"Im Gesamtkonzept" Außenseiter

Fed-Cup-Team vor Finale zurückhaltend

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Andrea Petkovic (l.) und Sabine Lisicki.

Prag - Vor dem ersten deutschen Fed-Cup-Finale seit 22 Jahren üben sich Kerber, Petkovic & Co. in der Rolle des Außenseiters. 2011 und 2012 holten die Tschechinnen die Mannschaftstrophäe. Angelique Kerber glaubt an ein gutes Omen.

Gleich bei der ersten Frage schnappte sich Andrea Petkovic das Mikrofon und reichte es lachend an die Teamchefin weiter. „Darauf wird Barbara antworten“, sagte die zuletzt emotional angeschlagene Wortführerin des deutschen Damen-Tennis am Mittwoch bei der ersten Pressekonferenz vor dem Fed-Cup-Endspiel in der Prager O2-Arena. Der völlig unerwartete Turniersieg in Sofia hat der 27 Jahre alten Hessin gerade noch rechtzeitig zum Saison-Höhepunkt wieder Selbstvertrauen und Fröhlichkeit eingeimpft - was die Auswahl von Barbara Rittner an diesem Wochenende gegen die favorisierten Tschechinnen auch dringend benötigen wird.

Mal locker-gelöst, aber auch angespannt-fokussiert präsentierten sich die fünf jungen deutschen Damen mit ihrer Teamchefin drei Tage vor den wegweisenden Eröffnungseinzeln (13 Uhr/live bei Sat.1). „Ich bin noch nicht bei hundert Prozent, aber es geht mir schon viel, viel besser“, sagte Petkovic.

Noch vor drei Wochen hatte sie bei ihrem tränenreichen Auftritt in Luxemburg erklärt, dass es ihr „gesundheitlich und privat“ nicht so gut gehe. Die Gründe für dieses Empfinden seien privat, betonte sie nun erneut. „Darüber möchte ich nicht sprechen. Ich möchte nur sagen, dass Unkraut nicht vergeht und dass ich der beste Beweis dafür bin.“

Dass sie und die deutsche Nummer eins Angelique Kerber in den ersten beiden Einzeln auf den superschnellen Hartplatz in der 10.800 Zuschauer fassenden Halle dürfen, bekräftigte Rittner noch einmal. „So lange nichts passiert, sind sie für Samstag gesetzt“, sagte die 41 Jahre alte Wahl-Kölnerin. Rückkehrerin Sabine Lisicki wird nach aktuellem Stand erst am Sonntag im möglicherweise entscheidenden Doppel an der Seite von Julia Görges zum Einsatz kommen.

Rittner sieht "emotionalen Vorteil"

„Sie haben all mein Vertrauen, und sie haben in diesem Jahr so viele positive Emotionen im Fed Cup erlebt“, sagte Rittner über ihre beiden Spitzenspielerinnen Kerber und Petkovic. Die beiden Freundinnen haben beim Erstrunden-Sieg in der Slowakei und beim Final-Einzug in Australien all ihre Einzel gewonnen und sich gegen Kontrahentinnen wie Samantha Stosur oder Dominika Cibulkova nervenstark durchgesetzt.

Genau darin liegen auch die Hoffnungen der DTB-Equipe, dass es trotz des „emotionalen Vorteils“ (Rittner) der Tschechinnen, die 2011 und 2012 die Silbertrophäe gewannen, klappen kann mit dem dritten deutschen Titel nach 1987 und 1992. „Vielleicht ist es ein gutes Omen, dass wir wieder auswärts spielen“, sagte Kerber vor dem Duell mit dem Team um die Weltranglisten-Vierte Petra Kvitova und die letztjährige Wimbledon-Halbfinalistin Lucie Safarova und bekräftigte: „Wir haben auch auswärts gezeigt, dass wir gewinnen können.“

Rittner sieht einen „emotionalen Vorteil“ bei den Gastgebern, und auch Petkovic sieht die Tschechinnen „im Gesamtkonzept im Vorteil“. Doch die eloquente Hessin sagte auch: „Wenn man sich jedes einzelne Match ansieht, ist es absolut offen. Es geht immer bei 0:0 los.“

dpa

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