Positive A-Probe

Dopingvorwurf gegen Rita Jeptoo

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Rita Jeptoo

Düsseldorf - Erneut wird die Marathon-Szene vom Doping-Thema überschattet. Die kenianische Läuferin Rita Jeptoo, Siegerin in Boston und Chicago, sieht sich mit einem Dopingvorwurf konfrontiert.

Eine der besten Marathonläuferinnen der Welt steht unter Dopingverdacht. Die Kenianerin Rita Jeptoo wurde bei einer Trainingskontrolle vor ihrem Sieg in Chicago positiv auf eine verbotene Substanz getestet, bestätigte ihr Agent Federico Rosa der Nachrichtenagentur dpa am Freitag. Die A-Probe habe ein positives Ergebnis ergeben, das Resultat der B-Probe stehe noch nicht fest.

Zuvor hatten die World Marathon Majors, ein Zusammenschluss von Veranstaltern, mitgeteilt, man sei „enttäuscht“, dass Jeptoo „offensichtlich einen positiven A-Test hatte“. Der Leichtathletik-Weltverband wollte die Angelegenheit vorerst wie üblich nicht bestätigen oder dementieren. Die IAAF veröffentlicht Doping-Fälle stets erst nach Analyse der B-Probe.

Der kenianische Verband erklärte, man sei „enttäuscht, mitzuteilen, dass man eine IAAF-Nachricht erhalten“ habe. Die Anti-Doping-Kommission aus Kenia werde sich Anfang kommender Woche mit Jeptoo treffen, um zu klären, ob die Athletin die B-Probe öffnen lassen wolle.

Jeptoo hatte am 12. Oktober den Chicago-Marathon in 2:24:35 Stunden gewonnen. Bereits im April war sie in Boston erfolgreich und besonders schnell gewesen: In 2:18:57 Stunden lief sie einen Streckenrekord und die schnellste Zeit des Jahres.

Durch je zwei Siege in Boston und Chicago hatte die 33-Jährige auch souverän die World-Marathon-Majors-Serie 2013/2014 gewonnen - verbunden mit einem Preisgeld von einer halben Million Dollar. Nie zuvor hatte eine Läuferin die Serie mit der Maximalpunktzahl von 100 Zählern aus vier Rennen für sich entschieden. Man könne den Fall bis zu einer IAAF-Entscheidung nicht weitergehend kommentieren, teilte die WMM mit, verschob aber die für Sonntag in New York geplante Zeremonie für die Jahresbesten.

Auf welche Substanz Marathon-Ass Jeptoo bei einer Kontrolle außerhalb der Wettkämpfe in Kenia positiv getestet wurde, wollte ihr Berater Rosa zunächst nicht kommentieren. Sollte sich der Verdacht bewahrheiten und sie wegen Dopings gesperrt werden, würde die Äthiopierin Mare Dibaba nachträglich zur Chicago-Siegerin aufsteigen. Sie war als Zweite in 2:25:37 Stunden ins Ziel gekommen.

Rätselhaft ist, warum Jeptoo rund zwei Wochen nach dem Doping-Test überhaupt noch in Chicago starten konnte. Unabhängig davon ist dies für die World Marathon Majors (WMM) bereits der zweite zurzeit rechtlich noch ungeklärte Fall einer Siegerin. In diesem Frühjahr war bekanntgeworden, dass die Russin Lilija Schobuchowa, die die WMM-Serien 2009/2010 und 2010/2011 für sich entschieden und dreimal den Chicago-Marathon gewonnen hatte, des Dopings überführt worden war. Gegen ihre Disqualifikation hat die Russin allerdings rechtliche Schritte eingelegt.

Die World Marathon Majors haben sich von Beginn an stark im Kampf gegen Doping engagiert. Alle Eliteathleten, die bei einem WMM-Rennen starten, müssen sich auch einem Bluttest stellen. „Positiv getestete Athleten können keine WMM-Serie gewinnen und dürfen zukünftig nicht mehr bei einem WMM-Rennen starten“, teilte die WMM mit.

dpa

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