Handballer dürfen nach Auftaktsieg Olympia-Flair genießen

Das DHB-Team besiegte zum Olympia-Auftakt Schweden mit 32:29. Foto: Marijan Murat
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Das DHB-Team besiegte zum Olympia-Auftakt Schweden mit 32:29. Foto: Marijan Murat
Julius Kühn (M) war mit acht Treffern erfolgreichster deutscher Werfer. Foto: Marijan Murat
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Julius Kühn (M) war mit acht Treffern erfolgreichster deutscher Werfer. Foto: Marijan Murat
Tobias Reichmann (M) erzielte sechs Tore - vor allem über Tempogegenstöße. Foto: Marijan Murat
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Tobias Reichmann (M) erzielte sechs Tore - vor allem über Tempogegenstöße. Foto: Marijan Murat
Torwart Andreas Wolff überzeugte mit vielen Paraden, aber auch als Torschütze. Foto: Marijan Murat
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Torwart Andreas Wolff überzeugte mit vielen Paraden, aber auch als Torschütze. Foto: Marijan Murat
Das Spiel war geprägt von vielen Zweikämpfen und Zeitstrafen. Foto: Marijan Murat
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Das Spiel war geprägt von vielen Zweikämpfen und Zeitstrafen. Foto: Marijan Murat
Schwedens Lukas Nilsson verletzte sich früh im Spiel am rechten Fuß. Foto: Marijan Murat
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Schwedens Lukas Nilsson verletzte sich früh im Spiel am rechten Fuß. Foto: Marijan Murat

Die deutschen Handballer sind erfolgreich auf die olympische Bühne zurückgekehrt. Acht Jahre nach ihrem enttäuschenden Auftritt in Peking gelang den Europameistern in Rio ein überzeugender Sieg gegen Schweden. Danach zogen die "Bad Boys" durch die Sportstätten.

Rio de Janeiro (dpa) - Die Belohnung für ihren beherzten und siegreichen Auftritt gab es gleich nach dem Abpfiff für die deutschen Handballer: Ein freier Abend und Olympia-Flair beim Sportstätten-Hoppping in Rio de Janeiro.

Im Anschluss an den gelungenen Einstand der Europameister mit dem 32:29 (18:15)-Erfolg gegen Schweden schwärmten die "Bad Boys" aus. Kapitän Uwe Gensheimer und seine Kollegen sogen die besondere Atmosphäre von Olympischen Spielen in sich auf. "Wir haben eine Vielzahl an Karten für die Jungs", sagte der sichtlich zufriedene Delegationsleiter Bob Hanning.

Geradezu heiter kam Bundestrainer Dagur Sigurdsson aus der Future Arena. "Ich habe euch schon überall gesucht", begrüßte der Isländer die wartenden Journalisten. Sein Matchplan gegen den Olympia-Zweiten war aufgegangen, die Grundlage für den angestrebten Einzug ins Viertelfinale ist gelegt. "Der Sieg zu Beginn gibt uns Selbstvertrauen", sagte Sigurdsson. Doch angesichts des schon am Dienstag (16.30 MESZ) anstehenden Spiels gegen Polen mahnte er auch vor zu frühem Jubel: "Ein Sieg garantiert noch nichts." Danach folgen im Zwei-Tage-Rhythmus Brasilien, Slowenien und Ägypten.

Vor 8000 Zuschauern zeigte die deutsche Mannschaft beim ersten Olympia-Auftritt seit den Spielen in Peking 2008 eine insgesamt überzeugende Leistung. Nur in den Anfangsphasen der beiden Halbzeiten hatte sie ein paar Probleme. "Wir waren zum Schluss etwas cleverer und haben in der Abwehr besser zugepackt", meinte der Gummersbacher Julius Kühn, der mit acht Treffern bester deutscher Werfer war.

Doch zunächst benötigte der Europameister seine übliche Anlaufzeit. Die Schweden lagen anfangs in Führung, ehe Tobias Reichmann in der achten Minute mit einem seiner sechs Treffer zum 4:4 erstmals den Ausgleich schaffte. Drei Minuten später ging das DHB-Team durch seinen Kapitän beim 6:5 auch in Front. Pech für die Schweden: Der Kieler Rückraumspieler Lukas Nilsson (7.) fiel schon früh wegen einer Fußverletzung aus. In der 39. Minute musste auch ihr Abwehrchef Tobias Karlsson mit Rot vom Platz.

Mit zunehmender Spielzeit steigerte sich auch EM-Held Andreas Wolff im Tor. Die Deckung stand stabil, im Angriff spielte das Team konsequent und schnörkellos. Vor allem der wuchtige Kühn war von den Schweden nur schwer zu halten. Die Auswahl von Trainer Sigurdsson lag beim 14:11 (23.) durch Fabian Wiede erstmals mit drei Toren vorn und verteidigte den Vorsprung bis zur Pause.

Beide Mannschaften versuchten, die seit dem 1. Juli geltenden neuen Regeln zu nutzen und spielten unter anderem immer wieder mit einem zusätzlichen Feldspieler statt des Torwarts - was bisweilen aber schiefging. So gelang Torwart Wolff sein zweiter Länderspieltreffer (13:11/23.), als er den Ball ins verwaiste Tor der Schweden warf. Dennoch meinte Sigurdsson zu den neuen Regeln: "Sie haben das Spiel nicht entscheidend beeinflusst."

Nach dem Wechsel taten sich die EM-Champions wie schon zu Beginn in Halbzeit eins etwas schwer. Zwar gingen sie beim 20:16 (37.) erstmals sogar mit vier Toren nach vorn, doch beim 23:23 (47.) waren die Skandinavier nach einer Vier-Tore-Serie wieder dran. Erst beim 29:26 (55.) durch Paul Drux standen die Zeichen endgültig auf Sieg.

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