Sieg in Flensburg

Machtdemonstration der Löwen

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Die Rhein-Neckar Löwen feierten einen klaren Sieg bei Verfolger SG Flensburg-Handewitt. 

Flensburg - Die Rhein-Neckar Löwen steuern unbeirrt ihrer ersten deutschen Meisterschaft entgegen. Doch trotz des Sieges bei Verfolger SG Flensburg-Handewitt und fünf Punkten Vorsprung meiden Uwe Gensheimer und Co. das „M-Wort“.

Beim Frühstück danach herrschte bei den Handballern von Bundesliga-Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen schon meisterliche Stimmung. Von einer Vorentscheidung im Titelrennen wollte Kapitän Uwe Gensheimer trotz des beeindruckenden 32:25-Sieges bei Verfolger SG Flensburg-Handewitt und fünf Punkten Vorsprung kurz vor „Halbzeit“ der Saison aber (noch) nicht sprechen.

Doch zumindest für einen kurzen Moment legte der wohl beste Linksaußen der Welt seine Zurückhaltung ab - und nahm das verfluchte „M-Wort“ in den Mund. „Es wäre unglaublich, es in dieser Saison zu schaffen. Die Meisterschaft mit meinem Heimatverein war immer mein Traum“, sagte der neunfache Torschütze Gensheimer dem SID und fügte an: „Wir waren jetzt zweimal ganz nah dran und haben gezeigt, dass wir das Potenzial haben.“

Kampfansagen an die abgeschlagene Konkurrenz sind dem Nationalspieler, der nach der Saison nach 13 Jahren die Löwen Richtung Paris St. Germain verlässt, auch in diesen Tagen nicht zu entlocken. Obwohl Sport-1-Experte Stefan Kretzschmar nach der Löwen-Gala in der Flensburger „Hölle Nord“ von einer „meisterlichen Leistung im Stil einer Spitzenmannschaft“ schwärmte.

Die Zahlen sprechen klar für das Team von Trainer Nikolaj Jacobsen: 15 von 16 Saisonspielen gewann der Vizemeister der vergangenen beiden Spielzeiten (30:2 Punkte). Rekord-Titelträger THW Kiel (24:6) befindet sich hinter Flensburg (25:7) als Dritter in Lauerstellung. Das Überraschungsteam MT Melsungen (24:8) indes fiel durch die überraschende 24:31-Heimpleite gegen den HSV Hamburg zurück.

Premiere für die Löwen

Ganz anders die Löwen, die bereits zum dritten Mal in Folge in Flensburg gewannen - das war bislang noch keinem Team geglückt. „Besser als in der ersten Halbzeit kann man nicht spielen“, lobte der überragende Spielmacher Andy Schmid (5/1) bei Sport1 und meinte: „Wenn wir an diese Leistung anknüpfen, sind wir schwer zu stoppen.“

Der Schweizer, von den Bundesliga-Trainern und -Kapitänen zuletzt zweimal in Folge zum „Spieler der Saison“ gewählt, war es auch, der für die Szene des Spiels sorgte. In Unterzahl parierte „Ersatzkeeper“ Schmid mit einem spektakulären Hampelmann einen Tempogegenstoß von Flensburgs Lasse Svan (13.). Es passte ins Bild. „Das müssen wir uns jetzt in jedem Training von ihm anhören, wie toll er das gemacht hat“, sagte Löwen-Co-Trainer Oliver Roggisch - und schmunzelte.

Auch Flensburgs Coach Ljubomir Vranjes musste eingestehen, dass die Löwen gerade in der ersten Halbzeit „viel, viel, viel besser waren als wir.“ Und die Rhein-Neckar-Zeitung kommentierte nach der eindrucksvollen Machtdemonstration: „Der Titel führt in dieser Saison über die Mannschaft, der das Sieger-Gen bislang abgesprochen wurde.“

Gensheimer aber wollte sich nicht von der Euphorie im Umfeld anstecken lassen. „Bei uns denkt noch niemand an den Titel“, behauptete der Nationalmannschafts-Kapitän. „Wir schauen auch nicht auf die anderen Teams oder beschäftigen uns mit einem Vorsprung in der Tabelle.“ Zumal der Tanz auf drei Hochzeiten munter weitergeht. Nach ihrer Rückkehr aus dem hohen Norden fliegen die Löwen am Freitag nach Ungarn, wo am Samstag das Champions-League-Spiel bei Pick Szeged ansteht.

SID 

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