Day gewinnt erstes Golf-Major - Kaymer Zwölfter

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Der Australier Jason Day genießt seinen Triumph bei der PGA Championship. Foto: Tannen Maury

Auf diesen Tag musste Kämpfer Jason Day lange warten. Der australische Golfer gewann bei der PGA Championship endlich eines der vier Major-Turniere. Der Texaner Spieth übernahm nach Platz zwei die Führung in der Weltrangliste.

Whistling Straits (dpa) - Die 97. PGA Championship war sein Turnier: Von Weinkrämpfen geschüttelt stemmte Jason Day nach seinem lang ersehnten ersten Major-Triumph die begehrte Wanamaker Trophy in die Höhe.

"Ding dong die Hexe ist tot", twitterte der 27-jährige Golfer aus Australien, der so lange für einen Sieg bei einem der vier wichtigsten Turniere gekämpft hatte. Meist spielten ihm bei der Jagd nach seinem Lebenstraum die Nerven einen Streich - so wie bei der British Open im Juli, als er einen Putt zum Stechen vorbei schob. Auch da rollten die Tränen bei dem emotionalen Golfer, der am Sonntag in Whistling Straits/Wisconsin mit gerötetem Gesicht immer wieder Sohn Dash und seine hochschwangere Frau Ellie küsste.

Der Sohn eines Australiers und einer philippinischen Mutter setzte sich auf dem Par-72-Kurs mit einem Gesamtergebnis von 268 Schlägen vor dem Amerikaner Jordan Spieth (271) durch. Mit 20 Schlägen unter Platzstandard hatte vor ihm noch keiner ein Major gewonnen - nicht einmal sein Vorbild Tiger Woods. Martin Kaymer - 2010 an gleicher Stelle Champion - rutschte vom fünften noch auf den zwölften Platz.

Day kamen bereits vor seinem letzten Putt die Tränen. "Ich hatte nicht erwartet, dass ich weinen würde. Viele Emotionen kamen hoch, denn ich war so oft so knapp gescheitert", betonte er. Seit er zwölf Jahre alt war und sein Vater an Magenkrebs starb, arbeitete er an diesem Ziel. Seine Mutter verkaufte ihr Haus, um Jason die beste Unterstützung zu ermöglichen.

Einen großen Anteil an der Karriere hat Colin Swatton, sein 46 Jahre alter Caddie and Coach. "Er nahm mich unter seine Fittiche und gab mir eine Richtung, als ich mich mit zwölf lieber prügelte und betrank", sagte Day. "Er bedeutet mir alles." Mit dem Preisgeld von 1,8 Millionen Dollar (1,62 Millionen Euro) schraubte er allein seine Einnahmen auf der PGA-Tour auf 23,68 Millionen Dollar.

Besonders bitter war Days Scheitern bei der US Open im Juni: Geplagt von Schwindelanfällen torkelte er über den Platz, fiel sogar einmal hin und musste Jordan Spieth vorbeiziehen lassen. Zusammen mit dem fünf Jahre jüngeren Ausnahme-Golfer ging er nun gemeinsam auf die letzte Runde am Michigansee. Diesmal wackelte er nicht. "Ich konnte nichts mehr machen", meinte Spieth voller Anerkennung. Für ihn war der zweite Rang trotzdem fast wie ein Sieg, auch wenn er gern das dritte Major im Jahr 2015 gewonnen hätte. Er verdrängte Rory McIlroy von der Spitze der Weltrangliste. Der Nordire wurde nach seinem Bänderriss nur 17. und gratulierte Spieth umgehend.

"Es war ein unglaubliches Jahr, und es ist ein super Gefühl, die neue Nummer eins zu sein", freute sich der Texaner. Wie dominant er bei den vier wichtigsten Turnieren war, zeigt folgende Statistik: Insgesamt spielte der Masters- und US-Open-Champion bei den Majors 54 Schläge unter Par - auf Rang zwei folgt Day mit 35 Schlägen.

"Riesige Gratulation an @JDayGolf zu seinem ersten Major-Sieg. Sehr verdient", twitterte Kaymer, dessen Hoffnungen auf einen erneuten Triumph nach 2010 in Whistling Straits sich nach einem Doppel-Bogey auf der vierten Bahn früh zerschlugen. "Ich bin schon enttäuscht, der Anspruch war ein anderer", sagte der 30-Jährige aus Mettmann nach seinem zwölften Platz. Noch am Sonntagabend ging es weiter zum Turnier nach Greensboro/North Carolina, um die letzte Chance auf die 125 Plätze bei den US-Playoffs wahrzunehmen. Aktuell wird Kaymer nur auf Platz 149 geführt.

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