Lehrstunde für DBB-Team: Deutliche Pleite in Frankreich

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Der Franzose Florent Petrus (r) entkommt mit dem Ball der Attacke von Dennis Schröder. Foto: Patrick Hertzog/AFP

So hatten sich die deutschen Basketballer den EM-Härtetest nicht vorgestellt. Gegen Frankreich gab es am Freitag in Straßburg auch mit Nowitzki und Schröder eine herbe Niederlage.

Straßburg (dpa) - Auch mit den beiden NBA-Stars Dirk Nowitzki und Dennis Schröder haben die deutschen Basketballer eine Woche vor Beginn der Europameisterschaft eine Lehrstunde erhalten. Beim EM-Topfavoriten Frankreich verlor das deutsche Team in Straßburg klar mit 52:76 (19:50).

Das DBB-Team war dabei ohne jede Chance. Weder Nowitzki noch Schröder konnten das Debakel aus deutscher Sicht verhindern. Bester deutscher Werfer war Schröder mit 13 Punkten. Nowitzki kam nur auf magere vier Punkte. Bei den phasenweise wie entfesselt spielenden Franzosen erzielten Nicolas Batum und Tony Parker je 14 Zähler. Am 30. August hat die deutsche Mannschaft die Chance zur Wiedergutmachung. Dann treffen beide EM-Gastgeber in Köln erneut aufeinander.

"Defensiv war das absolut inakzeptabel", sagte Bundestrainer Chris Fleming. "Wir haben uns vorne gute Würfe erarbeitet, aber leider nicht getroffen. Dass wir schon zur Halbzeit keine Chance auf den Sieg mehr hatten lag aber allein an unserer schwachen Defensivarbeit. Da hat sich keiner dagegen gestemmt", kritisierte Fleming.

Die DBB-Auswahl ließ gegen den Titelverteidiger vor allem in der ersten Halbzeit so gut wie alles vermissen. Im Zusammenspiel hakte es acht Tage vor dem Auftakt gegen Island in Berlin noch gewaltig, in der Defensive hatten die Gäste den robusten Franzosen nichts entgegenzusetzen. Parker, der vor der Partie als Spieler des Jahres in Europa ausgezeichnet worden war, und der Rest des mit sechs NBA-Stars gespickten Frankreich-Equipe konnten praktisch wie im Training agieren.

Dabei hatte die deutsche Mannschaft in der Rhenus Sport Arena noch einen guten Start hingelegt. Nowitzki traf seinen ersten Wurf, Schröder führte klug Regie - die Gäste setzten sich über 11:6 auf 15:11 ab. Doch dann erhöhten die Franzosen das Tempo und zogen bis zum Ende des ersten Viertels mit einem 18:0-Lauf auf 29:15 davon.

Doch damit nicht genug. Auch im zweiten Abschnitt lief bei der deutschen Mannschaft nichts zusammen. Parker und Co. machten 13 weitere Punkte in Serie, erst Karsten Tadda stoppte von der Freiwurflinie den 31:0 (!)-Lauf der Gastgeber. Insgesamt blieb die DBB-Auswahl fast 13 Minuten ohne jeden Punkt. Zur Halbzeit lag Deutschland mit 19:50 (!) zurück, weil Nicolas Batum von den Portland Trail Blazers mit der Schlusssirene auch noch von der Mittellinie traf.

Nach dem Seitenwechsel konnte das deutsche Team zumindest noch ein bisschen Ergebniskosmetik betreiben. Auch weil die Franzosen einige Gänge zurückschalteten reduzierte Deutschland den Rückstand im dritten Viertel auf 24 Punkte (39:63). Im Schlussabschnitt gelangen einige weitere gelungene Aktionen, die aber nicht darüber hinwegtäuschen konnten, dass die Franzosen an diesem Abend mindestens eine Klasse besser waren.

Auf Bundestrainer Fleming wartet in den kommenden Tagen daher noch jeden Menge Arbeit. Bei der Generalprobe in Köln wird er aber weiter auf Akeem Vargas (Augenverletzung) und Maodo Lo (Beckenprellung) verzichten. Wann beide wieder ins Training einsteigen ist noch ungewiss.

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