Am Samstag geht es los

Deutsche hoffen auf die erste Tour-Woche

Marcel Kittel
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Marcel Kittel trug bereits im vergangenen Jahr das gelbe Trikot - wenn auch nur für kurze Zeit.

Köln - Zehn deutsche Radprofis gehen bei der 101. Tour de France an den Start. Besonders die erste Woche könnte zur Erfolgsgeschichte werden.

Marcel Kittel weiß, wie sich das wohl begehrteste Stück Stoff der Sportwelt anfühlt. „Es ist wie Gold auf deinen Schultern“, erklärte der deutsche Radprofi, der im Vorjahr nach dem Auftakt der Tour de France einen Tag das legendäre Gelbe Trikot trug. Am Samstag kehrt Kittel bei der 101. Ausgabe zur Großen Schleife zurück, und gleich zum Start könnte er den Traum im Maillot Jaune noch einmal leben.

„Wir sind als Mannschaft in einer ganz guten Ausgangsposition“, sagte Kittel, räumte jedoch ein: „Es wird für mich deutlich schwerer als letztes Jahr, der Rennverlauf muss mir entgegenkommen. ` Am 5. Juli startet im englischen Leeds die Frankreich-Rundfahrt, am Ende des 190,5 km langen Kurses der ersten Etappe nach Harrogate dürfte es zum Showdown der weltbesten Sprinter kommen.

Kittel muss dann sich vor allem auf Lokalmatador Mark Cavendish (Großbritannien/Quick Step) einstellen, und auch Andre Greipel darf er nicht aus den Augen lassen. Dem gebürtigen Rostocker hatte Kittel mit vier Etappensiegen bei der Tour 2013 die Show gestohlen. Eine erneute Vorführung will der deutsche Meister Greipel verhindern, am besten mit einen Tag im Gelben Trikot.

`Ich will eine Etappe gewinnen, und wenn es auf der ersten der Fall ist, dann umso besser“, sagte der 31 Jahre alte Lotto-Fahrer, der im Sprintzug erneut auf die Unterstützung seines guten Freundes Marcel Sieberg (Castrop-Rauxel) zählen kann. Bei den zahlreichen Flachetappen in der ersten Woche bieten sich ihnen mehrere Möglichkeiten auf einen Tageserfolg.

Zu den Gegnern des deutschen Sprint-Duos zählt Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin. Der 29-Jährige verrichtet bei Quick Step wertvolle Dienste für Cavendish und könnte sich als Spielverderber erweisen. „Für mich ist die Tour von einer Helferrolle geprägt, weniger von eigenen Ambitionen. Vielleicht gibt es die Chance auf eine Ausreißergruppe, meine Bergform ist ja gut derzeit“, sagte Martin, der zudem beim Einzelzeitfahren der 20. Etappe sein Können unter Beweis stellen will.

Einen ganz besonderen Auftritt feiert Altmeister Jens Voigt. Der 42-Jährige nimmt zum 17. Mal an der Tour teil und schließt zu den Rekordstartern George Hincapie (USA) und Stuart O'Grady (Australien) auf. „Ich sehe mich als Mädchen für alles“, sagte Voigt, der vor allem den Luxemburger Fränk Schleck unterstützen soll.

John Degenkolb (Gera) hofft, bei seiner zweiten Tour-Teilnahme in einen erlesenen Kreis aufzusteigen. „Ich möchte genauso einen Etappensieg und mich in die Riege der Rennfahrer eintragen, die bei alle großen Rundfahrten eine Etappe gewonnen haben“, sagte Degenkolb, der sich mit dem Arnstädter Kittel die Führungsrolle beim Team Giant-Shimano teilt.

Die weiteren deutschen Fahrer sind in ihren Teams vor allem als Helfer und „Arbeitstiere“ eingeplant. Andreas Schillinger (Kümmersbruck) und Paul Voss (Rostock) starten für das deutsche Team NetApp, Marcus Burghardt (Zschopau) ist eine wichtige Stütze im BMC-Team um den Amerikaner Tejay Van Garderen. Bahnspezialist Roger Kluge (Eisenhüttenstadt) könnte sich in Fluchtgruppen bewähren.

SID

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