Dank Petkovic und Kerber

Deutsches Fed-Cup-Team mit 2:0 in Führung

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Andrea Petkovic.

Brisbane/Frankfurt - Eine nervenstarke Andrea Petkovic und eine souveräne Angelique Kerber haben dem deutschen Fed-Cup-Team eine ideale Ausgangsposition auf dem Weg ins erste Finale seit 22 Jahren beschert.

Teamchefin Barbara Rittner war nach dem Traumstart einfach nur stolz auf ihre coolen Mädels: Eine nervenstarke Andrea Petkovic und eine perfekte Angelique Kerber haben dem deutschen Fed-Cup-Quartett eine ideale Ausgangsposition auf dem Weg ins erste Endspiel seit 22 Jahren beschert.

Nach dem ersten Tag des Halbfinals gegen Gastgeber Australien in Brisbane führt der zweimalige Titelträger Deutschland mit 2:0. „Diese Mannschaft hat ein Ziel: Sie will ins Finale. Das hat man gespürt“, sagte Rittner: „Ich bin sehr stolz und ziehe meinen Hut.“

In den noch ausstehenden drei Partien am Sonntag (ab 4.45 Uhr MESZ/SAT.1. Gold und tennis.de) fehlt den Gästen nur noch ein Sieg zum größten Triumph seit 1992. Trotzdem mahnte Rittner: „Noch ist nichts entschieden. Wir werden ohne Überheblichkeit jedes Match angehen.“

Für einen Auftakt nach Maß hatte bei knapp 30 Grad Celsius die Weltranglisten-28. Petkovic gesorgt. Die Darmstädterin besiegte die ehemalige US-Open-Siegerin Samantha Stosur (WTA 19) mit 6:1, 7:6 (9: 7) und stellte dabei trotz einer dicken Beule am Schienbein ihre Formstärke unter Beweis. Danach legte die deutsche Nummer eins Kerber (WTA 7) im Eiltempo nach. Die Kielerin bezwang im Linkshänderinnen-Duell Casey Dellacqua (WTA 53) in nur 51 Minuten mit 6:1, 6:0. „Das war das perfekte Match. Angie weiß gar nicht, wie gut sie ist“, schwärmte Rittner.

Auch Petkovic überzeugte mit einer starken Vorstellung in der mit rund 4500 Zuschauer gefüllten Pat-Rafter-Arena. „Der Schlüssel war, dass ich aggressiv gespielt und Sam weit hinter die Grundlinie gedrängt habe“, meinte die frischgebackene Charleston-Siegerin, die sich bei einem Aufschlag beim Stand von 2:4 im zweiten Satz mit ihrem Schläger selbst am Schienbein verletzte. „Ich war so voller Adrenalin, dass ich es zunächst gar nicht gemerkt habe. Dann wurde die Beule aber so dick, ich bekam richtig Panik“, berichtete die überglückliche Petkovic.

Nach einem souveränen ersten Satz steigerte sich Volksheldin Stosur und setzte Petkovic immer wieder mit ihren Aufschlägen unter Druck. Doch selbst von einem 3:5-Rückstand ließ sich die sicher von der Grundlinie agierende Deusche nicht beirren. Im nervenaufreibenden Tiebreak vergab die 26-Jährige zunächst vier Matchbälle, machte den Sack nach 1:41 Stunden dann aber doch zu. Ihren jubelnden Teamkolleginnen in der Box rief „Petko“ danach erleichtert zu: „Ich Schisser!“

Im Anschluss präsentierte sich Kerber gegen Dellacqua von Anfang an hochkonzentriert. Der Lohn war eine schnelle 4:0-Führung. Unmittelbar danach gab die 26-Jährige zwar ihr Service ab, konnte sich aber auf ihre Konstanz verlassen. Mit einem Stopp - ihrem 15. direkten Gewinnschlag - holte sich Kerber den ersten Satz. Auch in der Folge leistete sich die Wimbledon-Halbfinalistin von 2012 kaum leichte Fehler (insgesamt elf) und verbuchte 31 Winner. „Noch ist nichts gewonnen, wir müssen voll konzentriert bleiben. Träumen können wir, wenn wir mit einem Sieg im Gepäck nach Hause fliegen“, sagte Kerber.

Am Sonntag stehen sich auf dem schnellen Hartplatz im Spitzenduell zunächst Kerber und Stosur gegenüber. Die beiden bisherigen Duelle gegen die New-York-Siegerin von 2011 hat die Deutsche verloren. Danach trifft Petkovic auf Australian-Open-Achtelfinalistin Dellacqua. Für das abschließende Doppel sind Julia Görges und Anna-Lena Grönefeld vorgesehen. Die australische Paarung Dellacqua/Ashleigh Barty stand 2013 in drei der vier Grand-Slam-Finals.

Das deutsche Team hatte den bedeutendsten Mannschafts-Titel im Frauentennis 1987 und 1992 angeführt von Steffi Graf gewonnen. Beim bislang letzten Erfolg war Rittner noch als Spielerin dabei gewesen.

Im zweiten Halbfinale stehen sich Tschechien und Titelverteidiger Italien gegenüber. Das Finale findet am 8./9. November 2014 statt. Gegen die Italienerinnen hätte die DTB-Auswahl Heimrecht, die Partie gegen Tschechien wäre ein Auswärtsspiel.

sid

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