DHB greift durch

Vertrag mit Bundestrainer Jensen aufgelöst

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Heine Jensen ist nicht mehr Trainer der deutschen Handball-Frauen.

München - Der DHB hat den Vertrag mit Frauen-Bundestrainer Heine Jensen aufgelöst. Renate Wolf, Dirk Leun und Velimir Petkovic gelten als Top-Kandidaten für die Nachfolge des Dänen.

Was bis Ende 2017 dauern sollte, endete schon Anfang 2015: Heine Jensen ist nicht mehr Bundestrainer der deutschen Handballerinnen. Rund einen Monat nach dem enttäuschenden zehnten Platz der Nationalmannschaft bei der EM in Ungarn und Kroatien löste der Deutsche Handballbund (DHB) den Vertrag mit dem 37-jährigen Dänen rückwirkend zum 31. Dezember 2014 auf. Das Arbeitspapier war erst ein Jahr zuvor bis 2017 verlängert worden.

„Wir haben zahlreiche Gespräche mit den Trainern und den Spielerinnen geführt und die Spiele des letzten Jahres analysiert“, sagte DHB-Präsident Bernhard Bauer. Leider sei man „keinen Schritt vorwärts gekommen. Wir haben uns deshalb im beiderseitigen Einvernehmen dazu entschlossen, den Vertrag mit Heine Jensen aufzulösen.“ Jensen wünschte der Mannschaft für die Zukunft alles Gute: „Das Team braucht nach dieser enttäuschenden EM einen neuen Impuls.“

Denjenigen zu finden, der diesen Impuls künftig geben wird, ist nun die Aufgabe von DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Ganz oben auf seinem Zettel stehen nach SID-Informationen die Namen Renate Wolf und Dirk Leun. Die Trainerin von Bayer Leverkusen und der Erfolgscoach des Buxtehuder SV sind neben dem Göppinger Velimir Petkovic die beiden Top-Kandidaten für die Jensen-Nachfolge.

Wird es eine Doppellösung?

Die Zeit drängt, bereits im März steht der nächste Lehrgang der DHB-Frauen auf dem Programm, ehe es dann im Juni in den WM-Playoffs gegen Russland geht. Denkbar ist deshalb auch eine kurzfristige Doppellösung beispielsweise mit dem Trainerteam Wolf/Leun. „Das könnte ich mir sehr gut vorstellen, das hat ja schon mal hervorragend geklappt“, sagte Leun. Bei Jensens Amtsantritt im Sommer 2011 standen ihm Leun, Wolf und der damalige Frankfurter Trainer Dietmar Schmidt als Assistenten zur Seite. Auch für Renate Wolf ist ein derartiges Konstrukt deshalb sehr gut vorstellbar. „Darüber ließe sich in der Tat nachdenken“, sagte sie dem SID.

Leun und Wolf verbindet neben ihrer fachlichen Qualifikation das „Händchen“ für junge Spielerinnen. Die 16-jährige Emily Bölk, die Leun innerhalb kurzer Zeit mit Erfolg in sein Bundesliga-Team intergrierte, ist dafür ebenso ein Beispiel wie Anna Seidel (19) oder Jennifer Rode (19), die in Leverkusen feste Größen des Erstligateams sind. Wie Buxtehude, so gilt auch Leverkusen als klassischer Ausbildungsverein, die Jugendteams aus beiden Vereinen sind in ihren jeweiligen Altersklassen nationale Spitze.

"In Ruhe neu sortieren"

Und eine Verjüngungskur braucht die Nationalmannschaft dringend, bei der EM war das DHB-Team mit einem Altersdurchschnitt von knapp 28 das älteste. Spielerinnen wie Anja Althaus (32), Kerstin Wohlbold (30), Laura Steinbach (28) und Anna Loerper (30) haben den Höhepunkt ihrer Karriere überschritten, zumal die Planungen des DHB ausdrücklich auf Olympia 2016 und die Heim-WM 2017 ausgerichtet sind.

Hanning weiß deshalb sehr genau, worauf es jetzt ankommt. „Es ist das Beste für den deutschen Frauenhandball, Klarheit zu schaffen und grundsätzliche Prozesse wieder in die gewünschte Richtung zu lenken“, sagte er: Jetzt sind wir gefordert, die Weichen für den weiteren Weg richtig zu stellen. „Erstmal die WM-Qualifikation unter Dach und Fach bringen und sich dann in Ruhe neu sortieren - die Feuerwehrleute stehen jedenfalls schon bereit.

SID

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