Prokop: Motivationsschub für EM

DLV-Asse triumphieren bei Team-EM

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Diskuswerfer Robert Harting (l) freut sich im Ziel mit den Damen der 4x400 Meter Staffel der Damen: Esther Cremer, Lena Schmidt , Lara Hoffmann und Ruth Sophia Spelmeyer (l-r).

Braunschweig - Zum zweiten Mal nach 2009 ist Deutschland Team-Europameister der Leichtathleten geworden. Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen setzten sich die Asse gegen Titelverteidiger Russland durch.

Die deutschen Leichtathleten sind die Nummer eins in Europa. Der Gastgeber nutzte bei der Team-EM in Braunschweig den Heimvorteil und gewann mit 371 Punkten vor Vorjahressieger Russland (359,5) und Frankreich (295) den Titel. Nach 2009 in Leira/Portugal war es der zweite deutsche Erfolg bei diesem europäischen Prestige-Wettkampf. „Das gibt einen Motivationsschub für die Europameisterschaften im August in Zürich“, sagte am Sonntag Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Prokop: „Wir sehen mit Freude, dass wir die führende Nation in Europa sind.“

Nach den drei Einzelerfolgen von Weltmeister David Storl (Kugelstoßen), Christian Reif (Weitsprung) und Arne Gabius (5000 Meter) am Samstag, den die DLV-Asse mit nur drei Punkten vor den Russen beendet hatten, gab es an Tag zwei sieben deutsche Disziplingewinner. Dabei sorgten die 22-jährigen Youngster Andreas Hofmann (Speerwurf) und Timo Benitz (800 Meter) sowie die zwei Jahre jüngere Malaika Mihambo (Weitsprung) für Überraschungen.

Hinzu kamen die ersten Plätze der WM-Zweiten Christina Schwanitz (Kugelstoß), der Weltrekordlerin Betty Heidler (Hammerwurf) und des 3000-Meter-Läufers Richard Ringer sowie von Diskus-Hüne und Kapitän Robert Harting.

„Der Sieg bei der Team-EM ist eine Botschaft für Zürich. Wir können selbstbewusst und optimistisch dorthin fahren. Nicht nur die Leistungsträger haben überzeugt“, kommentierte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen. Bei der EM 2012 in Helsinki hatte Deutschland 16 Medaillen geholt, darunter sechs aus Gold, und war vor Russland die Nummer eins im Medaillenspiegel.

Der dreimalige Weltmeister Harting ließ im Diskus-Ring nichts anbrennen. Schon im zweiten Versuch warf der Olympiasieger die Topweite von 67,64 Meter, an die Piotr Malachowski (Polen/65,35) nicht herankam.

„Ich hoffe nun, dass es in Zürich auch Platz eins wird und genauso gut läuft“, meinte Christina Schwanitz nach ihrem Sieg mit 19,43 Metern, den sie trotz einer leichten Rückenverletzung schaffte. Auch Betty Heidler ließ keine Zweifel an ihrer Stärke aufkommen. Die 30-jährige von der LG Eintracht Frankfurt gewann mit 74,63 Metern. „Ich habe mein Ziel erreicht, perfekt“, meinte sie.

Neben den etablierten Kräften konnten auch die jungen Athleten die EM-Bühne positiv nutzen. Für einen Paukenschlag sorgte Andreas Hofmann, der im ersten Versuch den Speer 86,13 Meter weit fliegen ließ. Damit übertraf der Mannheimer seine persönliche Bestleistung um 2,50 Meter und zugleich die EM-Norm. „Woher dieser Wurf kam, weiß ich auch nicht. Ich kann es kaum glauben“, sagte Hofmann. Er galt schon lange als Talent, kämpfte aber lange mit Verletzungen. Weitsprungtalent Malaika Mihambo siegte nicht nur mit 6,90 Metern, sondern sprang auch auf Platz eins der europäischen Bestenliste.

Völlig unerwartet war auch der Erfolg von Timo Benitz über 800 Meter, den er sich in einem fulminanten Schlussspurt in persönlicher Bestzeit von 1:46,24 Minuten vor dem Polen Adam Kszczot (1:46,36) sicherte. „Ich würde mich als Kampfsau bezeichnen und will mich nicht schlagen lassen“, sagte der siegreiche Student der Luft- und Raumfahrttechnik selbstbewusst. Die EM-Norm hat er damit geschafft. Über 3000 Meter gewann Richard Ringer (Friedrichshafen) in 7:50,99 Minuten und lieferte einen weiteren Beweis für das Lauf-Hoch im DLV.

Einige der prominenten Athleten blieben aber auch unter ihrem Leistungsvermögen - wie Linda Stahl: Die Weltjahresbeste im Speerwurf wurde mit 61,58 Metern nur Dritte. Die Medizinstudentin steht allerdings kurz vor dem mündlichen Examen. Enttäuschend war der Auftritt von Hammerwurf-Routinier Markus Esser (Leverkusen), der mit mageren 74,90 Metern nur Vierter wurde. Auf hohem Niveau klagte Homiyu Tesfaye: Er wurde über 1500 Meter in 3:38,10 Minuten hinter Jakub Holusa (Tschechien/3:37,74) Zweiter.

dpa

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