DBB-Team kassiert Niederlage in Polen

Basketballer starten mit Pleite in EM-Quali

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Polens Robert Skibniewski (l.) im Zweikampf mit Heiko Schaffartzik.

Torun - Die EM-Hoffnungen der deutschen Basketballer haben gleich zum Auftakt der Qualifikation in Polen einen herben Dämpfer erlitten.

Heiko Schaffartzik gab sich selbstkritisch. „Wir müssen besser spielen, wenn wir gewinnen wollen“, sagte der Kapitän der deutschen Basketballer nach dem Fehlstart in die EM-Qualifikation. Ausreden suchte der 30-Jährigen nicht, der Blick ging schnell nach vorn. Durch das unglückliche 67:68 (31:36) beim vermeintlich stärksten Gruppengegner Polen hat sich der Druck direkt erhöht.

Schon im zweiten von nur sechs Spielen auf dem Weg zur Europameisterschaft 2015 (5. bis 20. September, Gastgeber noch offen) am Mittwoch bei Außenseiter Österreich (20.20 Uhr/EinsPlus) ist ein Sieg Pflicht. Einfach mal nebenbei wird ein Erfolg beim Nachbarn in Schwechat vor den Toren Wiens nicht zu holen sein. Schon gar nicht, wenn es so läuft wie in Torun.

„Wir haben die gesamten 40 Minuten keinen Rhythmus gefunden“, kritisierte Emir Mutapcic nach seinem ersten Pflichtspiel als Bundestrainer: „Wir sind schlecht gestartet. Dann haben wir bessere Defense gespielt, aber heute war die Offense unser großes Problem.“ Schaffartzik und NBA-Profi Dennis Schröder, der Sekunden vor Schluss einen Dreier zum möglichen Sieg verwarf, waren mit jeweils 16 Punkten die besten Werfer.

Die Situation ist noch nicht beunruhigend. Der Sieg in der Gruppe C kann aus eigener Kraft geholt werden. Deshalb sieht Schaffartzik den anstehenden Aufgaben eher gelassen entgegen. „Die knappe Niederlage können wir beim Heimspiel in Bonn wettmachen und uns den direkten Vergleich sichern“, sagte der Spielmacher von Meister Bayern München. Platz eins bleibt das Ziel, Ausrutscher gegen die Österreicher oder Schlusslicht Luxemburg darf es aber keinesfalls geben.

Aus diesem Grund warnte Schaffartzik sein Team. „Es gibt heute keine schlechten Teams mehr in Europa, die Schweiz hat zum Beispiel gegen Russland gewonnen“, stellte er fest. Den Bosnier Mutapcic treffe keinerlei Schuld am Scheitern: „Es war eine Niederlage der Spieler. Wir haben nicht das gemacht, was der Trainer uns gesagt hat. Und wir haben nicht gut zusammen gespielt.“

Fast über die gesamte Spielzeit war die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) vor 5200 Zuschauern einem Rückstand hinterher gelaufen. Rechtzeitig gelang der Ausgleich (56:56/32. Minute), doch am Ende gab es viele enttäuschte Gesichter. „Positiv ist, dass wir bis zum Schluss gekämpft haben und uns noch eine Siegchance erarbeitet haben“, sagte Mutapcic.

In der Tabelle ist Deutschland vorerst Dritter hinter Österreich, das zum Auftakt nach starker erster Hälfte 84:76 (51: 27) gegen Luxemburg gewann, und Polen. Die sieben Gruppensieger und die sechs besten Zweiten bekommen ein EM-Ticket. Die Qualifikationskriterien sind keine große Hürde, aber jeder Sieg ist kostbar. Denn damit verbessern sich die Chancen auf einen guten Platz in der Setzliste für die Auslosung.

Nach dem Rückzug des ursprünglichen Ausrichters Ukraine hat sich der DBB mit Berlin um die Veranstaltung einer Vorrunde beworben. Bei der EuroBasket geht es um die Qualifikation für Olympia 2016 in Rio de Janeiro, die Ausgangssituation für das ohnehin schwierige Unterfangen sollte so gut wie möglich sein. In Österreich wird es Zeit für den ersten Schritt in diese Richtung.

sid

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