Ehemaliger US-amerikanischer Radprofi

Armstrong: "Würde immer noch Nein sagen" 

+
Lance Armstrong wurden seine sieben Siege bei der Tour de France wegen Dopings aberkannt.

Los Angeles - Dopingsünder Lance Armstrong hat zugegeben, dass er sein Gebilde aus Lügen und Dementis wohl aufrecht erhalten hätte, wenn er nicht überführt und zu einem Geständnis gedrängt worden wäre.

„Wenn es diese Ermittlungen nicht gegeben hätte, würde ich wahrscheinlich immer noch “Nein' sagen - im gleichen Ton und mit der gleichen Überzeugung wie vorher„, sagte der 42-Jährige im Interview mit dem US-Sender CNN.

Armstrong waren nach seinem Geständnis im vergangenen Jahr seine sieben Tour-Siege aberkannt worden. Böse Worte bleiben dem Texaner nach eigener Aussage erspart. "Ich bekomme nie etwas zu hören, und das überrascht mich. Sicher, manchmal fühlt man, dass jemand etwas sagen will, aber es ist dennoch bisher nie passiert“, sagte Armstrong.

Die Doping-Enthüllungen will Armstrong nun verschriftlichen. „Ich muss ein Buch schreiben, und das muss sehr intensiv und transparent sein“, sagte Armstrong: „Je früher, desto besser. Es muss das richtige Buch sein, mit dem richtigen Tonfall - komplett ohne Bullshit.“

Armstrong hatte 2013 in einem Interview mit Talk-Masterin Oprah Winfrey eingestanden, über Jahre mit Substanzen wie EPO und Wachstumshormonen gedopt und andere Fahrer eingeschüchtert zu haben.

Armstrong vor Prozess zuversichtlich

Vor dem Megaprozess gegen die US-Regierung gibt sich der lebenslang gesperrte Armstrong siegesgewiss. Die Anklage bereite ihm „keine schlaflosen Nächte“ und er sei „zuversichtlich, dass wir gewinnen“, sagte der vor seiner Doping-Enttarnung gefeierte Ex-Radprofi in einem Telefon-Interview mit dem amerikanischen TV-Sender CNN. Mit dem zur Schau getragenen Optimismus erinnert er an seine Zeiten als einst bewunderter Sportler. Der noch nicht terminierte Prozess könnte Armstrong allerdings an den Rand des finanziellen Ruins bringen.

In der juristischen Auseinandersetzung geht es um eine Schadenersatzforderung der Regierung von rund 100 Millionen Dollar aus Armstrongs Zeit bei dem mit Steuergeldern finanzierten Rad-Team US-Postal. Armstrong hatte zuletzt vergeblich versucht, den Prozess zu verhindern. Sechs seiner sieben inzwischen aberkannten Erfolge bei der Tour de France zwischen 1999 und 2005 hatte er im Postal-Trikot herausgefahren.

Er habe die US-Post nicht geschädigt. „Sie haben eine Menge Geld gemacht und das bekommen, was sie wollten. Ich habe mir für sie den Arsch aufgerissen und bin stolz darauf“, sagte der 42 Jahre alte Texaner, der 18 Monate nach seiner TV-Doping-Beichte im Alltag angekommen sei. „Ich bin mit meinem Leben zufrieden und habe mich nicht einmal so richtig Scheiße gefühlt“, behauptete Armstrong in derben Worten.

Seine „Therapie“, mit dem Leben als gefallener Star umzugehen, bestehe darin, „Bier zu trinken, Rad zu fahren und Golf zu spielen“, sagte er weiter. Im Rückblick auf sein jahrelanges Lügen trotz erdrückender Indizien erklärte Armstrong: „Ich war gut in dieser Rolle“.

SID/dpa

Die größten Doping-Skandale der Sportgeschichte

Die größten Doping-Skandale der Sportgeschichte

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

So sehen Sie Wimbledon 2016 live im TV und im Live-Stream
So sehen Sie Wimbledon 2016 live im TV und im Live-Stream
Kampf zwischen Klitschko und Fury abgesagt - "Total enttäuscht"
Kampf zwischen Klitschko und Fury abgesagt - "Total enttäuscht"
Derrick Rose verlässt die Chicago Bulls nach acht Jahren
Derrick Rose verlässt die Chicago Bulls nach acht Jahren
Wimbledon-Auslosung: Pech für Mayer und Siegemund
Wimbledon-Auslosung: Pech für Mayer und Siegemund

Kommentare