männlichen Kollegen. Denn im Davis Cup ging es zuletzt überwiegend um persönliche Animositäten - egal, wie der Trainer hieß.

Den Australierinnen geht es vor allem darum, eine neuerliche Niederlage gegen Deutschland zu vermeiden. „Natürlich wollen wir Revanche“, sagte Teamchefin Alicia Molik. Im April des vergangenen Jahres hatte sich das deutsche Team in Brisbane mit 3:1 durchgesetzt. „Ich denke, wir sind dieses Mal besser vorbereitet“, sagte Molik, die im Einzel wohl auf Samantha Stosur und Jarmila Gajdosova setzen wird.

dpa

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